Das H.O.Theater feiert seinen 50. Geburtstag mit einem Festwochenende im Theaterhaus Rudi. Am Freitag, 6. November, steht um 20 Uhr die Premiere von „Der zerbrochne Krug“ an. Am Sonntag folgen zwei weitere Vorstellungen. Die Jubiläumsgala am Sonnabend ist geladenen Gästen vorbehalten. 
Angefangen hat alles in einem Speisesaal. 1976 fanden sich unter dem künstlerischen Leiter Rudolf Donath die ersten Darstellerinnen und Darsteller im Dramatischen Zirkel des Grafischen Großbetriebes Völkerfreundschaft zusammen. Dort wurde seinerzeit das Organ der SED-Bezirksleitung gedruckt, bekannt als Sächsische Zeitung. Heute zählt das H.O.Theater nach eigenen Angaben etwa 35 Mitglieder verschiedener Berufe und Altersgruppen. Der dienstälteste Schauspieler ist Heinz Kitsche, er ist seit 49 Jahren dabei.
Zum Jubiläum bringt das Ensemble Heinrich von Kleists Lustspiel „Der zerbrochne Krug“ auf die Bühne. Die Premiere am Freitag, 6. November, beginnt um 20 Uhr. Das Ensemble spielt das Stück in der Originalsprache von 1811. Am Sonntag, 8. November, stehen um 14 Uhr „Der kleine Prinz“ mit anschließendem Publikumsgespräch und um 19 Uhr „Theater Theater“ auf dem Programm. Die Doppelvorstellung verbindet „Schwanengesang“ und „Ophelias Schattentheater“. Für diesen Abend gibt es laut Ensemble bislang erst wenige Reservierungen.

Die Gala am Sonnabend, 7. November, beginnt um 20 Uhr. Unter der Regie von Rita Schaller zeigen die aktiven Mitglieder ihre Paraderollen und erinnern an frühere Inszenierungen. Der Abend ist nach Auskunft des Ensembles aus Platzgründen nur für geladene Gäste vorgesehen. 
Theater mit wenig Aufwand und langem Atem
Im Oktober 1979 zog die Gruppe ins Volkskunstpodium an der damaligen Straße der Befreiung. Ihr Anspruch lautete: „Mit geringstem äußeren und technischen Aufwand machen wir Theater der kleinen Form.“ Auf dem Spielplan standen Dramen, Komödien und Satiren. Aus dem Zirkel wurde das Arbeitertheater Hans Otto.
Rudolf Donath leitete die Gruppe bis 1992. Nach der politischen Wende änderte sie ihren Namen in H.O.Theater und spielte auch im Societaetstheater in der Neustadt. Später fand sie im Theaterhaus Rudi an der Fechnerstraße eine feste Bühne und Räume zum Proben. 
Seit 2007 arbeitet Rita Schaller mit dem Ensemble. Den Anfang machte Dürrenmatts „Ein Engel kommt nach Babylon“. Seither bringt die Gruppe mit ihr ungefähr jedes Jahr ein neues Stück heraus. Zum Repertoire gehören auch Kinderstücke wie „Eine Woche voller Samstage“ und „Der Räuber Hotzenplotz“.
Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch würdigt das Jubiläum: „50 Jahre H.O.Theater stehen für fünf Jahrzehnte gelebte Theaterleidenschaft, Spielfreude und ehrenamtliches kulturelles Engagement.“
Sorge um die Spielstätte
Mit dem Geburtstag verbindet das Ensemble auch einen Hinweis auf seine Arbeitsbedingungen. Amateurtheater solle niemanden vom Besuch abhalten, betont Ensemblemitglied Hans Diemer. Die Gruppe bekomme oft zu hören, dass sie mit professionellen Bühnen mithalten könne. Zugleich bleibe der Eintritt im Rudi mit zwölf Euro für Erwachsene und sechs Euro ermäßigt bezahlbar.
Diemer beschreibt das Theaterhaus als wichtigen Treffpunkt für den Stadtteil. Angesichts angekündigter Kürzungen im Kulturbereich sorgt sich das Ensemble um seine Spielstätte. Nach seiner Darstellung tragen die vier Mitarbeiter des Hauses den Betrieb mit viel persönlichem Einsatz und zahlreichen Überstunden. Weitere Einschnitte seien aus Sicht der Gruppe nicht zu verkraften. 
50 Jahre H.O.Theater im Theaterhaus Rudi
- Freitag, 6. November 2026, 20 Uhr: Premiere von Heinrich von Kleists „Der zerbrochne Krug“ in der Originalsprache von 1811.
- Sonnabend, 7. November 2026, 20 Uhr: Jubiläumsgala, nur für geladene Gäste.
- Sonntag, 8. November 2026, 14 Uhr: „Der kleine Prinz“, anschließend Publikumsgespräch.
- Sonntag, 8. November 2026, 19 Uhr: „Theater Theater“ mit „Schwanengesang“ und „Ophelias Schattentheater“.
- Ort: Theaterhaus Rudi, Fechnerstraße 2a, Dresden.
- Eintritt zu den öffentlichen Vorstellungen: zwölf Euro, ermäßigt sechs Euro.
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