Der Stadtbezirksbeirat Pieschen kam am Dienstag, 3. November 2026, zur Sitzung zusammen. Auf der Tagesordnung standen unter anderem die städtische Krankenhausstrategie und die Sparpläne bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. Die Sitzung dauerte bis kurz nach Mitternacht. 
Dresden will Sanierungsstau an Schulen abbauen
Eine Vertreterin des Schulamts stellte die Bau- und Sanierungsstrategie für die kommunalen Schulen vor. Seit 2009 wurden knapp 1,6 Milliarden Euro in die Dresdner Schulinfrastruktur investiert. Das entspricht durchschnittlich 92 Millionen Euro pro Jahr. In dieser Zeit wurden 62 Schulen neu gebaut und 54 saniert. Außerdem entstanden 63 neue Sporthallen, weitere 16 wurden saniert. Das entspricht ungefähr 55 Prozent des Bestandes.
Künftig soll der Sanierungsbedarf aller Schulstandorte nach einheitlichen Kriterien bewertet werden. Vorrang haben Schulen und Sporthallen mit dringendem Handlungsbedarf, insbesondere beim Brandschutz und beim Bauzustand. Rund 20 Prozent der Schulgebäude und Sporthallen sind dringend sanierungsbedürftig.
Sanierungsstau soll in 20 Jahren verschwinden
Dresden hat rund 150 Schulstandorte. Im Durchschnitt ist alle 50 Jahre eine Sanierung nötig. Drei Sanierungen pro Jahr wären demnach für den regulären Erhalt erforderlich. Um zusätzlich den bestehenden Sanierungsstau abzubauen, müsste die Stadt in den kommenden 20 Jahren jährlich sechs Standorte sanieren. Danach könnte sie zum regulären Sanierungsrhythmus zurückkehren.
Für die Bauarbeiten werden auch Ausweichstandorte benötigt, an denen der Unterricht während der Sanierung stattfinden kann. Erschwert werden die Arbeiten zudem durch den Denkmalschutz vieler Schulgebäude.
Fragen der Stadtbezirksbeiräte
Pia Barkow (Die Linke) wollte wissen, ob einzelnen Schulen die Schließung drohe. Das sei aktuell nicht der Fall, hieß es aus dem Schulamt.
Jens Hänsch (Piraten) fragte nach den Kosten für die laufende Instandhaltung. Neben den rund 90 Millionen Euro für die Sanierungen seien dafür weitere 50 Millionen Euro jährlich nötig.
Die Stadtbezirksbeiräte stimmten der Vorlage einstimmig zu.
Optimierung des DVB-Liniennetzes
Philipp Neumann vom Amt für Infrastruktur und Mobilität, Nelly Staub, Abteilungsleiterin Mobilitätsentwicklung, und Andreas Hemmersbach, Vorstand Mobilität bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB), stellten die Pläne vor.
Neumann: Der Haushaltsbegleitbeschluss vom 31. März 2025 fordert eine Überprüfung des Liniennetzes. Mit diesen Plänen soll die Linienführung optimiert und sollen Verbesserungspotenziale gehoben werden, um die Kosten für die Stadt Dresden zu reduzieren. Ziel ist eine Reduzierung der Kosten um rund 8,3 Millionen Euro.
Staub: „Wir wollen das 24/7-Angebot aufrechterhalten und auch alle Straßenbahnstrecken.“ Dabei habe man sich alle Linien angeschaut und geprüft und folgendes Einsparpotenzial gefunden: Mit nachfragesteigernden oder neutralen Optimierungsmaßnahmen bei einigen Buslinien können die DVB rund 1,1 Millionen Euro pro Jahr einsparen.
Weitere Kosteneinsparungen seien nur mit einer Ausdünnung des Angebots möglich. Das betrifft die Straßenbahnlinien 8, 10 und 12. Im Stadtbezirk Pieschen betrifft es die „13“, die dann nur noch bis Mickten und nicht nach Kaditz fahren soll. Außerdem sollen einige Takte bei Buslinien reduziert werden. Bei Straßenbahn und Bus soll der Einkaufstakt am Sonnabend wegfallen, das heißt, die Linien 3, 4, 7, 9, 11 und 62 fahren dann an Sonnabenden ganztägig nur noch im 15-Minuten-Takt. Alle Reduzierungen im Ratsinformationssystem der Stadt. Staub führte aus, dass die angeführten Einsparungen auch zu einem Rückgang der Fahrgäste führen werden. Für Pieschen konkret würde sich die Anbindung verschlechtern.
