Für 13 Familien in Pieschen steht fest: Ihre Kita schließt. Die kleine Kindertagesstätte „Gartenkinder“ an der Maxim-Gorki-Straße stellt Ende September den Betrieb ein. Das bestätigte Olaf Seidel, Insolvenzverwalter des Betreibers „Kulturwerkschule“, auf Nachfrage. 
Die Kulturwerkschule gGmbH befindet sich derzeit im vorläufigen Insolvenzverfahren. Für den Schulbetrieb der Schule sei laut Seidel zwar vorerst eine Lösung für das kommende Schuljahr gefunden worden. Die Entscheidung zur Schließung der Kita sei jedoch bereits vor dem Insolvenzantrag gefallen. „Die Entscheidung beruht auf wirtschaftlichen Gründen“, so Seidel.
Obwohl das Ende der Kita also offenbar schon länger feststand, haben die Eltern erst vor drei Wochen davon erfahren, sagt Elisa-Maria Richter: „Wir mussten direkt bei der Geschäftsführung nachfragen“. „Wir waren erst geschockt, haben dann recherchiert“, sagt Jana Ruhe, beide sind im Elternrat der Kita. So fanden sie heraus, dass der Vermieter den Weiterbetrieb zu den bestehenden Konditionen ermöglicht hätte. Auch ein anderer Betreiber hätte zur Verfügung gestanden. „Dieser Betreiber kennt sich mit so kleinen Kitas aus, das wäre ideal gewesen“, sagt Richter. Da die Stadt den Betrieb der Kita aber nicht neu ausschreibt, sei diese Variante hinfällig. „Es tut uns auch um das pädagogische Team leid“, so Richter, die auch beklagt, dass ein Austausch mit dem Insolvenzverwalter nicht möglich gewesen sei.
Den wirtschaftlichen Grund können die beiden Elternrat-Vertreterinnen nicht erkennen. „Die Kita war immer voll ausgelastet, es gab Wartelisten“, so Ruhe.
Dirk Luther, einer der Geschäftsführer der Kulturwerkschule, widerspricht der Darstellung der Eltern. „Wir haben im März mit dem Elternrat gesprochen“, sagt er. Für die Schließung nennt Luther drei Gründe. Erstens sei die bauliche Situation problematisch. „Der Zustand des Objektes ist nicht gut“, so Luther. Der damalige Eigentümer habe bestehende Mängel nicht beseitigen wollen.
Zweitens gebe es in Dresden derzeit Überkapazitäten bei Kita-Plätzen, besonders im Stadtbezirk Pieschen. Drittens seien Kleinstkitas wirtschaftlich schwer zu betreiben, vor allem dann, wenn ein Träger nur eine einzelne Einrichtung führe. Am Montag will Luther die Eltern umfassend über die Situation informieren.
Auch Insolvenzverwalter Seidel verweist auf die schwierige Lage. Die Stadt sehe im betroffenen Stadtteil derzeit keinen Bedarf für einen neuen Träger. Deshalb könne die Einrichtung nur außerhalb der städtischen Bedarfsplanung weitergeführt werden — und damit ohne kommunale Zuschüsse. Interessenten, die bereit wären, die Kita unter diesen Bedingungen zu übernehmen, seien ihm nicht bekannt.
Nach Angaben Seidels habe das Amt für Kindertagesbetreuung den Elternrat bereits informiert und Ansprechpartner in der zentralen Beratungs- und Vermittlungsstelle benannt. Zudem sei auf die Möglichkeit hingewiesen worden, Kinder, die zusammenbleiben möchten, als Gruppe in einer anderen Einrichtung gemeinsam unterzubringen.





