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300 Jahre Schloss Übigau: Der Wanderer kehrt zurück

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Voriges Jahr waren nahezu alle Abende ausverkauft. Diesmal beherrscht der Wanderer den ganzen August: Von Sonnabend bis zum 3. September steht „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ wieder auf der Freilichtbühne am Übigauer Schloss – pünktlich zum 300. Geburtstag des Hauses.

Szene aus "Der Wanderer über dem Nebelmeer" - Foto: PR Comödie/Robert Jentzsch
Szene aus „Der Wanderer über dem Nebelmeer“ – Foto: PR Comödie/Robert Jentzsch

Wer letzten Sommer dabei war, erinnert sich vielleicht noch an den Eisberg vor der Schlossfassade und an Kathi Damerow als sächselnde Schwiegermutter, die dem Publikum die Lacher aus den Rippen leierte. Nach der magischen unendlichen Geschichte bringt die Comödie Dresden nun ihre Caspar-David-Friedrich-Produktion zurück ans Elbufer.

Friedrich trifft Silbermond, Malerei trifft Klimadebatte

Am Kern der Geschichte hat sich nichts geändert: Regisseur und Buchautor Christian Kühn lässt den introvertierten Maler Caspar David Friedrich auf Edgar treffen, einen jungen Menschen von heute, der sich in Friedrichs berühmtestem Gemälde wiedererkennt. Getragen wird die Handlung von Songs des Bautzener Erfolgsexports Silbermond, deren Album „Leichtes Gepäck“ erstmals für die Bühne bearbeitet wurde – musikalischer Motor einer Geschichte, die Friedrichs romantische Naturbetrachtung mit heutigen ökologischen Sorgen kurzschließt.

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Kühn selbst beschreibt die Produktion als Versuch, die Vergangenheit nicht zu konservieren, sondern mit der Gegenwart ins Gespräch zu bringen – und sieht genau darin die Aufgabe von Theater an einem Ort wie diesem.

Ein Lustschloss mit bewegter Geschichte

Dass das Schloss selbst zur Mitspielerin wird, ist kein Zufall. Errichtet wurde es 1724 bis 1726 im Auftrag des Reichsgrafen Jacob Heinrich von Flemming nach Plänen des Hofbaumeisters Johann Friedrich Eosander von Göthe – kurz vor Fertigstellung kaufte es sich August der Starke selbst. Es blieb das einzige in Dresden realisierte Bauwerk Eosanders, der zuvor am Berliner Stadtschloss mitgewirkt hatte. Die zur Elbe geöffneten Loggien im Obergeschoss geben der Fassade bis heute etwas italienisch-Renaissanceartiges.

Schloss Übigau - Foto: Robert Jentzsch
Schloss Übigau bei einer Veranstaltung im Sommer 2023 – Foto: Comödie/Robert Jentzsch

Mit der höfischen Nutzung war es schon Ende des 18. Jahrhunderts vorbei. Ihren zweiten großen Auftritt hatte die Anlage im 19. Jahrhundert, als hier unter Johann Andreas Schubert die Maschinenbauanstalt Übigau ihren Sitz hatte: 1837 entstand der Antrieb der „Königin Maria“, eines der ersten sächsischen Dampfschiffe, kurz darauf die „Saxonia“ – die erste komplett in Deutschland gebaute Lokomotive. Nach Jahrzehnten als Verwaltungssitz verschiedener Betriebe, zuletzt des VEB Dampfkesselbau zu DDR-Zeiten, steht das Schloss seit der Wende leer und wartet bis heute auf seine Sanierung. Nur der Park wird seit 2008 sommers als Biergarten und – seit 2019 – als Freilichtbühne der Comödie bespielt.

Schloss Übigau, Anfang des 19. Jahrhunderts
Schloss Übigau, Anfang des 19. Jahrhunderts, veröffentlicht in: Dresdens Umgebung in Landschaftsbildern aus dem Anfange des neunzehnten Jahrhunderts. 40 Lichtdruckblätter nach Handzeichnungen und Radirungen von Hammer, Jentzsch, Richter, Wizani, Zingg und Anderen. Herausgegeben von Otto Richter. Dresden, Lichtdruck von Römmler & Jonas

Termine, Tickets und Sommerwirtschaft

Gespielt wird vom 31. Juli bis zum 3. September. An Vorstellungstagen öffnet ab 17.30 Uhr die Sommerwirtschaft mit Blick auf die Elbe – Essen, Trinken und Zeit zum Ankommen vor der Vorstellung.
www.comoedie-dresden.de

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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