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Aus dem Rat des Stadtbezirks: Sitzung im Mai

Am Dienstag kamen im Pieschener Rathaus die Stadtbezirksbeiräte zur Sitzung zusammen. Neben mehreren Informationen standen verschiedene Förderanträge auf der Tagesordnung.

Die Sitzung endete schon nach zwei Stunden - Foto: J. Frintert
Die Sitzung endete schon nach zwei Stunden – Foto: J. Frintert

Projektsteuerer Stefan Kadler stellte die anstehenden Bauprojekte der SachsenEnergie im Stadtbezirk vor. Derzeit gebe es vergleichsweise wenige Baustellen. Beim Ausbau der 110-Kilo-Volt-Leitungen befinde man sich in den letzten Zügen und ziehe demnächst weiter gen Norden. Auf der Wilder-Mann-Straße laufe noch eine kleinere Maßnahme, auf dem Dreyßigplatz die derzeit größte Baustelle. Außerdem würden einige Hausanschlüsse für Fernwärme verlegt. Im dritten und vierten Quartal seien Arbeiten auf der Overbeckstraße geplant.

Tassilo Langner (CDU) fragte nach dem Stand der Arbeiten an der Riesaer Straße zwischen Hubertus- und Barbarastraße. Kadler erklärte, dass die Arbeiten der SachsenEnergie dort abgeschlossen seien. Für die künftige Gestaltung sei nun die Stadt Dresden zuständig.

 Skunk Anansie am 12. Juni in der Jungen Garde


Fortschreibung Fachplan Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für das Schuljahr 2026/2027

Sabine Bibas vom Eigenbetrieb Kindertagesstätten stellte den neuen Fachplan vor. Im Mittelpunkt steht der starke Geburtenrückgang. Die Fertilitätsrate in Dresden sei seit den 1990er Jahren deutlich gesunken und liege derzeit bei etwa 1,1 Kindern pro Frau. Hinzu komme, dass die geburtenschwachen Jahrgänge inzwischen selbst im Elternalter seien.

Die Belegungsquote für Kindertageseinrichtungen lag im Stadtbezirk Pieschen im Juli 2025 bei 82,7 Prozent und damit im Dresdner Durchschnitt. Ziel des Fachplans sei es, möglichst wenige Kitas schließen zu müssen, obwohl stadtweit rund 2.500 Plätze abgebaut werden sollen. Im Stadtbezirk Pieschen ist derzeit keine Einrichtung betroffen.

Weitere Informationen gibt es im Ratsinfosystem der Stadt Dresden.

Sophia Jansen (Grüne) fragte nach der Zukunft der Kita „Buddelflink“ auf der Gleinaer Straße. Laut Bibas bleibt die Einrichtung vorerst weiter in der Lommatzscher Straße ausgelagert.

Pia Barkow (Linke) wollte wissen, ob mögliche Zuzüge durch die High-Tech-Industrie im Dresdner Norden bereits berücksichtigt seien. Bibas erklärte, dass sich diese Entwicklung derzeit schwer abschätzen lasse. Sie bezweifle jedoch, dass dadurch der Rückgang der Kinderzahlen ausgeglichen werde.

Die Stadtbezirksbeiräte stimmten der Fortschreibung des Fachplans geschlossen zu.

Förderung Lichterfest

Adrienne Höfgen vom Senioren-Netzwerk stellte das geplante Lichterfest am Leisniger Platz vor. Es soll am 2. Dezember 2026 stattfinden. Die Veranstaltung wurde erstmals 2014 organisiert und findet in diesem Jahr zum achten Mal statt.

Das Fest richtet sich an Senioren, Familien und junge Menschen aus dem Stadtteil. Organisiert wird es vom Netzwerk für Seniorenarbeit in Pieschen gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern. Das Netzwerk besteht seit 2013 und vereint verschiedene soziale Einrichtungen und Initiativen im Stadtbezirk. Ziel sei es, ältere Menschen im Alltag zu unterstützen, soziale Teilhabe zu fördern und Isolation entgegenzuwirken.

Beantragt wurden 1.647 Euro unter anderem für Druck- und Werbekosten, einen Stromerzeuger sowie Aufwandsentschädigungen für Mitwirkende. Die Stadtbezirksbeiräte stimmten der Förderung einstimmig zu.

Lichterfest auf dem Leisniger Platz - Foto: Archiv W. Schenk
Lichterfest auf dem Leisniger Platz – Foto: Archiv W. Schenk

Motor Mickten bewegt – trotz Demenz

Chris Mellack von Motor Mickten stellte ein neues Bewegungsangebot für Menschen mit Demenz vor. Das Projekt soll im Sportcenter des Vereins am Pestalozziplatz stattfinden. Geplant ist gemeinschaftliches Kegeln für Betroffene und ihre Begleitpersonen. Ziel ist es, Mobilität, Koordination und soziale Kontakte zu fördern.

Parallel dazu soll es ein Gesundheits- und Präventionsangebot für Betreuungspersonen geben. Zusätzlich ist eine gemeinsame Sportgruppe geplant. Das Projekt werde von qualifizierten Übungsleitern betreut und wissenschaftlich begleitet.

Fördermittel wurden bereits bei der Deutschen Demenzstiftung und beim Stadtbezirk Altstadt beantragt beziehungsweise teilweise bewilligt. Vom Stadtbezirk Pieschen werden 2.531,25 Euro beantragt. Damit soll eine Mini-Job-Stelle anteilig finanziert werden.

Benjamin Kemper (CDU) fragte nach der Entstehung des Projekts. Mellack berichtete von ersten Kontakten während der Ehrenmünzenverleihung des Oberbürgermeisters. Daraus habe sich eine Projektgruppe gebildet.