Fragen der Stadtbezirksbeiräte
Uwe Sochor (SPD): „Was ist mit dem Geld vom Deutschlandticket? Was ist mit Personalausdünnungen bei den DVB? Können die Preise erhöht werden? Könnten mehr Fahrgäste helfen?“ Hemmersbach: „Bund und Länder gleichen die Mindereinnahmen aus dem Deutschlandticket aus, allerdings ist der Abrechnungsmechanismus aktuell durch Unsicherheiten geprägt. Aus der Abrechnung von 2023 und 2024 erwarten wir einen zweistelligen Millionenbetrag als Nachzahlung. Das lässt sich aber nicht für die Zukunft fortschreiben.“ Mit den Streckenoptimierungen ist auch ein Abbau von Personal verbunden, außerdem müsse man mit einem Rückgang von Fahrgastzahlen rechnen. Die Preise legt der Verkehrsverbund Oberelbe in Abstimmung mit den Kommunen fest.
Alexander Wiedemann (AfD): „Müssen dann noch weitere Einsparungen an Strecken und Personal vorgenommen werden?“ Hemmersbach: „Wir machen Vorschläge, entschieden wird im Stadtrat. Wir erhalten einen Bestellschein vom Stadtrat, wie wir zu fahren haben. Mit den Einsparungen können wir das Defizit 2027 ausgleichen. Für die folgenden Jahre hoffen wir auf ausgeglichene Finanzen.“ Derzeit erwirtschafteten die DVB etwa die Hälfte über Ticketeinnahmen, die andere Hälfte komme von Bund, Land und Kommune. Das Problem bestehe deutschlandweit.
Jens Hänsch (Piraten): „Was war die Aufgabenstellung für das Konzept?“ „Kurz gesagt: Kommt mit 8,3 Millionen Euro weniger klar. Das war die Vorgabe von der Stadtverwaltung.“
Tino Jasef (Freie Wähler): „Bin verärgert über die neue Taktung der Linie 79, die künftig im 30- statt im 20-Minuten-Takt fahren soll. Wie sparen Sie denn damit ein?“ „Diese Maßnahme reiht sich ein in das Gesamtkonzept.“
Pia Barkow (Die Linke): „Gab es das schon mal, dass kein Geld von der Stadt kam?“ Das war bis etwa 2020 normal, damals reichte der Ausgleich durch die Technischen Werke Dresden, allerdings gab es damals auch kein Deutschlandticket. Perspektivisch soll die Ausschüttung der SachsenEnergie an die Technischen Werke erhöht werden. Dann könne es wieder besser laufen.
Sophia Jansen (Grüne): „Der 30-Minuten-Takt für die 79 ist eine Zumutung. Was schätzen Sie, wie viele Abonnenten werden die DVB durch die Maßnahmen verlieren, und wie sollen sich die 9,4 Millionen ehemaligen Fahrgäste dann durch die Stadt bewegen? Gibt es da Ausgleichsmaßnahmen?“ „Wir haben rund 210.000 Abonnenten, wir rechnen mit einem Rückgang von 8.000 bis 10.000 Abos“, so Hemmersbach. Neumann ergänzt, dass die Auswirkungen auf den Stadtverkehr nicht untersucht wurden.
Rolf Jörg Poppe (AfD): „Es wird überall Sparmaßnahmen geben, davon wird niemand begeistert sein, aber wir haben nun die Finanzsituation in der Stadt. Leben wir vielleicht über unsere Verhältnisse? Müssen wir die modernsten Straßenbahnen haben?“ Hemmersbach: „Wenn wir Fahrzeuge kaufen, dann sondern wir völlig verschlissenes Material aus. Wir stehen im harten Wettbewerb. Die Menschen, die mit uns fahren, zahlen Geld dafür. Dafür müssen wir auch eine entsprechende Leistung stellen. Der große Boom hat bei uns angefangen, als wir mit Niederflurigkeit angefangen haben.“
Holger Kunig (Grüne): „Wenn wir das jetzt einsparen, wie schwierig wird es dann, den Stand von jetzt wiederherzustellen?“ Hemmersbach: „Mit dem Konzept sparen wir nicht durch Effizienz, sondern durch Einsparung von Fahrzeugen und Personal. Das lässt sich nicht schnell korrigieren. Um eine Straßenbahn zu kaufen, braucht man zum Beispiel einen Vorlauf von vier bis fünf Jahren.“
Björn Lehninger (Team Zastrow): „Warum wird die Linie 13 wieder eingespart?“ – „Weil wir 8,3 Millionen sparen müssen. Wir haben uns schon die Linien rausgesucht, bei denen der zu erwartende Fahrgastverlust am geringsten ist“, so Hemmersbach.
