Am Dienstag wurden im Bürgersaal im Pieschener Rathaus die geänderten Bebauungspläne für die Hufewiesen in Dresden-Trachau erörtert. Mit dabei waren unter anderem Annette Theiß, Sachgebietsleiterin im Stadtplanungsamt, Thomas Bergander als Vertreter des Investors Adler Real Estate AG und der Architekt Klaus Bielenberg. Bis Ende Juli kann man noch Einwendungen gegen die Pläne vorbringen. 
Rund 50 interessierte Bürger waren gekommen. Bielenberg führte durch die Erörterung und zeigte ausgewählte Pläne. Die Hufewiesen sind aktuell von Wiesen und Bäumen geprägt, das rund zwölf Hektar große Gelände ist wellig und weitestgehend unbebaut. Seit 2008 gehören die Hufewiesen zum größten Teil der Adler Real Estate, einer Immobiliengesellschaft, die in dem Bereich gern Wohnungen und Gewerbe bauen möchte. Vor acht Jahren gab es einen Kompromiss (Pieschen-Aktuell vom 8. März 2018). Demnach soll der größte Teil der Hufewiesen ein parkähnliches Gelände bleiben. Nur in einem kleineren Teil, im Westen hin zur Leipziger Straße, sollen neue Gebäude entstehen. Die Bebauungspläne, 2023 vorgestellt, stießen seinerzeit auf Kritik (Pieschen-Aktuell vom 28. November 2023). 
Auf die Frage nach dem Fluglärm hatte Bielenberg eine Beruhigung parat: Der spiele offenbar eine untergeordnete Rolle, die Hauptlärmbelastung komme von der Bahntrasse – dagegen solle das geplante Parkhaus (in der Skizze SO1) als Puffer wirken. Auf die Ergebnisse des Schallschutzgutachtens warte man noch. Immerhin eine gute Nachricht gab es schon: Erste Untersuchungen hätten keine Altlasten auf dem Gelände ergeben.



Den ganzen Plan gibt es als PDF auf der Seite zur Bürgerbeteiligung oder hier als ziemlich große Grafik.
Rund 74 Prozent der Fläche sollen park- bzw. waldähnlich bleiben, der gesamte östliche Bereich bis zur Gaußstraße. Gebaut wird im Westen, im Anschluss an Jubiläumsstraße und Veteranenstraße: zunächst zwei Querblöcke aus viergeschossigen Einzelhäusern, durch Brandmauern getrennt – man könne sich das wie Gründerzeit-Häuserblöcke vorstellen, so Bielenberg. Danach folgen im Norden das Parkhaus und ein größeres Karree, im Süden fünf kleinere Blöcke. Vor dem Parkhaus ist ein Quartiersplatz mit Läden und Café vorgesehen, im Karree soll sich Gewerbe ansiedeln, gedacht ist an Forschung und Entwicklung. Dass die Grünfläche perspektivisch ins Eigentum der Stadt Dresden übergehen soll, bekräftigte Investorenvertreter Bergander – eine Zusage, die es in ähnlicher Form schon 2018 gab. Anschließend äußerten die Anwohner noch Nachfragen.
Wie hoch sollen die Häuser werden?
Maximal vier Geschosse, auf den Querblöcken sind auf dem Dach zusätzlich transparente Gewächshäuser geplant.
Wie teilt sich die Fläche auf?
Insgesamt sind es 12,2 Hektar, davon werden 20 Prozent überbaut und sieben Prozent werden Verkehrsfläche. Insgesamt sollen 39.000 Quadratmeter Wohn- und Gewerbefläche entstehen, davon rund 17.000 Quadratmeter fürs Wohnen.
Gibt es Miet- oder Eigentumswohnungen?
Hauptsächlich sollen Mietwohnungen entstehen, ein Teil davon werden Sozialwohnungen, geplant sind aktuell 150 bis 170 Wohnungen. Das sind mehr als noch 2023.
Wer kann das Parkhaus nutzen?
Das wird hauptsächlich für die neuen Anwohner sein.
Wird auf Frischluftschneisen geachtet?
Ja, entlang der Stichstraßen bleiben die Frischluftschneisen von den Hufewiesen bis zur Leipziger Straße erhalten. 

Wird es einen Radweg durch das Gelände geben?
Das sei möglich, ist aber noch nicht geplant.
Berichte und Hintergründe
- Hufewiesen Trachau auf Pieschen Aktuell
- Hufewiesenverein hufewiesen.de/retten
- dresden.de/hufewiesen
- Unterlagen online: buergerbeteiligung.sachsen.de/portal/dresden/beteiligung/themen/1065512
- Ausgedruckt liegen sie im Stadtforum Dresden (Waisenhausstraße 14, 1. Obergeschoss, Ausstellungsraum des Stadtmodells, montags bis freitags 9 bis 18 Uhr) sowie als Kopie im Rathaus Pieschen, Bürgerstraße 63 (montags 9 bis 12 Uhr, dienstags und donnerstags 9 bis 12 Uhr und 13 bis 17 Uhr) aus.





