Die Räte trafen sich am Dienstag in der Weinbergskirche. Stadtbezirksamtsleiter Thomas Grundmann führte zu Beginn aus, warum man dort zusammenkam. Rund 50.000 Euro wurden in die Gestaltung des Außengeländes investiert. „Aus meiner Sicht wurde das Projekt sehr gut realisiert“, sagte Grundmann, vor allem, weil die Flächen öffentlich zugänglich seien. Tatsächlich nutzten einige Kids aus der Nachbarschaft auch während der Sitzung noch das Gelände zum Spielen. 
Glockengeläut begleitete die einführenden Worte von Kirchenvorstand Florian Reißmann. 1930 bis 1946 stand hier die erste Weinbergskirche. Die zweite Weinbergskirche wurde 1958 erbaut. 2002 wurde die Solaranlage in Betrieb genommen. 2014 wurde ein Energiekonzept umgesetzt, inzwischen arbeitet die Kirche mit 80 Prozent erneuerbaren Energien. Auf dem Gelände gibt es einen Spielplatz mit großen alten Bäumen. Reißmann drückte seinen großen Dank an den Stadtbezirksbeirat aus, der hier umfangreich gefördert hat (Pieschen-Aktuell vom 21. Juni 2024). Weitere Informationen zur Geschichte der Weinbergskirche gibt es im Stadtwiki.
Baumaßnahmen der SachsenEnergie
Dann übernahm Stefan Kadler von dem Projektsteuerungsunternehmen B.O.T. das Wort, er berichtete zu den geplanten Baumaßnahmen der SachsenEnergie im Stadtviertel. Unter anderem sollen an der Rehefelder Straße Fernwärmeleitungen ausgebaut werden, das kann aber erst nach der Errichtung des Fußgängerüberweges stattfinden, derzeit geplant im November. An der Harkortstraße wird noch bis zum 21. August an Trinkwasserleitungen gebaut, dann ist dort erstmal Pause, weil perspektivisch die Bahnbrücke erneuert werden soll und dann die Arbeiten mit der Deutschen Bahn abgestimmt werden sollen. Außerdem gibt es einige Netzverdichtungen bei der Fernwärme. Ab Oktober werden an der Overbeckstraße Fernwärme, Wasser und Elektrik ausgebaut.
Polizeiliche Kriminalstatistik für Pieschen
Polizeirat Alfred Ilg, der Revierleiter des Polizeireviers West, stellte die Polizeiliche Kriminalitätsstatistik vor. Die rückläufige Gesamtkriminalität in Dresden zeigt sich auch in Pieschen, so gab es nach 4.194 Fällen 2024 nun nur noch 3.452 Fälle, gleichzeitig ist die Aufklärungsquote gestiegen. Ilg: Die Arbeit der Soko Iuventus, besonders für Jugendkriminalität zuständig, zahlt sich aus, entgegen dem Bundestrend ist der Anteil an Kinder- und Jugendkriminalität in Dresden und auch in Pieschen stabil. Die verzeichnete Gewaltkriminalität, also gefährliche und schwere Körperverletzungen und Raubdelikte sind rückläufig, nach 122 Fällen im Vorjahr gab es im Stadtbezirk diesmal nur 108 Fälle. Die ganze Präsentation gibt es hier als PDF. 
Nachfragen der Stadtbezirksbeiräte
Holger Kunig (Grüne): „Was ist das konkrete Konzept für die Bekämpfung der Kinder- und Jugendkriminalität?“ Ilg verwies auf die Sonderkommission (Soko) Iuventus. Dort würden Erfahrungen in diesem Spezialgebiet gebündelt. Die Kollegen würden einerseits mit Jugendämtern und Sozialarbeitern zusammenarbeiten, andererseits gehe man auch repressiv vor. So konnten in der Vergangenheit öfter Rädelsführer herausgefunden werden, bei denen dann mehrere Delikte zusammenkamen, die gemeinschaftlich angeklagt wurden. „So konnten wir gute Erfolge erzielen“, resümierte Ilg.
Benjamin Kemper (CDU): In den vergangenen Wochen haben wir vermehrt Schmierereien festgestellt, ist Ihnen das auch aufgefallen und was kann man dagegen tun? Wir fördern ja auch Graffitikurse, hilft das präventiv? Ilg: Es gab in letzter Zeit viele politische Graffiti, dagegen könne man kaum etwas tun. Was bei normaler Streetart gelte, dass man die zurückdrängen könne, indem den Jugendlichen eine legale Plattform gegeben wird, gelte bei politischen Botschaften nicht. Ilg: „Wir können das Phänomen nur einschränken, wenn wir Täter fassen.“ In dem Zuge bedauerte er, dass Graffiti häufig nicht mehr angezeigt würden, dadurch habe man das Delikt dann nicht mehr in der Statistik und wisse nicht, wo die Schwerpunkte sind.