Rebecca Overmeyer (SPD): „Wie viele Abos vermuten Sie aufgrund der Einsparungen weniger? Was bedeutet das für die langfristige Finanzierung?“ Hemmersbach: „Wir rechnen mit bis zu 10.000 Verlust – Kürzungen in der Größenordnung gab es bisher nicht in Deutschland, das Thema wird aber nun flächendeckend diskutiert.“
Ein Ersetzungsantrag von Linken, Grünen, SPD und Piraten lehnt die Vorlage V0972/26 „Optimierung des Liniennetzes der Dresdner Verkehrsbetriebe AG im Zuge der Haushaltskonsolidierung“ ab und fordert den Stadtrat auf, das bezifferte Defizit im Haushalt 2027/2028 einzustellen. Dieser Ersetzungsantrag wurde mit elf Stimmen bei fünf Gegenstimmen und zwei Enthaltungen angenommen.
Städtisches Klinikum – Zukunftskonzept 2035
Dirk Köcher, kaufmännischer Direktor, Dr. Mark Frank, Chefarzt für Notfallmedizin, und Dr. Anke Jentzsch, Leiterin der Stabsstelle Pflegeentwicklung, stellten das Konzept vor. Stand heute: In Trachau gibt es 377 stationäre Betten für die akutstationäre Versorgung. Medizinische Schwerpunkte sind Diabetes, Adipositas und die Versorgung Frühgeborener. Hinzu kommen das Sozialpädiatrische Zentrum (SPZ) und das Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB).
Es gibt in Dresden eine hohe Versorgungsdichte bei einer abnehmenden Versorgung in den umliegenden Landkreisen. Es gibt drei Akutstandorte: Doppel- und Dreifachvorhaltung belasten die Wirtschaftlichkeit, die Bausubstanz stammt teils aus dem 19. Jahrhundert – hoher Investitionsbedarf allein zum Erhalt. Medizinischer Fortschritt verlagert Leistungen in den ambulanten Bereich. Kernproblem: Nur durch bauliche Konzentration werden kürzere, prozessorientierte Abläufe und höhere Qualität möglich.
Das bereits im Vorjahr vorgestellte Konzept bleibt im Kern erhalten. Die Krankenhausreform wird zu mehr Konzentration und Spezialisierung führen. Künftig wird es keine Notaufnahme mehr in Trachau geben, es soll aber ein Krankenhausstandort bleiben. Dr. Frank erläuterte, dass in den Campus Friedrichstadt bis 2035 rund 353 Millionen Euro investiert werden. Die 2021 beschlossene stationäre Notaufnahme mit zehn Betten in Trachau soll entfallen. Das Zukunftskonzept 2035 sieht stattdessen ein Gesundheitsquartier vor. Bis zur Verlagerung der somatischen Versorgung in den 2030er Jahren bleibt der Betrieb bestehen.
Laut Vorlage erfordern die Vorgaben für eine stationäre Notaufnahme einen Krankenhausbetrieb mit mehreren Fachbereichen und mehr als 100 Betten. Gutachten von 2022 und 2025 bewerten diesen als medizinisch nicht notwendig. Den jährlichen Verlust beziffern sie auf rund 5,1 Millionen Euro. Eine ambulante Notfallversorgung soll gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen geprüft werden. Die Hilfsfristen des Rettungsdienstes sollen unverändert bleiben. Veränderungen in Trachau werden mit dem Rettungsdienst abgestimmt.
Ab den 2030er Jahren sind ein ambulantes OP-Zentrum, Praxen, ein Medizinisches Versorgungszentrum, eine Tagesklinik und Kurzzeitpflege vorgesehen. Über die Umsetzung soll erst in Phase drei des Zukunftskonzepts entschieden werden, sobald die gesetzliche Grundlage vorliegt. Die Kardiologie soll bereits 2026/27 nach Trachau ziehen. Bis 2028 sollen das Sozialpädiatrische Zentrum und das Medizinische Zentrum für Erwachsene mit Behinderung erweitert werden.
Fragen der Räte
Franziska Hoder (Die Partei): „Was für Auswirkungen hat das auf die großen Häuser, wenn die kleinen geschlossen werden?“ – „Das kann man jetzt noch nicht genau abschätzen, wir werden aber eine Konzentration sehen“, so Köcher.
