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20 Jahre Leuchtturm im Stadtteil

Die Kita Leuchtturm in Pieschen feiert ihr Jubiläum – und blickt auf eine Geschichte zurück, die mit 65 Kindern, großen Ideen und einem besonderen pädagogischen Anspruch begann.

Grit Wehner vom Trägerverein und Kita-Leiterin Cornelia Gerlach im Garten der Kita - Foto: J. Frintert
Grit Wehner vom Trägerverein und Kita-Leiterin Cornelia Gerlach im Garten der Kita – Foto: J. Frintert

Auf dem Hof der Kita Leuchtturm an der Oschatzer Straße geht es an diesem Nachmittag lebhaft zu. Die Frühjahrssonne wärmt bereits spürbar, Kinder flitzen über das Gelände, sausen mit Rollern vorbei oder verschwinden zwischen Büschen und Spielgeräten. Zwischendurch erscheinen Eltern in den Türen, holen ihre Kinder ab, wechseln ein paar Worte. Ein ganz normaler Tag im Leuchtturm.

Grit Wehner vom Trägerverein „Startblock“ und Leiterin Cornelia Gerlach führen durch das Haus. Drinnen ist es ruhig, fast schon still im Vergleich zum bunten Treiben draußen. Gerlach hat 2024 die Leitung der Kita übernommen. Besonders am Herzen liegt ihr der Garten: „Die Kinder lieben das – mit den vielen Obstbäumen und Sträuchern kann man sich prima verstecken.“ Ein geschützter Ort, mitten im Freien. „Wir wollen im Stadtteil ein Leuchtturm sein“, sagt Wehner.

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Das Haus

Zur Einrichtung gehören zwei Gebäude: ein Neubau und ein sanierter Altbau. Zusammen bilden sie das Ensemble der Kita. In beiden Häusern gibt es jeweils drei Gruppenräume für insgesamt 90 Kinder. Derzeit ist die Auslastung stabil, doch auch hier macht sich der Geburtenrückgang bemerkbar. „Unsere Warteliste ist nicht mehr so lang“, sagt Gerlach, während sie weiter durch die Räume führt. Im Erdgeschoss des Hauptgebäudes liegt der Kreativraum. Hier wird gewerkt, gebastelt, gekocht, gebacken und gespielt. Es gibt sogar eine kleine Galerie mit selbstgemalten Bildern.

Im Garten gibt es neben jeder Menge Spielzeug, Fahrgeräten, auch kleine Besen, da kann das Geheimversteck auch mal schnell ausgekehrt werden. Foto: J. Frintert
Im Garten gibt es neben jeder Menge Spielzeug, Fahrgeräten, auch kleine Besen, da kann das Geheimversteck auch mal schnell ausgekehrt werden. Foto: J. Frintert

In der ersten Etage befindet sich ein Elterncafé – ein Treffpunkt für Gespräche und Austausch. Auch gemeinsames Gebet hat hier seinen Platz. Die christliche Prägung der Kita bleibt dabei dezent, ist aber im Alltag spürbar. Während der Eingewöhnung können Eltern diesen Raum als Rückzugsort nutzen.

Um mehr Platz im Freien zu schaffen, wurde auch die Dachfläche des Hauptgebäudes gestaltet und nutzbar gemacht. Der naturnahe Garten bietet viele Bewegungsmöglichkeiten: Wasserspiele, Klettergerüste, ein Gartenhaus und Sandkästen. Wege verbinden die einzelnen Bereiche, die von den Kindern mit verschiedensten Fahrzeugen erkundet werden.

Gruppenraum in der Kita "Leuchtturm" - Foto: J. Frintert
Gruppenraum in der Kita „Leuchtturm“ – Foto: J. Frintert

Das Konzept

Die pädagogische Arbeit verbindet christliche, ökologische und integrative Ansätze. Jedes Kind wird als von Gott geschaffen und geliebt verstanden – eine Haltung, die das Team im Alltag vermittelt. Gleichzeitig geht es darum, Kinder darin zu stärken, eigene Entscheidungen zu treffen und ihren Weg zu finden. „Wir sind an keine Gemeinde gebunden und offen für andere Religionen – wir hatten auch schon muslimische Kinder“, sagt Gerlach.

Kreativraum im Erdgeschoss des Hauses. Foto: J. Frintert
Kreativraum im Erdgeschoss des Hauses. Foto: J. Frintert

Die ökologische Orientierung zeigt sich ganz praktisch: Jede Gruppe ist einmal pro Woche unterwegs, meist in der Natur. „Wir wollen den Kindern früh vermitteln, wie wichtig es ist, die Natur zu achten und zu schützen“, so Gerlach. Auch im Garten gibt es dafür viele Gelegenheiten. Obst wird gemeinsam geerntet, verarbeitet und gegessen.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf die individuellen Bedürfnisse jedes Kindes. Dazu gehören auch geistige oder körperliche Beeinträchtigungen sowie Entwicklungsverzögerungen. Unterschiedlichkeit wird hier als Bereicherung verstanden. „Die Arbeit mit Kindern ist die beste Arbeit“, sagt Gerlach, sie sei sinnstiftend – „denn eine glückliche Kindheit ist prägend für das ganze Leben“.

Rückblick und Entwicklung

Im Mai feiert die Kita ihr Jubiläum. Seit der Gründung hat sich vieles verändert. Grit Wehner nennt unter anderem die Neugestaltung des Gartens und den Ausbau um ein zweites Gebäude. Aus anfangs 65 sind inzwischen 90 Kinder in der Kita geworden. Auch im Stadtteil ist die Einrichtung gut vernetzt: mit der Markuskirche, der Malerin Alexandra Wegbahn, der Musikschule Goldenes Lamm und der Buchhandlung „Buch mit Handlung“.

Kita Leuchtturm

  • Oschatzer Straße 40 bis 42, 01127 Dresden
  • kita-leuchtturm.org
  • seit 4. Mai gibt’s in der Kita eine Projektwoche, am Sonnabend, 9. Mai dann das Fest zum Jubiläum 20 Jahre Leuchtturm

Serie: Kleine Unternehmen im Stadtbezirk Pieschen

Immer dienstags in Pieschen-Aktuell: Ein Porträt eines kleinen Unternehmens aus dem Stadtbezirk. Wir zeigen die unglaubliche Vielfalt im Stadtviertel, von Übigau bis Trachenberge. Wenn Sie auch einen kleinen Laden in Ihrer Nachbarschaft kennen, den wir gerne mal vorstellen sollen, schreiben Sie uns an redaktion@pieschen-aktuell.de

Ein Leuchtturm im Leuchtturm - Foto: J. Frintert
Ein Leuchtturm im Leuchtturm – Foto: J. Frintert

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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