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Tag der offenen Tür in der Alten Gärtnerei

Am vergangenen Sonnabend lud die Alte Gärtnerei in Pieschen zum Tag der offenen Tür ein. Bei Sonnenschein gab es Führungen über das Gelände sowie Kaffee, Limonade und Focaccia im Gartencafé.

Man sieht schon, dass der Sommer es kaum erwarten kann, die Sträucher mit saftigem Obst zu behängen. Foto: Sebastian Diehl
Man sieht schon, dass der Sommer es kaum erwarten kann, die Sträucher mit saftigem Obst zu behängen. Foto: Sebastian Diehl

Punkt 13 Uhr schlägt Vincenzo mit der Eisenstange gegen die leere Gasflasche vor dem Café-Container und läutet zur Führung. Stündlich gibt es Veranstaltungen – eine Tour durch den Naschgarten, Infos zur Geschichte der Gärtnerei oder Angebote für Kinder und Jugendliche. Los geht es an der Kompostanlage. „Im Sommer kann es da drin gut und gerne mal 60 Grad warm werden“, erklärt der Gartenbau-Student. „Heißrotte“ heißt das. Der gesamte Grünschnitt wird hier mit Eseldung kompostiert, nichts verlässt das Gelände.

Direkt gegenüber wachsen in der Selbstpflücke Himbeeren, Johannisbeeren und Kirschen. Sind die Früchte reif, können sie gepflückt und später bezahlt werden. Perspektivisch soll hier ein Agroforst entstehen: Unterpflanzen schützen den Boden, Sträucher tragen Früchte, Kopfbäume spenden leichten Schatten.

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Aufmerksamen Zuhörer*innen zeigt Vincenzo die Selbstpflücke. Foto: Sebastian Diehl
Aufmerksamen Zuhörer*innen zeigt Vincenzo die Selbstpflücke. Foto: Sebastian Diehl

Weiter geht es in die Gewächshäuser: Manche sind schon in Betrieb, andere werden noch renoviert; alle noch ohne Fensterglas. Unter der Stahlkonstruktion liegen Beete und Jungpflanzen in Töpfen, die verkauft werden. Auf der Fensterbank wachsen die jüngsten Bewohner heran: kleine, grüne Halme, aus denen Sträucher und Bäume werden.

Auf der Fensterbank im Gewächshaus keimen die Sämlinge. Foto: Sebastian Diehl
Auf der Fensterbank im Gewächshaus keimen die Sämlinge. Foto: Sebastian Diehl

Der Hundertjährige Garten

Verpachtet wird die Fläche von der angrenzenden Gärtnerei Nietzsche. Seit über 100 Jahren wird hier Gartenbau betrieben, einst am Stadtrand. Nach der Öl- und Finanzkrise 2008 konnten die Kosten für Gewächshäuser und Bewirtschaftung nicht mehr getragen werden. Zehn Jahre später, 2019, öffnete die Alte Gärtnerei – ein Projekt von Ufer-Projekte Dresden e.V., der acht Gartenprojekte in Dresden betreibt.

„Hier ist alles Handarbeit“, erzählt Vincenzo, der ehrenamtlich mitarbeitet. Statt Pestiziden kommen Brennnesseljauche und Jäten zum Einsatz, Pflanzenschutzmittel sind rein biologisch. Neben ihm arbeiten weitere Ehrenamtliche, fünf Hauptamtliche sowie Freiwilligendienstler*innen und Werkstudis. Ohne sie wäre das Projekt nicht möglich.

Beim sogenannten „Market Gardening“ steht man beim Gärtnern breitbeinig über dem Beet. So wird die Erde nicht verdichtet und die Pflanzen können später gedeihen. Foto: Sebastian Diehl
Beim sogenannten „Market Gardening“ steht man beim Gärtnern breitbeinig über dem Beet. So wird die Erde nicht verdichtet und die Pflanzen können später gedeihen. Foto: Sebastian Diehl

Zukunftsprojekt Alte Gärtnerei

Im vergangenen Jahr brachen die Förderungen weg, vor allem aus EU-Mitteln. Damit wurden Personal bezahlt und Investitionen finanziert – etwa das Gartencafé und die Wiederinbetriebnahme der Gewächshäuser.

Heute trägt sich die Gärtnerei vor allem durch das Café, den Pflanzenverkauf und Bildungsangebote, ergänzt durch Spenden und Zukunftspatenschaften. Das deckt die laufenden Kosten, lässt aber kaum Spielraum für Rücklagen oder neue Investitionen. Angesichts trockener Sommer sind diese jedoch nötig, um die Alte Gärtnerei langfristig zu erhalten – als Ort für Gemeinschaft, Bildung und eine Pause im Grünen.

Alte Gärtnerei Pieschen

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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