Rebecca Overmeyer (SPD): „Wie stellen Sie sicher, dass die Ambulantisierung nicht zum Nachteil der Patienten ist, insbesondere in der Psychiatrie?“ „In dem Bereich stocken wir bereits auf. Der Bedarf ist da“, sagt Köcher. Frank: „Man muss das differenziert betrachten. Wir können gar nicht zehn Jahre vorausschauen, wir müssen immer wieder nachjustieren. Wenn der Bedarf wächst, passen wir an.“
Jens Hänsch (Piraten): „Wie wird der Standort Trachau aussehen? Behält das städtische Klinikum die Kontrolle?“ „Die Gebäude gehören der Stadt, damit sind wir Herr darüber, das zu kontrollieren. Wir wollen dort auch eigene Praxen ansiedeln. Das wird jedoch erst in der dritten Phase interessant“, so Köcher.
Uwe Sochor (SPD): „Wie hoch ist die Kapazitätserweiterung in Friedrichstadt, wie hoch sind die prozentualen Zuflüsse? Haben Sie dann eine Überkapazität?“ Köcher: „Wir rechnen mit 85 Prozent Auslastung im Regelfall. Auch da werden wir auf die tatsächlichen Umstände reagieren.“
Sophia Jansen (Grüne): „Was ist mit den Arbeitsplätzen?“ „Wir haben eine Zukunftsvereinbarung beschlossen. Ziel ist, das Leistungspektrum zu erhalten. Alle Mitarbeiter sollen das Angebot erhalten, an einen anderen Standort zu wechseln. Alles andere können wir über natürliche Fluktuation ausgleichen.“
Abstimmung
Die Vorlage wurde mit 14 Ja-Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen.
Weihnachtsmarkt auf dem Mengsplatz in Übigau
Zum dritten Mal öffnet der kleine Weihnachtsmarkt auf dem Mengsplatz in Übigau seine Tore, Veranstalter ist der Übigauer Insel e. V. Der Vorsitzende Tino Jasef stellte das Projekt vor. Im Mittelpunkt stehen Nachbarschaft, Zusammenhalt und Inklusion. Der Markt richtet sich an Menschen aller Generationen und soll die Gemeinschaft im Stadtteil stärken. Ein festlich geschmückter Weihnachtsbaum und liebevoll gestaltete Stände sorgen für weihnachtliche Atmosphäre. Auf dem Programm stehen Geschichten und weihnachtliche Livemusik. Auch der Weihnachtsmann hat seinen Besuch angekündigt. Der Markt bietet ein barrierefreies und niedrigschwelliges Adventsangebot für Anwohner und Gäste. Der Verein bittet um Unterstützung in Höhe von 3.358,11 Euro für Strom, Toiletten und die Marktbuden. Die Räte stimmten geschlossen für die Förderung, Jasef enthielt sich. 
Umsonstladen an der Rehefelder Straße
Juliane Heinisch und Sina Gutsche vom Kikla e. V. stellten das Projekt vor. An der Ecke Rehefelder Straße und Wurzener Straße in Pieschen ist ein Umsonstladen für Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende entstanden (Pieschen-Aktuell vom 20. September 2026). Der Verein beantragt eine Unterstützung von 8.481,50 Euro für die Umgestaltung der alten Bücherei. Gemeinsam mit einer Ladendesignerin wird ein barrierearmes Gestaltungskonzept entwickelt. Geplant sind individuell gefertigte Holzregale, eine Spielhöhle für Kinder und eine freundliche Beleuchtung. Die Umsetzung übernehmen überwiegend Ehrenamtliche mit Unterstützung professioneller Handwerker. Die Beleuchtung wird mit dem Verband Pro Retina abgestimmt. Künftig können dort Kinder- und Jugendkleidung, Zubehör und Kindermöbel kostenlos weitergegeben werden. Das Projekt soll zugleich die Nachbarschaft stärken.
