Am Dienstag, 16. Juni, kamen im Pieschener Rathaus die Stadtbezirksbeiräte zur Sitzung zusammen. Neben mehreren Informationen standen verschiedene Förderanträge auf der Tagesordnung. 
Zum Auftakt stellte Jan Jähnig vom Straßen- und Tiefbauamt die Pläne für den grundhaften Straßenausbau der Neuländer Straße vor. Die Neuländer Straße in Dresden-Pieschen soll sicherer und ruhiger werden. Die Stadt baut im Zuge der laufenden Kanalbauarbeiten Gehwegvorstreckungen und Fahrbahneinengungen. Damit reagiert sie auf Forderungen der Anwohner nach Verkehrsberuhigung. Geplant sind vier Umbauten, darunter barrierefreie Querungshilfen nahe der Rahnstraße und am Spielplatz. Auch bestehende Querungsstellen am Baumwiesenweg werden barrierefrei ausgebaut. Zusätzlich ist wechselseitiges Parken vorgesehen, um den Verkehr weiter zu verlangsamen. Die Bauarbeiten sollen bis Ende 2026 abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei rund 270.000 Euro. (Ausführlicher Bericht in Pieschen-Aktuell vom 16. Juni)
Kreativer Weihnachtsmarkt
Der Galvanohof lädt an zwei Tagen zu kostenfreien Mitmachangeboten, weihnachtlicher Musik und Puppentheater ein. Britta Sommermeyer von der Kreativen Werkstatt stellte das Projekt vor. Besucher können unter anderem drucken, Kränze binden, filzen sowie Holz- und Keramikarbeiten gestalten. Kunsthandwerkerinnen betreuen die Workshops. Parallel eröffnet die Ausstellung „Von Kunst bis Kaffeetasse“ mit Werken von rund 50 Künstlerinnen und Kunsthandwerkerinnen. Zum Kurzfilmtag am 21. Dezember endet das Jahr bei Punsch und Kino. Rund 500 Menschen besuchten im Vorjahr den Markt. Im Fokus stehen kreative Bildung, Nachhaltigkeit und gemeinschaftliches Miteinander im Stadtteil Pieschen. Beantragt ist eine Förderung in Höhe von 5.504,55 Euro. Die Stadtbezirksbeiräte stimmten mit nur zwei Enthaltungen fast geschlossen für die Förderung.
100 Jahre Trachauer Siedlung

Die Kriegerheimstätten-Siedlung Trachau feiert 2026 ihr 100-jähriges Bestehen. Die Siedlung entstand zwischen 1921 und 1926 und wurde im August 1926 eingeweiht. Damals halfen die Bewohner beim Roden, Schachten und Bauen selbst mit. So entstand eine starke Solidargemeinschaft. Das Jubiläumsfest am 16. August 2026 von 14 bis 18 Uhr soll diesen Gemeinschaftsgedanken wieder in den Mittelpunkt rücken. Geplant sind eine Festrede sowie Auftritte eines Kinderchors, einer Tanzgruppe und von Musikschülern der Musikschule Radebeul. Außerdem soll eine Broschüre zur Geschichte der Siedlung erscheinen und eine Geschichtstafel enthüllt werden. Die Räte stimmten geschlossen für die Förderung in Höhe von 890 Euro. Weitere Infos zu der Siedlung in Brendler’s Geschichten.
Neue Heizung für die Geh8
Paul Elsner von der Geh8 stellte das Projekt vor. Die GEH8 hat sich in fast 20 Jahren von einer Ateliergemeinschaft zu einem bekannten Kunst- und Kulturort in Pieschen entwickelt. Mit Ateliercafé und Sommergarten ist sie heute ein beliebter Treffpunkt für die Nachbarschaft. Der frühere Gebäudekomplex der Deutschen Bahn wird seit Jahren schrittweise an die Nutzung als Kulturzentrum angepasst. Nun plant die GEH8 den Einbau einer Heizung für die Veranstaltungshalle. Eine energiesparende Heizlösung soll den ganzjährigen Betrieb ermöglichen. Bisher ist die Halle nur von April bis Oktober nutzbar. Die Maßnahme soll die Auslastung erhöhen und das kulturelle Leben in Pieschen auch im Winter stärken. Beantragt ist eine Förderung in Höhe von 17.000 Euro.
