Der Verein Hufewiesen Trachau hat sich zu den überarbeiteten Bebauungsplänen für die Hufewiesen geäußert. Sein Fazit: Die neuen Vorschläge seien deutlich besser als frühere Fassungen – trotzdem sieht der Verein an mehreren Stellen weiteren Änderungsbedarf. Bis zum Freitag können auch Anwohner noch Stellung nehmen. 
Nachdem die Stadtverwaltung ihre überarbeiteten Pläne für die Hufewiesen in Alttrachau Anfang Juli im Bürgersaal des Pieschener Rathauses vorgestellt hatte, hat sich nun der Verein Hufewiesen Trachau in einer Stellungnahme zu Wort gemeldet. Im Westen des Areals sind rund 150 Wohnungen, Gewerbeflächen, ein großes Parkhaus sowie ein Forschungszentrum mit rund 7.000 Quadratmetern geplant. Der östliche Teil – etwa neun Hektar – soll als öffentliches Grün erhalten bleiben und an die Stadt übergehen.
Verein sieht Fortschritte gegenüber früheren Entwürfen
„Die neuen Vorschläge sind deutlich besser als frühere Planungen“, stellt Vereinsvorsitzende Kati Denk fest. Eine Reihe von Anregungen aus den Verfahren von 2019 und 2023 sei aufgegriffen worden – Verfahren, in denen der Verein die damaligen Entwürfe teils deutlich kritisiert hatte. Die Gebäude blieben nun niedriger, das Quartier öffne sich an mehreren Stellen zu den Hufewiesen. Zudem sollen alle Gebäude über eine zentrale Straße erschlossen werden, die als verkehrsberuhigte Spielstraße angelegt und für den Durchgangsverkehr gesperrt werden soll.
Trotz Lob bleibt Kritik an zentralen Punkten
Trotz der positiven Bewertung sieht der Verein mehrere offene Baustellen. Kritisch beurteilt er die Anordnung der Wohnungen in zwei langen Riegeln. Diese könnten den Luftaustausch zwischen der kühleren Luft über den Hufewiesen und der aufgeheizten Luft entlang der versiegelten Leipziger Straße behindern. Deshalb fordert der Verein Unterbrechungen der Baukörper sowie zusätzliches Grün. Mit Verweis auf den Themenstadtplan argumentiert er, die Hufewiesen könnten im Sommer für bis zu sechs Grad niedrigere Temperaturen sorgen als vollständig versiegelte Flächen wie der Elbepark. 
Ein weiterer Kritikpunkt betrifft das geplante Parkhaus. Nach Ansicht des Vereins ist es überdimensioniert, weil eine nachvollziehbare Begründung für den Stellplatzbedarf fehle. Auch die zusätzlich vorgesehene Tiefgarage sei angesichts einer gegenüber früheren Planungen unveränderten Baumasse kaum nachvollziehbar. Die in der Bürgerversammlung angesprochene Mitnutzung durch Einzelhandel hält der Verein wegen des Leerstands im umliegenden Stadtgebiet für wenig plausibel.
Auch das geplante Forschungszentrum sieht der Verein kritisch. Der Aufstellungsbeschluss des Stadtrats sehe ein solches Baufeld nicht vor, zudem liege es in einem ökologisch besonders wertvollen Teil der Hufewiesen. Nach Angaben in der Bürgerversammlung gebe es bislang weder konkrete Nutzungspläne noch Interessenten.
Verein will enger eingebunden werden
Der Verein fordert, bei den weiteren Planungsschritten stärker eingebunden zu werden. „Wir haben im bisherigen Verfahren gezeigt, dass wir mit Sachverstand und Augenmaß zu den Planungen beitragen können“, so Denk. Man wolle „keine Betonwüste und mehr Leerstand, sondern Wohnungen und Arbeitsräume, die wirklich gebraucht werden“ und sei gespannt auf die Ergebnisse der anstehenden Fachgutachten, etwa den Umweltbericht. 
Frist läuft bis Freitag, Info-Treffen am Mittwoch
Wer sich noch äußern möchte, muss sich beeilen: Die Frist für Stellungnahmen endet am Freitag, 31. Juli. Der Verein ruft Anwohner und Interessierte dazu auf, sich ein eigenes Bild von den Plänen zu machen.
- Stellungnahmen per E-Mail an stadtplanung-mobilitaet@dresden.de – mit Name und Adresse, Eingang bis Freitag, 31. Juli
- Pläne einsehbar im Stadtforum Dresden und im Rathaus Pieschen sowie online unter buergerbeteiligung.sachsen.de
- Info-Treffen des Vereins: Mittwoch, 29. Juli, 19 Uhr, Hensels Garten, Alttrachau 28
- Vorstellung der Pläne auch auf hufewiesen.de
Der Verein Hufewiesen Trachau setzt sich seit 2012 für den Erhalt der Flächen als grüne Oase für Mickten, Pieschen und Trachau ein. Über die Geschichte des Verfahrens hatte Pieschen-Aktuell mehrfach berichtet, zuletzt über die Vorstellung der überarbeiteten Pläne, die Expertenkritik von 2023 und den Kompromiss von 2018.