Franziska Hoder (Die Partei) und Jonas Schädlich (Die Linke) sprachen sich für den Antrag aus, Schädlich insbesondere bzgl. der Belebung der Ecke. Uwe Sochor (SPD): „Haben Sie eine Umfeldanalyse gemacht, dass Sie den umliegenden Gewerbetreibenden nicht schaden?“ „Nein, wir haben nicht mit den anderen Läden gesprochen, aber wir sind mehr als nur ein Laden, wir sind auch Begegnungsstätte. Außerdem gab’s uns ja schon im Hecht-Viertel, wir bringen die Kundschaft ja mit.“ Rolf Jörg Poppe (AfD): „Sie arbeiten dort ehrenamtlich, damit können Sie ja nicht berufstätig sein. Außerdem: Alles, was Sie anbieten, ist aus Spenden? Überprüfen Sie die Hygiene?“ „Wir haben als Studentinnen angefangen, teils schwanger, jetzt teils in Arbeit. Es arbeiten hauptsächlich Frauen, schwanger oder Mütter, hier, auch Rentnerinnen, außerdem Menschen, die Sozialstunden ableisten. Auf Hygiene wird geachtet, die Miete zahlen wir von Spenden.“ Mehrheitlich angenommen.
Bachs Weihnachtsoratorium als Benefizkonzert
Die Singakademie Dresden veranstaltet ein Benefizkonzert mit Bachs Weihnachtsoratorium in der St.-Petri-Kirche am Großenhainer Platz. Anlass ist das 20-jährige Bestehen des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Dresden. Der Erlös soll dessen Arbeit mit jungen Menschen und Familien, die von lebensverkürzenden Erkrankungen betroffen sind, unterstützen.
Das Orchester vereint junge Musikerinnen und Musiker aus ganz Sachsen mit ihren Lehrkräften. Auch der Kinderchor der Singakademie und der Sternenchor der 47. Grundschule Dresden wirken mit. Die junge Altistin Hannah Lindemann übernimmt gemeinsam mit Annekathrin Laabs eine Solopartie. Lindemann erhielt dafür einen Sonderpreis beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ Sachsen. Eine Förderung in Höhe von 6.800 Euro ist beantragt. Benjamin Kemper (CDU): „Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?“ „Wir rechnen mit 300 bis 600 Zuschauern.“ Die Räte stimmten bei zwei Enthaltungen für die Förderung.
FFC Fortuna Dresden
Der Frauenfußballverein in Dresden-Pieschen verzeichnet steigende Mitgliederzahlen. Aktuell trainieren 267 Kinder und Jugendliche in elf Übungsgruppen an der Wurzener Straße. Sie nehmen an Wettbewerben des Stadtverbandes Fußball Dresden und des Sächsischen Fußballverbandes teil.
Der Verein möchte nun verstärkt Mädchen zwischen 13 und 16 Jahren fördern. Neben dem Breitensport soll auch die leistungsorientierte Entwicklung unterstützt werden. Dafür plant der Verein die Anschaffung eines Lichtschranken-Zeitmesssystems. Zusätzlich sollen 20 leichte Fußbälle für die Altersgruppe von zehn bis zwölf Jahren beschafft werden. Die neue Ausstattung soll die Trainingsbedingungen verbessern. Die beantragte Förderung beträgt 1.454,05 Euro. Die Räte stimmten geschlossen für die Förderung.
Tauschschrank an der Großenhainer Straße
Kristin Hoffmann stellte das Projekt vor. Seit fast zwei Jahren ist der Tauschschrank ein Treffpunkt im Quartier. Täglich nutzen ihn rund 100 Menschen zum Tauschen von Dingen und Lebensmitteln oder für Gespräche. Der Schrank fördert nachhaltigen Konsum und hilft, Müll zu vermeiden. Ehrenamtliche kümmern sich um Ordnung und Sauberkeit. Gerade in der kalten Jahreszeit ist das eine Herausforderung. Ihr Engagement soll deshalb finanziell gewürdigt werden. Zum Tauschschrank gehört ein Kühlschrank für gerettete und gespendete Lebensmittel. Er wird von Foodsaverinnen und Foodsavern betreut, ist inzwischen aber erneuerungsbedürftig.
Allerdings muss der Tauschschrank jetzt winterfest gemacht werden. Außerdem sollen die Ehrenamtlichen eine kleine Entschädigung erhalten. Benjamin Kemper (CDU): „Wir werden kein Ehrenamt mit Geld fördern.“ Jonas Schädlich (Linke): „Finde den Antrag sehr sinnvoll. Mit dem Geld haben wir einen sehr hohen Nutzen.“ Außerdem habe der Rat durchaus schon Ehrenamtliche mit Geld gefördert, unter anderem bei Sportvereinen. Kemper beantragte, nur die Anschaffungen in Höhe von 1.600 Euro zu fördern. Dem folgten die Räte mehrheitlich. 