Uwe Sochor (SPD): „Welche Laufzeit ist geplant? Wie hoch sind die laufenden Kosten?“ Elsner: „Wir rechnen mit zehn Jahren. Die Kosten können wir aktuell noch nicht abschätzen.“ Tassilo Langner (CDU): „Wieso zahlt das nicht die Stadt, das ist ja ein städtisches Gebäude?“ Elsner: „Wir haben einen recht günstigen Mietvertrag, aber auch damit die Verpflichtung, uns um alles selbst zu kümmern.“ Heidi Geiler (Grüne): „Unsere Abwägung war, dem Verein größere Möglichkeiten zu geben, sich unabhängig von anderen Förderungen zu machen.“
Björn Lehninger (Team Zastrow): „Natürlich eine sehr hohe Fördersumme, können wir uns auf 13.000 Euro einigen?“ Elsner: „Das würde mehr als 11.000 Euro Eigenmittel bedeuten, das wäre für uns schon sehr hart.“ Sophia Jansen (Grüne) gab zu bedenken, dass es für die zu beheizende Fläche schon ein angemessener Preis sei. Sochor (SPD) brachte 15.000 Euro ins Spiel. Overmeyer (SPD) betonte, dass der Preis in Ordnung sei, außerdem sei es gut, wenn der Stadtbezirk in Sachen investiert, die viele nutzen können. Jonas Schädlich (Linke): „Das ist eine bleibende Investition.“ Der Reduzierungsantrag wurde abgelehnt, die Gesamtförderung schließlich mit zehn zu vier Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.
Ausbau des Service-Angebots der Bibliothek
Silke Zimmermann von der Stadtteilbibliothek stellte das Projekt vor. Gebeten wird um 4.400 Euro. Davon entfallen 2.400 Euro auf die Anschaffung von sechs Tablets. Weitere 1.000 Euro sind für eine literarische Abendveranstaltung für Erwachsene sowie ein Puppentheater zum Weihnachtsmarkt vorgesehen. Für den Austausch von drei Medienboxen werden 500 Euro bereitgestellt. Weitere 500 Euro sollen in zusätzliche Makerboxen fließen. Die Stadtbezirksbeiräte sollen über die sachgerechte Verwendung der Mittel informiert werden.
Pia Barkow (Linke): „Wir finden das toll.“ Uwe Sochor (SPD) fragte, ob es aufwändiger sei, die neuen Medien auszuleihen. Zimmermann: „Wir sind bemüht, Bücher als unser Hauptwerk zu sehen, es gibt auch viele Selbstbucher, aber ja, die Mitarbeiter müssen immer dran bleiben.“ Björn Lehninger (Team Zastrow) fragte, warum iPads eingesetzt würden. Zimmermann: „Wir haben Lizenzen für iPads. Wir versuchen, auch die alten Geräte noch weiter zu nutzen.“ Die Vorlage wurde einstimmig angenommen.
Ein Vierteljahrhundert Motor Mickten
Der SV Motor Mickten plant zum 25-jährigen Jubiläum seines Sportcenters am 5. September 2026 eine Veranstaltung zur Würdigung des Ehrenamts. Geschäftsführer Chris Mellack berichtete im Rat. Mit über 2.300 Mitgliedern zählt der Verein zu den größten Breitensportvereinen Dresdens. Mehr als 200 Ehrenamtliche sichern den Vereinsbetrieb. Im Mittelpunkt der Feier stehen ihre Leistungen für Sport und Gemeinschaft. Geplant sind ein Bühnenprogramm mit Beiträgen aus verschiedenen Abteilungen, darunter Tanz, Kampfsport und inklusiver Rollstuhltanz, sowie Ehrungen langjährig Engagierter. Die Veranstaltung soll die Bedeutung des Ehrenamts im Verein und darüber hinaus sichtbar machen. Der Verein bittet um eine Förderung in Höhe von 3.000 Euro. Die Räte stimmten geschlossen für die Förderung.
