Im Streit um das Wohnprojekt RM16 an der Robert-Matzke-Straße 16 gab es am Freitagabend eine Demonstration. Unter dem Motto „Zwangsräumung? Nicht in unserem Viertel!“ protestierten Unterstützer der Initiative „RM16 bleibt“ gegen die Räumung mehrerer Bewohner. 
Das Hausprojekt an der Robert-Matzke-Straße gibt es seit mehr als 25 Jahren. 1999 wurde das Gebäude besetzt, später wurde die Nutzung legalisiert. Seit 2014 gehört es zu einem Wohnprojekt im Verbund des Mietshäuser Syndikats. Das Modell soll Häuser dauerhaft dem spekulativen Immobilienmarkt entziehen und gemeinschaftliches Wohnen ermöglichen.
Doch innerhalb der Hausgemeinschaft gibt es seit längerer Zeit Streit. Zwischenzeitlich haben sich auch Gerichte damit beschäftigt.
Gericht gibt Räumungsklage statt
Am 15. Oktober hat das Amtsgericht Dresden nach Angaben der RM16 GmbH, die das Wohnprojekt derzeit betreibt, einer Räumungsklage weitgehend stattgegeben. Sechs Personen sollen ihre Räume herausgeben. Bei fünf von ihnen seien Mietrückstände ausschlaggebend gewesen. Insgesamt spricht die Hausgesellschaft von rund 17.000 Euro an ausstehenden Mietzahlungen. Bei einer weiteren Person ging es demnach um eigenmächtig angebrachte Schlösser an Gemeinschaftsräumen.
Die Initiative „RM16 bleibt“ stellt den Konflikt anders dar. Sie wirft der Geschäftsführung vor, das ursprünglich selbstverwaltete Hausprojekt unter ihre Kontrolle gebracht zu haben und kritische Bewohner verdrängen zu wollen. In ihrem Demonstrationsaufruf sagt sie, dass künftig nur noch eine dreiköpfige Familie das Gebäude bewohnen werde, obwohl dort Platz für zwölf bis 15 Menschen sei.
Die Hausgesellschaft wiederum wirft Teilen der Bewohnerschaft vor, das Projekt übernehmen zu wollen. Auf ihrer Website erhebt sie weitere schwere Vorwürfe gegen einzelne Beteiligte. 
Vom besetzten Haus zum Rechtsstreit
Die RM16 ist eines der ältesten alternativen Hausprojekte in Pieschen. Neben den Wohnungen gab es Räume für Veranstaltungen und politische Aktivitäten. Diese sind nach Angaben der Projektwebsite derzeit aus Brandschutzgründen nicht nutzbar.
Der Streit berührt auch das Selbstverständnis des Mietshäuser Syndikats. Dessen Modell sieht vor, dass Bewohner ihre Häuser weitgehend selbst verwalten, während die Eigentumsstruktur einen späteren Verkauf verhindern soll. Im Fall der RM16 streiten die Beteiligten nun darüber, wer innerhalb des Projekts Entscheidungen treffen darf.
Die Initiative „RM16 bleibt“ will mit der Demonstration nicht nur auf den konkreten Konflikt aufmerksam machen. In ihrem Aufruf kritisiert sie grundsätzlich Zwangsräumungen und die Verdrängung von Menschen aus ihren Wohnungen.
Demonstration am Freitag
Zur Kundgebung unter dem Motto „Zwangsräumung? Nicht in unserem Viertel! – Selbstverwaltete Häuser verteidigen!“ kamen am Freitag rund 30 bis 40 Personen auf den Konkordienplatz.