Neuer Keramikbrennofen für den Galvanohof
Britta Sommermeyer von der Kreativen Werkstatt Dresden in Pieschen hat beim Stadtbezirksamt Fördermittel für neue Ausstattung beantragt. Der Verein benötigt einen neuen Keramikbrennofen, einen Elektroherd und Klappstühle für Veranstaltungen auf dem Galvanohof. Die bisherigen Geräte sind veraltet oder stark abgenutzt.
2025 besuchten mehr als 6.000 Menschen die Kreative Werkstatt. Der Verein bietet Kurse, Workshops, Ausstellungen, Märkte und Familienveranstaltungen an. Viele Angebote sind kostenfrei. Mit der neuen Ausstattung will die Werkstatt ihre Arbeit langfristig sichern. Auch das überwiegend aus Pieschen stammende ehrenamtliche Team soll dadurch entlastet werden. Beantragt ist eine Förderung in Höhe von 4.778,10 Euro. Mit großer Mehrheit angenommen.
Brunnenerneuerung in Altpieschen
Martin Petzold stellte das Projekt vor (Pieschen-Aktuell vom 19. Oktober 2026). Der Brunnen auf dem Platz in Altpieschen soll erneuert werden und es soll ein zusätzlicher Trinkwasserbrunnen entstehen. Beantragt ist eine Förderung in Höhe von 24.443 Euro. Tino Jasef (Freie Wähler): „Das ist ein wichtiger Platz, so ein Brunnen ist Lebensqualität.“ Franziska Hoder (Die Partei): „Toll. Wie lange wird das dauern?“ Petzold: „Drei bis vier Wochen.“ Benjamin Kemper (CDU): „Man kann offenbar viel einfacher in Eigeninitiative solche Dinge planen. Wem gehört der Brunnen, wie lange haben Sie den Platz gepachtet?“ Der Platz gehört der Stadt Dresden, der Brunnen auch. Die Pumpe ist unter dem Platz, das Wasser kommt aus dem Elbcenter. Der Pachtvertrag läuft bis 2031, danach dann unbefristet weiter. Jens Hänsch (Piraten): „Tolles Projekt, aber schade, dass wir mit unseren Stadtbezirksmitteln ureigenste städtische Aufgaben übernehmen.“ Uwe Sochor (SPD): „Was für eine Firma macht das?“ Das ist ein Landschaftsbauer aus Pieschen. Die Räte stimmten geschlossen dafür. 
SV Motor Mickten beantragt Förderung für Weihnachtsschauturnen
Chris Mellack und Kathrin Bayer von Motor Mickten stellten das Projekt vor. Beim traditionellen Weihnachtsschauturnen des SV Motor Mickten-Dresden präsentieren Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren ihre turnerischen Leistungen. Die Veranstaltung zieht jedes Jahr zahlreiche Familien und Gäste an.
Um ausreichend Zuschauerplätze und einen sicheren Ablauf zu gewährleisten, benötigt der Verein zusätzliche mobile Tribünen. Diese sollen auch Zuschauer- und Bewegungsbereiche besser voneinander trennen. Zudem ist eine Brandwache erforderlich, die im Gefahrenfall schnell eingreifen kann.
Für beide Maßnahmen hat der Verein Fördermittel in Höhe von 2.485 Euro beantragt. Damit soll das Weihnachtsschauturnen auch künftig unter sicheren Bedingungen stattfinden. Einstimmig angenommen.
Zentralwerk will audiovisuelles Archiv sichern
Bernhard Kaiser vom Zentralwerk-Verein stellte das Projekt vor. In rund 15 Jahren ist im Zentralwerk ein umfangreiches Archiv mit Dokumentationen, Veranstaltungsaufzeichnungen und Zeitzeugeninterviews entstanden. Bislang lagern die Aufnahmen überwiegend auf privater Speichertechnik.
Der Zentralwerk e. V. will den Bestand künftig auf einer eigenen Infrastruktur sichern und für die gemeinsame Bearbeitung zugänglich machen. Ausgewählte Beiträge sollen über die neue Website und den bestehenden YouTube-Kanal öffentlich verfügbar sein. Eine Postkarte mit QR-Code verweist auf die Angebote. Zum Auftakt ist die Veranstaltung „Das Zentralwerk im Film“ geplant. Im Saalgebäude werden Archivausschnitte gezeigt und anschließend besprochen. Der Verein beantragt eine Förderung von 3.874 Euro für die Schaffung einer Infrastruktur, die Überführung der Daten und die Veranstaltung.
