Die aktuelle Hitzewelle bringt Dresden gleich auf mehreren Ebenen an die Grenzen – Wasserbehörde, Forstamt, Versorger und Sozialamt reagieren mit teils einschneidenden Maßnahmen. Am Wochenende sollen bis zu 39 Grad im Schatten erreicht werden. 
Kein Wasser mehr aus Bach und Fluss
Seit Jahresbeginn ist in Dresden deutlich zu wenig Regen gefallen, auch die vereinzelten Schauer der letzten Wochen konnten daran nichts ändern. Viele der über 500 Dresdner Bäche und Flüsse führen kaum noch Wasser, einige sind bereits trockengefallen. Die Untere Wasserbehörde hat deshalb ab Mittwoch, 24. Juni, ein Entnahmeverbot erlassen, das bis zum 31. Oktober 2026 gilt. Betroffen sind alle oberirdischen Gewässer im Stadtgebiet – von größeren wie der Weißeritz bis zu kleinen Bächen. Auch das Schöpfen mit Eimer oder Kanne ist damit untersagt.
Umweltamtsleiter René Herold bittet um Zurückhaltung beim Gießen und empfiehlt aufgefangenes Regenwasser sowie das Wässern in den frühen Morgen- oder späten Abendstunden, um Verdunstung zu vermeiden. Wer ohne wasserrechtliche Erlaubnis trotzdem Wasser entnimmt, riskiert ein Bußgeld ab 50 Euro. Erlaubnisanfragen gehen an die Untere Wasserbehörde per E-Mail.
Eine Einschränkung der Grundwassernutzung ist derzeit nicht vorgesehen, auch wenn die Pegel an Dresdner Messstellen deutlich unter dem langjährigen Mittel liegen – die extremen Tiefststände der Jahre 2018 bis 2020 sind aber noch nicht erreicht.
Waldbrandgefahr: Wege nicht verlassen
Parallel dazu hat die Stadt als untere Forstbehörde eine Allgemeinverfügung erlassen, die ab Freitag, 26. Juni, das Verlassen der Wege im Dresdner Wald bei Waldbrandgefahrenstufe 4 und 5 verbietet. Die Regelung gilt bis zum 30. September und betrifft öffentliche wie nichtöffentliche Waldwege sowie ausgewiesene Reitwege. Hintergrund ist die Gefahr, dass brennbares Material entzündet wird, sowie die bessere Erreichbarkeit für Rettungskräfte, wenn die Wege frei bleiben. Die aktuelle Gefahrenstufe lässt sich online beim Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie abrufen: www.mais.de/php/sachsenforst.php. Welche Flächen Wald nach Sächsischem Waldgesetz sind, kann über den Themenstadtplan der Landeshauptstadt abgerufen werden: stadtplan.dresden.de/?TH=GA_WALD.
Trinkwasser aus dem Hahn bleibt sicher
Trotz des Entnahmeverbots aus Bächen und Flüssen gibt SachsenEnergie Entwarnung für die Trinkwasserversorgung. Am vergangenen heißen Wochenende verbrauchten die Dresdnerinnen und Dresdner im Schnitt 160.000 Kubikmeter Wasser täglich – deutlich mehr als der übliche Schnitt von 117.000 Kubikmetern. Für das kommende Wochenende wird erneut ein Rekordwert erwartet. Da rund 60 Prozent des Trinkwassers aus dem Talsperrensystem Klingenberg/Lehnmühle stammen und die restlichen 40 Prozent aus Elbe-Uferfiltrat und Grundwasser, sei die Versorgung auch in solchen Trockenphasen breit abgesichert, so der Versorger. Mittelfristig soll eine eigenständige Industriewasserversorgung – unter anderem über ein geplantes Flusswasserwerk in Übigau – die Trinkwasserversorgung zusätzlich entlasten. 
Dennoch appelliert SachsenEnergie an einen bewussten Umgang mit Trinkwasser: kurz duschen statt baden, Geräte nur voll beladen laufen lassen, Wasser beim Zähneputzen abstellen, Rasenflächen in Hitzeperioden nicht zwanghaft grün halten – sie erholen sich danach in der Regel von selbst.
Hilfe für Menschen ohne Obdach
Die Hitze trifft besonders wohnungslose Menschen hart, das Risiko für Dehydrierung, Sonnenstich oder Hitzschlag ist groß. Sozialbürgermeisterin Dr. Kristin Klaudia Kaufmann ruft dazu auf, bei Menschen in offensichtlicher Notlage nicht wegzuschauen, sondern Hilfe anzubieten – im akuten Notfall mit reglosen oder nicht ansprechbaren Personen gilt: sofort die 112 rufen.
Das Sozialamt stellt rund um die Uhr temperierte, sichere Unterkünfte zur Verfügung, in denen auch tagsüber Duschen, Waschmöglichkeiten und kostenfreies Wasser oder Tee bereitstehen. Kontakt zur Wohnungsnotfallhilfe unter 0351-4884981. Sprechzeiten dienstags, donnerstags und freitags am Dienstsitz Junghansstraße 2. Außerhalb der Sprechzeiten hilft das Übergangswohnheim Hechtstraße 10 (Telefon: 0351 30980195).
Wer keine stationäre Unterkunft nutzen möchte, findet tagsüber Anlaufstellen wie den Tagestreff „Schorsch“ (Mohnstraße 43, Duschen, Kleiderkammer, Hunde willkommen) oder das Begegnungscafé der Heilsarmee (Reicker Straße 89, kostenloses Frühstück, günstiges Mittagessen). Die Straßensozialarbeit Safe DD ist im Büro Altstadt an der St. Petersburger Straße 14 erreichbar. 
Kostenloses Trinkwasser gibt es zudem an zahlreichen Brunnen und Refill-Stationen im Stadtgebiet, eine Übersicht findet sich unter dresden.de/refill. Die Stadt empfiehlt mindestens zwei bis drei Liter alkoholfreie, nicht eiskalte Getränke täglich, das Meiden direkter Mittagssonne zwischen 11 und 15 Uhr und das Aufsuchen schattiger oder kühler Orte – eine Übersicht dazu bietet dresden.de/kuehle-orte.