Vorstellung des Buga-Fördervereins
Frank Hoffmann, der erste Vorsitzende, stellte den Verein vor. „Wir glauben, dass die Bundesgartenschau ein Anliegen für die ganze Stadt sein sollte, auch wenn es keine konkreten Projekte im Stadtbezirk gibt.“ Dem Verein geht es darum, Lust auf Stadtgrün und die Buga zu machen, außerdem sollen Akteure mit der Bürgerschaft, der Politik und der Verwaltung vernetzt werden.
Weitere Infos: buga-dresden-2033.de
Altkeidercontainer-Konzept
Claudia Rätze vom Amt für Stadtgrün und Abfallwirtschaft stellte das Konzept vor. Aktuell soll das Konzept ein Übergang sein bis zur Übernahme der Verantwortung durch die Hersteller, das ist in einer EU-Richtlinie geregelt, die 2028 in Kraft tritt. Bis dahin soll ein Übergang organisiert werden. Bis 2024 konnte man Alttextilien noch gut verkaufen, dieser Markt ist zwischenzeitlich eingebrochen. Das liegt vor allem am Überangebot an Billig-Klamotten, sogenannter Fast-Fashion. Infos dazu beim Fachverband Textilrecycling.
Die Stadt Dresden möchte dennoch die bestehende Sammelstruktur erhalten. Für Pieschen sind 36 Altkleider-Container vorgesehen, eine Übersicht gibt es auf dresden.de.
Uwe Sochor (SPD): „Wenn es keine Container mehr gibt, werden es die Leute wohl in den Hausmüll werfen.“ Es gebe noch einige Betreiber, die Interesse haben, die können ihre Container dann auf den Wertstoffhof stellen, erläuterte Rätze. Jens Hänsch (Piraten): „Was bedeutet Losverfahren?“ „Wir gucken nach Verlässlichkeit und verlosen dann die Standorte“, sagte Rätze. In Pieschen gebe es aktuell einen unzuverlässigen Anbieter. Allerdings sei der Nachweis schwierig. Derzeit sei ein Gespräch geplant, bei dem man dem Anbieter Vorgaben machen wolle.
Sophia Jansen (Grüne): „Hilft das, wenn man den Mängelmelder nutzt?“ „Das reicht leider nicht aus, wir müssen das selbst dokumentieren“, so Rätze. Außerdem fragte Jansen, was mit der Kleidung passiere. Die meisten Betreiber würden Sortier-Anlage angeben, diese könnten sich jedoch auch in Polen befinden, es ist davon auszugehen, dass der größte Teil nicht weiterverwertbar ist und daher thermisch aufbereitet werde – sprich er landet in der Müllverbrennung.
Außerdem räumte Rätze mit einem Vorurteil auf, wonach gar keine Alttextilien in den Hausmüll gegeben werden dürften. „Kaputte, zerschlissene oder stark verschmutzte Altkleider gehören weiterhin in den Restmüll“, so die Mitarbeiterin vom Abfallamt. Diese Stoffe könnten nicht mehr recycelt oder weitergegeben werden. Gut erhaltene, tragbare Kleidung darf hingegen nicht in den Restmüll. Dafür gibt es eben Altkleidercontainer oder karitative Einrichtungen.
Stadtbezirksbeirat Pieschen
- Sitzung am 16. Juni 2026: Tagesordnung, alle Dokumente, Abstimmungsergebnisse (nach der Sitzung)
- Stadtbezirksbeirat Pieschen – Mandatsträger, Vertreter, Sitzungen
- Alle Infos aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen im Dossier „Stadtbezirksbeirat“.
Berichte aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen – eine Leistung der Redaktion von Pieschen Aktuell im Auftrag des Stadtbezirksamtes Pieschen der Landeshauptstadt Dresden.