Heidi Geiler (Grüne): „Wie wird das der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt?“ „Wir planen eine neue Website, da soll das besser zu finden sein“, so Kaiser. Jens Hänsch (Piraten): „Wie gehen Sie mit Veröffentlichungsrechten um?“ „Das müssen wir beachten, wir haben da Fachexpertise dazu.“ Sophia Jansen (Grüne): „Wie soll das technisch stattfinden?“ „Das ist ein NAS, ein kleiner, eigenständiger Computer mit eigenen Festplatten im Büronetzwerk, der von uns administriert wird.“ Uwe Sochor (SPD): „Welchen dauerhaften Nutzen hab ich als Bürger?“ „Jeder kann dann auf die Materialien zugreifen.“ Mit acht Ja-Stimmen und neun Enthaltungen angenommen.
Brunnen am Mengsplatz (Thäterstraße)
Jana Kaden vom Grünflächenamt stellte die überarbeiteten Planungen vor. Die Komplettsanierung des Brunnens an der Thäterstraße würde 390.000 Euro kosten. Die Stadt plant die Sanierung in drei Bauabschnitten. Zunächst soll der Sandsteinbrunnen instand gesetzt werden. Dafür müssen die Sandsteine abgebaut, aufgearbeitet und anschließend wieder zusammengesetzt werden. Der Brunnen erhält eine neue Bodenplatte. Außerdem soll ein zwei Meter tiefer Pumpenschacht entstehen. Bei den Tiefbauarbeiten will die Stadt den vorhandenen Baumbestand schonen. Für diesen ersten Bauabschnitt sind 96.600 Euro vorgesehen. Davon entfallen 77.100 Euro auf die Bauarbeiten und 19.500 Euro auf die Planung. 
Brunnentechnik kostet 196.000 Euro
Im zweiten Bauabschnitt soll der Brunnen die nötige Technik erhalten. Dazu gehören die Anschlüsse für Trinkwasser, Strom und Abwasser sowie die Steuerung der Anlage. Die Leitungen sollen mithilfe einer sogenannten Erdrakete unterirdisch verlegt werden. Dafür veranschlagt die Stadt weitere 196.000 Euro.
Im dritten Abschnitt geht es um die Grünanlage selbst. Die Stadt will die Wege sanieren und beschädigte Einfassungen aus Granit und Beton erneuern. Da das vorhandene Wegematerial stark mit Schadstoffen belastet ist, soll es nicht abgetragen werden. Stattdessen ist eine neue Deckschicht vorgesehen.
Außerdem sollen zwei Sommerlinden an ihren historischen Standorten gepflanzt werden. Für die Bäume ist eine dreijährige Pflege eingeplant. Bänke und Abfallbehälter sollen aufgearbeitet oder ergänzt werden. Dabei sind die Vorgaben des Denkmalschutzes zu beachten.
Für den dritten Bauabschnitt sind 97.000 Euro vorgesehen. Insgesamt summieren sich die geschätzten Kosten der drei Bauabschnitte auf 389.600 Euro. Angaben zum Baubeginn und zur Dauer der Arbeiten liegen bislang nicht vor. Die Wartung und Unterhaltung des Brunnens würden rund 2.000 Euro jährlich kosten.
Uwe Sochor (SPD): „Die Idee mit den Teilabschnitten ist dann offenbar teurer als erwartet. Das können wir im nächsten Jahr sicherlich nicht tragen, das müssten wir jetzt bedenken.“ Kaden: „Ich könnte noch Planung und Bau trennen, aber dann hört es irgendwann auf.“ Holger Kunig (Grüne): „In der Verhältnismäßigkeit zu anderen Projekten ist das sehr hoch. Ich wäre eher dafür, dass unser Gremium eher kleinere Projekte fördert. Vielleicht könnte es auch eine abgespeckte Version geben?“ Kaden: „Grundsätzlich hab ich Ihnen die Summe beim letzten Mal schon vorgestellt.“ Jens Hänsch: „Die Diskussion ist absurd, wir kürzen bei der Ehrenamtsförderung und geben hier so viel für einen Brunnen aus. Das können wir nicht machen.“ Sophia Jansen (Grüne): „Förderanträge aus Vereinen und Initiativen sind zu priorisieren. Das ist unverhältnismäßig.“ Tino Jasef: „Sie wissen, wie ich für den Platz kämpfe, aber wenn ich die Kosten für den zweiten Bauabschnitt sehe, dann muss ich sagen, das können wir nicht stemmen. Wir sollten ganz andere Sachen fördern.“ Auf Antrag von Jonas Schädlich (Linke) vertagt.
