Eine Verfolgungsfahrt von Coswig bis nach Dresden-Pieschen endete in der Nacht zum Montag mit einem schweren Unfall. Fünf Menschen wurden verletzt, zwei davon schwer. Um die Weiterfahrt zu verhindern, schoss die Polizei auf die Reifen des Fluchtwagens. 
Gegen 0.45 Uhr wollten Polizisten in Coswig einen roten Skoda Fabia kontrollieren. Doch der Fahrer ignorierte die Haltesignale und flüchtete auf der Kötitzer Straße in Richtung Dresden. Auf der Güterbahnhofstraße in Coswig streifte der Skoda einen Funkstreifenwagen.
Die Flucht führte über Radebeul bis nach Dresden-Mickten. Auf der Leipziger Straße verlor der Jugendliche in Höhe der Rankestraße die Kontrolle über den Wagen. Der Skoda geriet ins Schleudern und prallte gegen mehrere am Fahrbahnrand geparkte Fahrzeuge. Dabei wurden ein Mercedes Sprinter, ein Fiat 500, ein Nissan Micra und ein Seat Ateca beschädigt.
Die Unfallbilder zeigen das Ausmaß der Kollision. Die linke Seite des roten Kleinwagens ist stark eingedrückt, die hintere Stoßstange wurde nahezu vollständig abgerissen. Der Mercedes-Transporter weist deutliche Schäden an der Fahrerseite auf. Auch die geparkten Kleinwagen wurden erheblich beschädigt.
Im Skoda saßen fünf junge Menschen. Eine 18-Jährige und ein gleichaltriger Mann erlitten schwere Verletzungen. Der Fahrer sowie zwei weitere Insassen im Alter von 16 und 18 Jahren wurden leicht verletzt. Alle fünf kamen in Krankenhäuser. Den Sachschaden beziffert die Polizei auf rund 44.000 Euro.
Trotz des Unfalls versuchte der Jugendliche, die Fahrt fortzusetzen. Polizisten gaben daraufhin Schüsse auf die Reifen des Skoda ab. Das Fahrzeug stoppte und die Beamten nahmen den Fahrer vorläufig fest. Ein Alkoholtest ergab bei dem jungen Deutschen einen Wert von mehr als 0,5 Promille. Er besaß zudem keine Fahrerlaubnis. Die Kennzeichen am Skoda gehörten nicht zu dem Fahrzeug. Die Polizei ermittelt gegen den Jugendlichen. Im Zuge der Untersuchungen wird auch die Rechtmäßigkeit der Schusswaffenanwendung geprüft.
Nach dem Unfall waren die Leipziger Straße und die Bunsenstraße gesperrt. Feuerwehr, Rettungsdienst und mehrere Polizeistreifen waren im Einsatz. Auch der öffentliche Nahverkehr war betroffen. Auf der Straßenbahnlinie 4 sowie den Buslinien 70 und 80 kam es zu Einschränkungen.
Der Verkehrsunfalldienst der Dresdner Polizei untersucht den Unfallhergang.
Die Polizei sucht Zeugen, die Angaben zur Fahrweise und zum Fahrtweg des Skoda machen können. Insbesondere werden Menschen gesucht, die durch die Flucht gefährdet wurden. Hinweise nimmt die Polizeidirektion Dresden unter der Telefonnummer 0351 4832233 entgegen.



