Hufeweisen Trachau Luftbild

Stadtrat beschließt: Hufewiesen in Trachau sollen Stadtteilpark werden

Die Hufewiesen in Trachau sollen langfristig eine öffentliche Grünfläche bleiben. Der Stadtrat hat gestern die Stadtverwaltung beauftragt, bis zum 31. Juli eine entsprechende Vorlage für ein neues Bebauungsplanverfahren zu erarbeiten. „Die Hufewiesen besitzen eine wichtige Funktion für das Stadtklima in Dresden, sie bringen Frischluft und Kühlung.  Die Hufewiesen als Bürgergrün könnten einen wunderbaren Beitrag für ein stadtteilprägendes Miteinander leisten“, erklärte die Pieschener Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger. Grüne, Linke und SPD hatten den entsprechenden Antrag zur Abstimmung gestellt. Der Eigentümer der Hufewiesen, das Immobilienunternehmen Adler Real Estate aus Berlin, will dagegen Wohnungen auf dem Areal errichten.

Aufgehoben wurden mit dem Antrag auch die alten Bebauungspläne für das Areal.  Der B-Plan Nr. 10 aus den 90er Jahren sah vor, auf der gesamten Fläche mehrgeschossige Wohnhäuser mit insgesamt etwa 850 Wohnungen zu errichten. 2011 folgte dann der Vorentwurf für den B-Plan 380, der neben einem Gewerbegebiet den Bau von 80 Reihenhäusern beabsichtigte.

Gestern sei ein sehr wichtiger Schritt geschafft worden, um eine vollständige Bebauung abzuwenden und die Hufewiesen als wohnortnahe Grünfläche entwickeln zu können, sagte Martin Schulte-Wissermann, Stadtrat der Piraten und Mitglied der Fraktion Die Linke. „Jetzt müssen wir gemeinsam mit den Pieschenern auch den zweiten Schritt gehen, und tatsächlich einen mitten im Viertel gelegenen Stadtteilpark schaffen“, fügte er hinzu. Die finanziellen Mittel dafür hat die Stadtratsmehrheit bereits im Doppelhaushalt 2017/18 bereitgestellt. 400.000 Euro stehen in den nächsten beiden Jahren für Parkerweiterungen zur Verfügung. Das Pieschener SPD-Ortsbeiratsmitglied Stefan Engel begrüßte den Beschluss. „Das jahrelange bürgerschaftliche Engagement insbesondere des Vereins Hufewiesen Trachau zahlt sich aus“, so Engel.

Der Stadtratsbeschluss trifft sich nicht mit den Intensionen der Grundstückseigentümer, der Adler Real Estate aus Berlin. „Wir haben nicht die Absicht, das Grundstück zu verkaufen. Wir würden es gern entwickeln“, hatte Unternehmenssprecher Rolf-Dieter Grass das Ziel, hier Wohnungen zu bauen, bekräftigt.

Für Schulte-Wissermann ist das politische Ziel jetzt klar definiert. Nun müssten Gespräche mit dem Eigentümer geführt werden, um dies „im Einvernehmen“ umsetzen zu können. Auch Bischoffberger sieht die Notwendigkeit, jetzt auf die Eigentümer zuzugehen. „Ziel ist es die Fläche, oder den größten Teil der Fläche, zu kaufen“, sagte sie. Dazu habe die rot-grün-rote Stadtratskooperation Gelder bereitgestellt. Sie plädierte auch dafür, die Ideen des Vereins Hufewiesen zur Finanzierung des Flächenankaufs mit einzubeziehen.

 

4 Meinungen zu “Stadtrat beschließt: Hufewiesen in Trachau sollen Stadtteilpark werden

  1. Das klingt echt gut! Jetzt die Sache in Sack und Tüten bringen und in 100 Jahren werden die Dresdner im engen NW noch dafür dankbar dafür sein, so wie sie es für Großen Garten und Alaunpark auch sind. Die Stadt insgesamt profitiert! Aber noch ist die Arbeit nicht vollendet, nicht nachlassen im Drücken bis die Grundbücher trocken sind, auch und zum Trachenfest am 20. Mai schon mal das Wiesenleben und Feiern üben…

  2. Warum musste es überhaupt so weit kommen, dass die Flächen Bauland wurden? Gab es kein Vorkaufsrecht der Stadt? Erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, werden die Verantwortlichen im Stadtrat munter und versuchen eine Rettung mit Steuergeldern (!) – allerdings dann mit dem Vielfachen der ursprünglichen Kosten, zu den Konditionen der Eigentümer. Wie konnte für die Hafencity und Marina Garden Baurecht geschaffen werden? Wer hat den Verkauf der Flächen am Bf. Neustadt an Globus zugelassen, so dass jetzt die Stadt auf Suche nach einem neuen Grundstück geht?! Wo sind wir hier überhaupt?

  3. Solch ein Freude, um die Ecke dann doch perspektivisch einen Erholraum zu haben. Ich bin sehr dankbar für die Entscheidung!

  4. Eingedenk der chinesischen Weisheit, dass der Mann, der den Berg wegtrug, derselbe war, „der damit angefangen hatte, kleine Steine wegzutragen“, wünsche ich dem Hufewiesen-Verein und seiner „Frontfrau“ Anja Osiander -für mich ist sie es jedenfalls- in der Sache weiterhin „einen langen Atem“. – Trachauer

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