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Bebauungspläne für die Hufewiesen vorgestellt

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Am Dienstag wurden im Bürgersaal im Pieschener Rathaus die geänderten Bebauungspläne für die Hufewiesen in Dresden-Trachau erörtert. Mit dabei waren unter anderem Annette Theiß, Sachgebietsleiterin im Stadtplanungsamt, Thomas Bergander als Vertreter des Investors Adler Real Estate AG und der Architekt Klaus Bielenberg. Bis Ende Juli kann man noch Einwendungen gegen die Pläne vorbringen.

Die Trachauer „Hufewiesen“ in einer Luftaufnahme von P. Haschenz (2014)
Die Trachauer „Hufewiesen“ in einer Luftaufnahme von P. Haschenz (2014)

Rund 50 interessierte Bürger waren gekommen. Bielenberg führte durch die Erörterung und zeigte ausgewählte Pläne. Die Hufewiesen sind aktuell von Wiesen und Bäumen geprägt, das rund zwölf Hektar große Gelände ist wellig und weitestgehend unbebaut. Seit 2008 gehören die Hufewiesen zum größten Teil der Adler Real Estate, einer Immobiliengesellschaft, die in dem Bereich gern Wohnungen und Gewerbe bauen möchte. Vor acht Jahren gab es einen Kompromiss (Pieschen-Aktuell vom 8. März 2018). Demnach soll der größte Teil der Hufewiesen ein parkähnliches Gelände bleiben. Nur in einem kleineren Teil, im Westen hin zur Leipziger Straße, sollen neue Gebäude entstehen. Die Bebauungspläne, 2023 vorgestellt, stießen seinerzeit auf Kritik (Pieschen-Aktuell vom 28. November 2023).

So kennt man die Hufewiesen, wellige Wiese mit Bäumen. Foto: J. Frintert
So kennt man die Hufewiesen, wellige Wiese mit Bäumen. Foto: J. Frintert

Auf die Frage nach dem Fluglärm hatte Bielenberg eine Beruhigung parat: Der spiele offenbar eine untergeordnete Rolle, die Hauptlärmbelastung komme von der Bahntrasse – dagegen solle das geplante Parkhaus (in der Skizze SO1) als Puffer wirken. Auf die Ergebnisse des Schallschutzgutachtens warte man noch. Immerhin eine gute Nachricht gab es schon: Erste Untersuchungen hätten keine Altlasten auf dem Gelände ergeben.

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Am nördlichen Ende soll ein Parkhaus entstehen. Grafik: dresden.de
Am nördlichen Ende soll ein Parkhaus entstehen. Grafik: dresden.de
Südlich an das Parkhaus soll ein Karree für Forschung und Entwicklung entstehen, davor ein Block aus einzelnen Häusern. Grafik: dresden.de
Südlich an das Parkhaus soll ein Karree für Forschung und Entwicklung entstehen, davor ein Block aus einzelnen Häusern. Grafik: dresden.de
Im südlichen Bereich sind hinter dem Block kleinere Häuser geplant. Grafik: dresden.de
Im südlichen Bereich sind hinter dem Block kleinere Häuser geplant. Grafik: dresden.de

Den ganzen Plan gibt es als PDF auf der Seite zur Bürgerbeteiligung oder hier als ziemlich große Grafik.

Rund 74 Prozent der Fläche sollen park- bzw. waldähnlich bleiben, der gesamte östliche Bereich bis zur Gaußstraße. Gebaut wird im Westen, im Anschluss an Jubiläumsstraße und Veteranenstraße: zunächst zwei Querblöcke aus viergeschossigen Einzelhäusern, durch Brandmauern getrennt – man könne sich das wie Gründerzeit-Häuserblöcke vorstellen, so Bielenberg. Danach folgen im Norden das Parkhaus und ein größeres Karree, im Süden fünf kleinere Blöcke. Vor dem Parkhaus ist ein Quartiersplatz mit Läden und Café vorgesehen, im Karree soll sich Gewerbe ansiedeln, gedacht ist an Forschung und Entwicklung. Dass die Grünfläche perspektivisch ins Eigentum der Stadt Dresden übergehen soll, bekräftigte Investorenvertreter Bergander – eine Zusage, die es in ähnlicher Form schon 2018 gab. Anschließend äußerten die Anwohner noch Nachfragen.

Wie hoch sollen die Häuser werden?

Maximal vier Geschosse, auf den Querblöcken sind auf dem Dach zusätzlich transparente Gewächshäuser geplant.

Wie teilt sich die Fläche auf?

Insgesamt sind es 12,2 Hektar, davon werden 20 Prozent überbaut und sieben Prozent werden Verkehrsfläche. Insgesamt sollen 39.000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche entstehen, davon rund 17.000 Quadratmeter fürs Wohnen.

Gibt es Miet- oder Eigentumswohnungen?

Hauptsächlich sollen Mietwohnungen entstehen, ein Teil davon werden Sozialwohnungen, geplant sind aktuell 150 bis 170 Wohnungen. Das sind mehr als noch 2023.

Wer kann das Parkhaus nutzen?

Das wird hauptsächlich für die neuen Anwohner sein.

Wird auf Frischluftschneisen geachtet?

Ja, entlang der Stichstraßen bleiben die Frischluftschneisen von den Hufewiesen bis zur Leipziger Straße erhalten.

