Der Kleingartenverein „Wilder Mann“ e. V. ist die schönste Kleingartenanlage Dresdens 2026. Oberbürgermeister Dirk Hilbert gab das Ergebnis am Sonnabend, 13. Juni 2026, zum Tag des Gartens im Kleingartenverein „Robinienhain“ e. V. bekannt. Die Anlage am Hammerweg war als Vorjahressieger Gastgeber der Auszeichnungsveranstaltung.
Dirk Hilbert erklärte, dass Kleingartenanlagen grüne Zukunftsorte in Dresden seien. Sie würden zur Kühlung der Stadt beitragen, Artenvielfalt fördern und Menschen verschiedener Generationen zusammenbringen. 
Jury zeichnet KGV „Wilder Mann“ aus
Der 1923 gegründete Kleingartenverein „Wilder Mann“ bewirtschaftet 68 Parzellen in Hanglage im Dresdner Norden. Die Anlage ist ganzjährig geöffnet und liegt an einem wichtigen Durchgang im Stadtteil. Wege innerhalb der Anlage werden regelmäßig von Spaziergängern, Anwohnern und Wanderern genutzt.
Die Jury würdigte insbesondere die Verbindung von öffentlicher Zugänglichkeit, kleingärtnerischer Nutzung, Artenschutz und Gemeinschaft. Hervorgehoben wurden ein Naschweg für Kinder mit Beerenobst, ein Weinlehrpfad, ein öffentlich zugänglicher Gemeinschaftsgarten, eine Gaststätte als Treffpunkt sowie eine öffentliche Toilette. Auch die naturnahe Entwicklung der Anlage spielte bei der Bewertung eine Rolle.
Zudem verwies die Jury auf das Naturmonitoring, die Beobachtung von Wildbienen und die Zusammenarbeit mit dem Leibniz-Institut für ökologische Raumentwicklung. Der Verein erhält den Wanderpokal „Flora“ und 1.000 Euro Preisgeld. 
Zweiter Platz für den KGV „Geystraße“
Den zweiten Platz belegte der Kleingartenverein „Geystraße“ e. V. in Prohlis. Der Verein wurde 1984 gegründet und umfasst 42 Parzellen.
Die Jury würdigte die offene Gestaltung der Anlage und ihre Einbindung in das Wohnumfeld. Zur Anlage gehören unter anderem eine Festwiese, eine Ruhezone, eine Büchertauschbox und Gemeinschaftsflächen. Berücksichtigt wurden außerdem die zertifizierte Fachberatung, die Regenwassernutzung, Nistkästen, Totholzecken, Teichbiotope und ein Konzept zur wesensnahen Bienenhaltung.
Mit dem zweiten Platz ist ein Preisgeld von 500 Euro verbunden.
KGV „Blumenau“ erreicht Rang drei
Der dritte Platz ging an den Kleingartenverein „Blumenau“ e. V. in Blasewitz. Der Verein besteht seit 1919 und verfügt über 93 Parzellen.
Die Jury hob hervor, dass der Verein Artenvielfalt als Lernprozess versteht. Blumenwiesen, Totholzecken, Sträucher, Wasserstellen, Fachberatung, gemeinschaftliche Kompostierung und verschiedene Vereinsveranstaltungen seien Beispiele dafür. Der dritte Platz ist mit 250 Euro dotiert.
Sonderpreis für Parzelle in der „Sommerfrische“
Einen Sonderpreis erhielt die Parzelle 44 der Kleingartenanlage „Sommerfrische“ e. V. in Pieschen-Nord/Trachenberge.
Die Jury würdigte die intensive Nutzung der Fläche. Auf der Parzelle wachsen zahlreiche Obstgehölze und Gemüsebeete in Mischkultur mit Blumen und Kräutern. Offene Bodenflächen werden gemulcht. Dadurch bleibt Feuchtigkeit im Boden erhalten und das Bodenleben wird gefördert.
Die Parzelle gehört Nicole Kramer. Sie ist langjährige Fachberaterin, Pflanzenschutzsachverständige und Wertermittlerin. Der Sonderpreis würdigt die Verbindung von produktivem Gärtnern, ökologischer Verantwortung und fachlicher Vorbildwirkung.
Zehn Anlagen standen im Finale
Den Wettbewerb „Schönste Kleingartenanlage“ veranstalten die Landeshauptstadt Dresden und der Stadtverband „Dresdner Gartenfreunde“ e. V. gemeinsam. Das Motto lautete 2026: „Zukunft gestalten mit bunten, vielfältigen Kleingärten – ökologisch und nachhaltig“.
Bewertet wurden unter anderem die öffentliche Zugänglichkeit, der Zustand der Wege, die Gestaltung und Pflege der Freiflächen, Fachberatung, Umwelt- und Naturschutz, Vereinsleben, Kontakte zum Wohnumfeld sowie die Umsetzung des Wettbewerbsmottos.
Insgesamt erreichten zehn Kleingartenanlagen das Finale. Teilnehmerurkunden gingen an die KGV Hellersiedlung „Nordhöhe“, „Lausa“, „Am Leubnitzer Hang“, „An der Windmühle“, „Aronia“, „Immergrün“ und „Sommerfrische“.
Nach Einschätzung der Jury entwickelt sich das Dresdner Kleingartenwesen weiter. Viele Vereine setzen verstärkt auf Artenvielfalt, Wildbienenprojekte, Sandarien, Totholzbereiche, Lehrtafeln, Fachberatung, Regenwassernutzung, digitale Kommunikation, Gemeinschaftsgärten und eine stärkere Öffnung in das Wohnumfeld.
- Weitere Informationen: www.dresden.de/kleingaerten
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