Tino Jasef (Freie Wähler) erkundigte sich nach dem Stand der Umzugspläne des Reviers West und ob das Auswirkungen auf die Pieschener Nebenstelle habe. Das Polizeirevier befindet sich aktuell an der Julius-Vahlteich-Straße. Nach derzeitigen Plänen soll es auf die Hamburger Straße umziehen. Ilg bestätigte die Pläne, erklärte aber, dass für den Umzug und Neubau des Reviers vorerst noch keine Mittel im Landeshaushalt eingeplant seien. „Wenn ich sehr optimistisch bin, ziehen wir 2033 um“, so Ilg. Was dann aus der Außenstelle an der Osterbergstraße werde, sei aktuell noch nicht geklärt.
Außerdem wollte Jasef wissen, ob die Polizei Erkenntnisse habe, was es mit den massiven Beschädigungen an PKW in der Nacht vom 28. Februar zum 1. März auf sich habe (Pieschen-Aktuell vom 2. März). Die Ermittlungen wurden an den Staatsschutz weitergegeben, dazu könne er nichts sagen, so Ilg.
Jens Hänsch (Piraten) fragte nach, was es für Präventionsangebote gebe, um Eigentumsdelikten im Internet zu begegnen? Ilg erläuterte, dass es Infomaterial und -veranstaltungen gebe, insbesondere für ältere Menschen. „Wir klären auf“, so der Revierleiter, die wichtigste Hilfe sei aber die im familiären Bereich. Es sei nicht nur ein polizeiliches, sondern ein gesellschaftliches Thema. „Wir können nur unterstützen“, so Ilg.
Heidi Geiler (Grüne) fragte zur Personalsituation im Revier West nach. Ilg: „Ich kenne mein Revier seit 2015. Wir sind so gut aufgestellt wie nie in dieser Zeit. Aber es könnte natürlich immer besser sein.“ Rico Köhler (AfD): „Was war mit dem Fahrradsattelschlitzer?“ Den Mann hat man geschnappt. Hintergrund: Dem Täter wurden zahlreiche Delikte im Jahr 2024 zur Last gelegt. Dies hatte dazu geführt, dass die Statistik einen Ausreißer nach oben in diesem Jahr hatte.
Inklusion vor Ort
Heike Neubauer stellte das Projekt „Inklusion vor Ort in Dresden“ vor, ein Projekt der Stadt AG. In Dresden leben 15 Prozent Menschen mit Behinderung, sagte sie, 10 Prozent mit Schwerbehinderung. Das Projekt engagiert sich für ein inklusives Miteinander, partizipative Unterstützung und will Impulse für Teilhabe und Teilgabe geben für Menschen mit Behinderungen, Senioren und alle anderen. In Mickten und Trachau gebe es ein bestehendes inklusives Netzwerk, das beim Hufewiesen-Trachau-Verein angesiedelt sei.
Heidi Geiler (Grüne): Im Zentralwerk findet regelmäßig eine inklusive Disco statt – das Farbwerk (Pieschen-Aktuell berichtete am 30. April). Wo findet man denn weitere Infos zu inklusiven Veranstaltungen? Neubauer: „Unter anderem auf stadt-ag-dresden.de.“
Holger Kunig (Grüne): Wie hat sich Dresden entwickelt? Was müsste nun getan werden? Wo hängt es? Dresden sei vergleichsweise gut aufgestellt, wir sind auf einem guten Weg, so Neubauer. In Mickten und Trachau gebe es aber noch viele Barrieren unterschiedlichster Art. Da ist noch viel Luft nach oben. Ganz wichtig ist eine Sensibilisierung für diese Themen.
Rolf Poppe (AfD): „Das ist sehr gut, was Sie da tun. In Ihren Ausführungen fällt oft das Wort Netzwerke, wie findet die Kommunikation in diesen Netzwerken statt? Funktioniert das schon digital? Wie viele sind hier schon integriert?“ – „Wir betreuen nicht, geben Hilfe zur Selbsthilfe, wir informieren mit Aushängen und Flyern sowie auf der Website“, so Neubauer. Ein großer Teil der Vernetzung finde digital statt. Allerdings gebe es im Stadtbezirk vergleichsweise weniger Menschen mit Behinderung, das habe viel mit der baulichen Situation zu tun.
Weihnachtsbeleuchtung in der Oschatzer Straße

Sascha Förster von Pro Pieschen stellte das Projekt vor. Der Verein reaktiviert seit 2023 die Weihnachtsbeleuchtung der Oschatzer Straße. Zunächst wurden zwei Leuchtgruppen restauriert und auf LED-Technik umgebaut. 2024 folgten fünf weitere. Dabei wurden unter anderem Kabel, Aufhängungen, Leuchtmittel und Stahlseile erneuert.
2025 kamen die beiden fehlenden Leuchtgruppen hinzu. Damit war die ursprüngliche Zahl von neun wieder erreicht. Die Metallgestelle blieben erhalten. Ab 2026 geht die Weihnachtsbeleuchtung in den jährlichen Betrieb. Sie wird Ende November aktiviert und Ende Dezember wieder abgenommen. Der Verein beantragt für die Inbetriebnahme und Wartung eine Förderung in Höhe von 1.953,60 Euro. Die Räte stimmten geschlossen für die Förderung.