Aktueller Blick von der Jubiläumsstraße auf das Gelände. Foto: J. Frintert
Aktueller Blick von der Jubiläumsstraße auf das Gelände. Foto: J. Frintert
Aktueller Blick von der Veteranenstraße auf das Gelände. Foto: J. Frintert
Aktueller Blick von der Veteranenstraße auf das Gelände. Foto: J. Frintert

Wird es einen Radweg durch das Gelände geben?

Das sei möglich, ist aber noch nicht geplant.

Berichte und Hintergründe

6 Kommentare

  1. Es zerreißt mir das Herz. Einfach ein paar Wiesen mit Bäumen leben lassen, einfach ein Lebensraum für Insekten, ein bisschen Luft zwischen all dem Menschgemachten – offenbar ein Ding der Unmöglichkeit.

  2. Also hier hat man den Kulka-Entwurf offenbar an die Umgebungstypologien angepaßt. Leider ist es dadurch kein eigenständiges starkes Quartier mehr, sondern es wirkt schlimm zusammengeschustert. Da wird kein Schuh draus, das wird nicht schön bzw. gut. Einwendungen zu schreiben, ist zwecklos, weil sie alles „abwägen“, das bedeutet „hinauswägen“. Das geht auch begründungslos oder mit seltsamen Ausreden. Diese formellen B-Plan-Beteiligungen sind nur Schein-Bürgerbeteiligung, könnte man eigentlich abschaffen.
    Wurde was zur „Lärmziggarre Flughafen“ gesagt, ob diese schon „etwas nach Westen verschoben wurde“, wie es mal vor Jahren die Rede war? Sonst ist hier Wohnungsbau nicht möglich, das beträfe aber nur die Nordwestecke gegenüber dem Parkhaus. Das Parkhaus soll offenbar nur für den Lärmschutz dienen und ist dadurch eher Klotz am Bein des Projektes. Das Ding wird evtl. nur 3-4 Etagen hoch, unten Handel/DL, oben zwei Ebenen Parken. Leider ist das Wohnquartier dann nicht konsequent autofrei, alle Wege sind befahrbar, man sieht ja wie das dann in Dresden real aussieht. Die paar Bäumchen sind lose versträut und bilden keine schönen Strukturen. Die langen Wohnriegel (4 Etagen) sind als Bauform häßlich, die kleinen zwei- bis dreigeschossigen Kleinhäuser Richtung Hufewiesen sind zu eng und quer, da guckt niemand ins Grüne sondern dem anderen ins Zimmer. 2-3-geschossig ist viel zu niedrig, das wird nur eine öde Siedlung und kein attraktives Stadtquartier. Für ein gutes Stadtquartier wäre die Forschungsfläche vonnöten, aber dort ist völlig deplatziert F&E angedacht. Was soll solch Schmarrn, haben die was an der Angel, oder ist dort noch die Lärmzigarre aktiv (also Baubeschränkungszone)??
    Das Büro Bielenberg kann viel mehr, aber sie sind hier vermutlich nur Lakai von Adler.
    Fazit: dieses z’ammgeschusterte Zeugs ist sehr unausgegoren, seltsam nach so vielen Jahren und „Optimierungen“, offenbar kann man dort nicht anderes Bauen gemäß Randbedingungen. Das ist kein stolzer Adler, das ist nur ein gerupftes Huhn. Dann sollte man es besser ganz bleiben lassen. Die Hoffnung liegt also auf Nicht-Realisierung (z.B. wegen extremer Baukosten derzeit). Sowieso wäre ein genereller Bauverzicht hier klar das Wünschenswerte, denn wie das Luftbild oben schön zeigt, sind die Hufewiesen als Grünraum ein geschlossenes Gebilde, wertig gerade durch ruderale Wildnis-Anteile, man könnte leicht noch mehr Bäume einbringen an Lichtungen, den Wald mehren und qualifizieren, ohne die öffentliche Nutzung einschränken zu müssen. Die Fläche sollte in toto an die Stadt veräußert werden, nur das ist hier Mittel der Wahl. Das sollte mit Crowdfunding aus der Bürgerschaft bezahlt werden, denn wenn die Stadt(bürger) es wollen, dann sollte jeder mal paar Scheinchen dafür abdrücken. Der Zweck hier wäre superideal. Wenns klappt, kann man sehr stolz sein, denn wo bitte siegte landesweit mal eine Bürgerschaft gegen einen Eigentümer. Nur das Eigentum hat hierzulande Rechte, alles schön geschützt im GG, die Natur hat keine, sie gilt daher als verzichtbar, alles wird schöngerechnet. Amen.

    1. Zum Flughafen fielen die oben genannten Worte, dass es aus Lärmschutzsicht nicht relevant sei.

    2. Die Worte hört ich wohl, doch mags ne flapsige Antwort des Architekten gewesen sein, um nicht näher aufs Problemfeld einzugehen. Doch tatsächlich ist die Lärmzigarre schon mind. seit 2010 nicht mehr die Hufewiesen tangierend. Das war eigentlich jahrelang anders kommuniziert.
      https://www.umwelt.sachsen.de/larmschutz-durch-siedlungssteuerung-20231.html
      Glücklicherweise kommt der baurechtliche Lärm jetzt nicht mehr von oben, sondern eben von unten, äh.. hinten. Warum baut die Bahn dort keine Lärmschutzwand? Na weils noch keine Betroffenen gibt. Tiere und Natur sind ja wie erwähnt nicht schutzbedürftig und egal.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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