Zehn neue Bäume für den St.-Markus-Friedhof geplant
Auf dem St.-Markus-Friedhof sollen zehn neue Bäume gepflanzt werden. Die Pflanzungen sollen die Freiflächen des Friedhofs verschönern und die Luftqualität verbessern. Ein entsprechender Fördermittelantrag beim Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft wurde jedoch abgelehnt. Da die Maßnahme weiterhin umgesetzt werden soll, bitten die Antragsteller nun um anderweitige Unterstützung. Die Gemeinde bittet den Stadtbezirk um Förderung in Höhe von 4.533,90 Euro. Hänsch (Piraten): „Warum hat das Amt für Stadtgrün abgelehnt?“ „Wir bekommen nur 10.000 Euro pro Jahr für die Pflege der Grünfläche.“ Einstimmig angenommen.
Nachbarschaftsladen Pieschen plant neue Digitalangebote
Adina Schütze von der Kollektiv Ost UG stellte das Projekt vor. Der Nachbarschaftsladen Pieschen will seine Angebote zur digitalen Teilhabe ausbauen. Als Digital-Kompass-Standort sollen regelmäßige Sprechstunden, Kurse und Lernwerkstätten entstehen.
Ältere Menschen können dort den Umgang mit Smartphones, Online-Diensten und künstlicher Intelligenz erlernen. Für Jugendliche sind Angebote zu Datenschutz, Medienkompetenz und sozialen Netzwerken vorgesehen.
Neben dem Nachbarschaftsladen sollen auch das Jugendhaus des Roten Baumes und das Haus der Begegnung auf der Großenhainer Straße 93 als Veranstaltungsorte dienen. Geplant sind zudem generationenübergreifende Lernangebote, die junge und ältere Menschen zusammenbringen. Beantragt ist eine Förderung in Höhe von 6.597 Euro. Sophia Jansen (Grüne): „Über welchen Zeitraum läuft das Projekt?“ „Ist jetzt erst mal bis Ende des Jahres angedacht.“ Jens Hänsch (Piraten): „Was wollen Sie konkret anschaffen?“ „Wir brauchen sechs Laptops, Mäuse, Kopfhörer.“ Tassilo Langner: „Ich bezweifle die Sinnhaftigkeit der Maßnahme. Wenn ich Probleme habe, dann frage ich meine Enkel.“ Benjamin Kemper: „Wie viele Teilnehmer hatten Sie denn bisher?“ „Bis zu 20 Menschen beim Workshop ‚Fotografieren mit dem Smartphone‘.“ Antrag mit knapper Mehrheit abgelehnt.
Neuer Schattenplatz für Schulhof geplant
Auf dem Schulhof des Gymnasiums Pieschen soll ein rund 30 Quadratmeter großer, beschatteter Aufenthaltsbereich entstehen. Geplant sind ein fest verankerter Sonnenschirm mit mindestens zwölf Quadratmetern Fläche sowie vier Sitzgarnituren aus Beton.
Die neuen Sitzmöglichkeiten sollen zum Verweilen, gemeinsamen Arbeiten und Spielen dienen. Die robusten Möbel werden dauerhaft installiert und benötigen wenig Pflege. Hintergrund ist die starke Versiegelung des Schulhofes. Im Sommer heizt sich die Fläche erheblich auf und ist dadurch nur eingeschränkt nutzbar. Der neue Schattenplatz soll Abhilfe schaffen und kann später erweitert werden. Der Förderverein hat selbst schon 10.000 Euro gesammelt und beantragt nun eine Förderung in Höhe von 23.466,66 Euro. Mit einer Enthaltung und 16 Ja-Stimmen angenommen.
Stadtbezirksbeirat Pieschen
- 28. Sitzung des Stadtbezirksbeirates Pieschen
- Sitzung am 3. November 2026: Tagesordnung, alle Dokumente, Abstimmungsergebnisse (nach der Sitzung)
- Stadtbezirksbeirat Pieschen – Mandatsträger, Vertreter, Sitzungen
- Alle Beiträge zum Stadtbezirksbeirat Pieschen
- Nächste Sitzung: am 1. Dezember 2026, 18 Uhr im Rathaus Pieschen.
Berichte aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen – eine Leistung der Redaktion von Pieschen Aktuell im Auftrag des Stadtbezirksamtes Pieschen der Landeshauptstadt Dresden.





