Torsten Meisel sammelt, was andere längst vergessen haben. Der Dresdner Unternehmer hat sich den DDR-Werbefiguren verschrieben – jenen kleinen Plastikboten, die einst für Minol-Benzin, Telelotto oder Feinwaschmittel warben und heute verschwunden scheinen. Verschwunden, zumindest aus dem Alltag. In Meisels Bestand sind es inzwischen mehr als 900 Exemplare. 
Angefangen hat es in Limbach-Oberfrohna, wo er als Jugendlicher einen Minol-Pirol rettete. Was folgte, war kein Plan – sondern eine Passion. Flohmärkte, Online-Angebote, Hinweise von anderen Sammlern: Stück für Stück wuchs die Kollektion. Heute gilt sie als eine der größten ihrer Art weltweit.
250 Figuren, freier Eintritt – und der Sammler persönlich
Rund 250 Figuren sind nun erstmals öffentlich zu sehen – im Elbepark Dresden, täglich vom 23. April bis zum 2. Mai 2026, bei freiem Eintritt. Zur Eröffnung am 23. April um 17 Uhr ist Meisel selbst vor Ort, danach regelmäßig zwischen 14 und 16 Uhr in der Ausstellung anzutreffen.
Wer durch die Schau geht, begegnet alten Bekannten: dem Minol-Pirol, dem Telelotto-Otto, dem Leipziger Messemännchen. Auch die Fewa-Johanna ist dabei – eine Figur mit Wurzeln in den 1930er Jahren. Viele Exponate sind bis zu 80 Jahre alt, manche tragen die Spuren ihrer Zeit deutlich im Gesicht. Ergänzt wird die Ausstellung durch historische Postkarten aus den Jahren 1955 bis 1963, handgezeichnet und unverkennbar in ihrer Bildsprache.
Vom Flohmarktfund zum Dresdner Unternehmer
Für Meisel ist das Sammeln keine Nostalgie um ihrer selbst willen. „Vielleicht sollte ich mal genau nachzählen“, sagt er mit einem Schmunzeln – und meint damit nicht nur die Figuren, sondern auch die Geschichten, die an ihnen hängen. Jedes Stück steht für ein Produkt, eine Epoche, ein Stück Alltagskultur der DDR, die sonst kaum noch Platz findet.
Nach Dresden kam Meisel 2006. Beruflich war er in der Gastronomie und im Außendienst unterwegs, heute betreibt er im Barock-Eventpark an der Emilienstraße in Dresden-Kaditz den Escape Room Fortnoxx, die 3D-Minigolfanlage Blackluxx und die Stadtrundfahrt Hotsoxx. Ein Macher, der viele Eisen im Feuer hat – und trotzdem immer wieder zu seinen Figuren zurückfindet. 
Dass die Sammlung nun im Elbepark zu sehen ist, geht auf einen Zeitungsartikel zurück. Center-Manager Gordon Knabe wurde darauf aufmerksam – und entschied, die Zeitzeugen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Hinweise auf weitere Stücke nimmt Meisel übrigens jederzeit entgegen. Die Suche ist längst nicht vorbei.
- Weitere Informationen www.ddr-werbefiguren-welt.de und www.elbeparkdresden.de