Heidi Geiler (Grüne) erkundigte sich nach möglichen Teilnehmern. Mellack erklärte, dass der Start zum 1. Juni geplant sei. Es gebe bereits mehrere Kooperationspartner und Interessenten. Die Gruppe solle zunächst auf 15 Personen begrenzt werden.

Der Förderantrag wurde einstimmig angenommen.

Pantomime-Theater-Festival

Andrea und Michael Meinel von der Mimenbühne stellten das 41. Internationale Pantomime-Theater-Festival Dresden vor. 2026 sollen Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland, Tschechien, Frankreich, Österreich und Dänemark auftreten.

Geplant sind fünf Aufführungen im Theaterhaus Rudi sowie Werkstatt-Tage im Projekttheater und ein Probentag. Eine Kindervorstellung bildet den Abschluss des Festivals. Höhepunkt ist die Gala am 11. November 2025 mit kurzen Darbietungen der eingeladenen Gruppen und Solisten.

Begleitend zeigt das Mimenstudio Dresden eine Ausstellung zur Geschichte der europäischen Pantomime. Beantragt wurden 5.500 Euro Fördermittel. Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

Traktor vom Friedhof geklaut

Auf dem Markusfriedhof kam es in der Nacht zum 25. Februar 2026 zu einem Einbruch. Die Polizeidirektion Dresden ermittelt, bislang wurden keine Täter gefunden. Der Schaden beläuft sich auf rund 16.000 Euro.

Gestohlen wurden unter anderem ein Rasentraktor, ein Kfz-Anhänger und Alubohlen für Grabbegehungen. Da die Pflege der großen Grünflächen sichergestellt werden muss, soll kurzfristig ein neuer Rasentraktor angeschafft werden.

Die Laurentiusgemeinde bat den Stadtbezirksbeirat deshalb um finanzielle Unterstützung. Der Antrag wurde bei einer Gegenstimme und einer Enthaltung angenommen.

Behindertengerechte Toilette für Kleingartenverein

Ronny Richter vom Kleingärtnerverein „Am Waldrand“ stellte das Vorhaben für einen barrierefreien Toilettencontainer vor. Die Anlage in Dresden-Trachau wurde 2020 als schönste Kleingartenanlage Dresdens ausgezeichnet. Sie umfasst 274 Parzellen mit rund 450 Mitgliedern.

Die Anlage liegt nahe der Jungen Heide und wird auch von Spaziergängern, Kitas und der Förderschule Anne Frank genutzt. Bisher gibt es dort keine dauerhaft zugänglichen Toiletten. Geplant ist deshalb ein barrierefreier Container mit Anschluss an das öffentliche Kanalnetz.

Für das Projekt stehen bereits 20.000 Euro aus Vereinsmitteln sowie Eigenleistungen der Mitglieder bereit. Die Gesamtkosten liegen jedoch bei rund 44.000 Euro. Deshalb beantragte der Verein zusätzliche Fördermittel.

Stadtbezirksamtsleiter Thomas Grundmann hob hervor, dass sich die Anlage besonders durch ihre Zusammenarbeit mit Kindergärten und der Anne-Frank-Schule auszeichne.

Heidi Geiler (Grüne) fragte nach der Radebeuler Postadresse des Vereins. Richter erklärte, dass zwar die Anschrift zu Radebeul gehöre, das Gelände jedoch vollständig auf Dresdner Gebiet liege.

Auf Nachfrage erklärte Richter außerdem, dass eine Förderung von 14.000 Euro dem Verein bereits sehr helfen würde. Eine Überförderung werde selbstverständlich zurückgegeben. Zusätzlich verwies er auf eine laufende Crowdfunding-Aktion unter www.99funken.de/barrierefreie-toilette.

Björn Lehninger (Team Zastrow) fragte nach einer Unterstützung durch den Kleingartenverband. Richter erklärte, dass dort derzeit nur Toilettenanlagen in Trinkwasserschutzgebieten gefördert würden.

Sophia Jansen (Grüne) wollte wissen, warum kein gebrauchter Container genutzt werde. Richter erklärte, dass gebrauchte Anlagen nicht barrierefrei verfügbar seien und zusätzlich aufwendig umgebaut werden müssten. Allein die barrierefreie Ausstattung verursache Mehrkosten von rund 10.000 Euro.

Jens Hänsch (Piraten) fragte nach der aktuellen Toilettensituation. Richter schilderte, dass der Weg zur nächsten nutzbaren Toilette etwa eine Viertelstunde betrage.

Rolf Poppe (AfD) sprach sich für eine Unterstützung aus. Die Anlage erreiche viele Menschen und habe deshalb eine besondere Bedeutung für den Stadtteil.

Benjamin Kemper (CDU) fragte nach möglichen baurechtlichen Problemen. Richter erklärte, dass der Container mit weniger als 24 Quadratmetern genehmigungsfrei sei.

Während der Diskussion wurde vorgeschlagen, die beantragte Fördersumme auf 15.000 Euro zu begrenzen. Jonas Schädlich (Linke) sprach sich gegen eine Kürzung aus und bezeichnete das Projekt als vergleichsweise günstige öffentliche Infrastruktur.

Schließlich brachte Benjamin Kemper den Änderungsantrag zur Reduzierung auf 15.000 Euro ein. Dieser fand eine deutliche Mehrheit.

Stadtbezirksbeirat Pieschen

Berichte aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen – eine Leistung der Redaktion von Pieschen Aktuell im Auftrag des Stadtbezirksamtes Pieschen der Landeshauptstadt Dresden.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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