Verkaufsoffener Sonntag zum Stadtteilfest „Sankt Pieschen“
Das Stadtteilfest „Sankt Pieschen“ findet 2027 vom 4. bis 6. Juni statt. Daher ist für den 6. Juni ein verkaufsoffener Sonntag geplant. Geschäfte in Teilen von Pieschen-Süd sollen von 12 bis 18 Uhr öffnen dürfen.
Das Stadtteilfest wird seit 2012 rund um die Oschatzer Straße organisiert. Im Mittelpunkt stehen Angebote für Kinder und Familien sowie Musik, Straßenkunst, Theater und Gastronomie. Nach Ausfällen von 2020 bis 2022 findet die Veranstaltung seit 2023 wieder statt. Das sächsische Ladenöffnungsgesetz erlaubt Gemeinden aus regionalem Anlass bis zu acht verkaufsoffene Sonntage pro Jahr. Die Räte stimmten geschlossen für den Vorschlag für den 6. Juni.
Gastspielreihe will Kulturangebot in Pieschen erweitern
Der Verein „Puppen- und Pantomimetheater im August Theater Dresden e.V.“ plant eine Gastspielreihe im Stadtbezirk Pieschen. Professionelle Künstlerinnen und Künstler erweitern den Abendspielplan mit Figurentheater. Geplant sind „Hungerkünstler“ am 10. Oktober, „Varieté am seidenen Faden“ am 31. Oktober und „Mata Hari“ am 14. November. Am 5. Dezember folgt „Spanische Weihnacht“. Das August Theater stellt den Aufführungsort bereit. Der Verein übernimmt Planung, Organisation und Durchführung. Die beantragten Fördermittel fließen ausschließlich in die Vereinsarbeit. Ziel ist ein vielfältiges und gut erreichbares Kulturangebot in Pieschen. Aus gesundheitlichen Gründen konnte leider niemand vom August Theater vor Ort sein. Nach kurzer Debatte stimmten die Räte dennoch fast geschlossen, bei drei Enthaltungen, für die Förderung.
Budgetübersicht
Abschließend erläuterte der Stadtbezirksamtsleiter Thomas Grundmann das Budget. „Die Haushaltssperre ist beendet, das Budget bleibt aber verringert“, so Grundmann. Für den Stadtbezirksbeirat Pieschen habe das zur Folge, dass das Gesamtbudget nun 448.000 Euro beträgt. 205.000 Euro sind noch übrig.
Anfragen der Stadtbezirksbeiräte
Tino Jasef (Freie Wähler): „Es gibt immer noch keine Antwort vom Baubürgermeister bzgl. der Umweltspur am Flügelweg, nun wird sie eingerichtet, das ist empörend.“ Grundmann versicherte, dass er noch einmal nachhaken wolle.
Außerdem reichte Jasef eine Anfrage bezüglich des zugewucherten Treidlerpfades in Übigau ein. Dabei will er wissen, wie es um die Bewirtschaftung steht, die ganze Anfrage gibt es hier als PDF. Die Räte stimmten geschlossen dafür, diese Anfrage an den Oberbürgermeister zu stellen.
Jonas Schädlich (Linke) wollte wissen, wie der Stand mit der Linie 73 ist. Die sei in der Vergangenheit öfter ausgefallen und der Ausfall schlecht kommuniziert worden. Uwe Sochor (SPD) bat, die Anfrage zu erweitern, um den Punkt, wie das künftig verbessert werden könne. Die Räte stimmten geschlossen für die Anfrage inkl. Erweiterung.
Außerdem stellte Schädlich einen Prüfantrag vor. Dabei geht es darum, zu prüfen, ob die Taktung der Grünphasen für Fußgänger an der Leipziger Straße erhöht werden könne. Im Rat war keine Mehrheit für diesen Antrag zu finden, er wurde mit neun Gegenstimmen abgelehnt.
Sophia Jansen stellte eine Anfrage vor. Es geht darum, einen Vertreter der Stadtverwaltung einzuladen, der zum aktuellen Stand beim Sachsenbad vortragen soll. Unter anderem geht es darum, ob der Verkauf nun abgeschlossen ist, wie evtl. Rückabwicklungsoptionen aussehen und wie der Stand der Pläne für Austauschflächen für das Tennisangebot ist. Die ganze Anfrage gibt es hier als PDF.
Außerdem wollte Jansen wissen, wann die Toiletten am Konkordienplatz gebaut werden. Laut Grundmann soll das in der ersten Hälfte des Jahres 2027 starten. 
Stadtbezirksbeirat Pieschen
- Sitzung am 18. August 2026: Tagesordnung, alle Dokumente, Abstimmungsergebnisse (nach der Sitzung)
- Stadtbezirksbeirat Pieschen – Mandatsträger, Vertreter, Sitzungen
- Alle Infos aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen im Dossier „Stadtbezirksbeirat“.
Berichte aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen – eine Leistung der Redaktion von Pieschen Aktuell im Auftrag des Stadtbezirksamtes Pieschen der Landeshauptstadt Dresden.





