Vor drei Jahren zog Klavierbaumeister Jonas Schoenke von Stuttgart nach Dresden. In Pieschen richtete er seine Werkstatt ein. „Das Viertel habe ich noch vor der Frauenkirche kennengelernt“, sagt Schoenke. Er sei froh, seine Werkstatt inzwischen umfassend eingerichtet zu haben und dort gut arbeiten zu können. An Aufträgen mangele es nicht. Häufig pendle er zwischen Privatkunden, der Dresdner Philharmonie, Musikschulen und seiner Werkstatt. „Gute Arbeit spricht sich herum“, sagt Schoenke. 
Meisterprüfung in Stuttgart, Neustart in Dresden
Schoenke stammt ursprünglich aus dem Münsterland. Zunächst arbeitete er beim Pianohaus Micke, einer Vertretung von „Steinway & Sons, Flügel und Klaviere“ in Münster. 2023 legte er an der Meisterschule für Klavierbau erfolgreich seine Meisterprüfung ab. Mit seiner Firma startet er inzwischen in das dritte Jahr. Der Liebe wegen zog er nach Dresden. „Der Bundesverband für Klavierbauer ist recht belebt“, meint er. Dort habe Schoenke seine Partnerin kennengelernt. Sie ist ebenfalls Klavierbauerin. 
Präzisionsarbeit beim Stimmen
Ein gutes Gehör sei im Berufsalltag unverzichtbar, betont der Inhaber. Selbst kleinste Abweichungen vom Ursprungston erkenne er ohne technische Hilfsmittel wie Apps oder Stimmgeräte. Im Resonanzboden verlaufen die Saiten des Instruments. Hohe Töne entstehen durch drei dünne Stahlsaiten, tiefe Töne durch ein oder zwei kupferumwickelte Saiten, die für einen volleren Klang sorgen. Zum Stimmen eines Klaviers oder Flügels verwendet Schoenke einen Stimmhammer. Das Werkzeug setzt er auf die Stimmwirbel, an denen die Saiten befestigt sind. Mit vorsichtigen Bewegungen verändert er die Spannung der Saiten, sodass sich der Ton schrittweise anpasst.
Neben Konzertservice auch Reparaturen
„Alles, was am Klavier kaputtgehen kann, kann ich auch reparieren“, sagt Schoenke. Mit Geduld und Feingefühl lasse sich ein Instrument von Rissen, Unstimmigkeiten oder größeren Schäden befreien. Bei der Arbeit nutzt der Klavierbauer unterschiedliche Werkzeuge. Dazu zählen Drahtschneider zum Kürzen von Saiten oder ein Glätteisen, mit dem verzogene Stahlsaiten geglättet werden. 
Vom Klavierspielen zum Handwerk
Das Klavierspielen lernte Schoenke bereits in seiner Kindheit über seine Mutter. Während der Jugend sei seine Beziehung zum Instrument wechselhaft gewesen. Dennoch habe ihn das Klavierspielen „nie in Ruhe gelassen“. Schließlich entschied er sich für eine Ausbildung zum Klavierbauer. Der Beruf erfordere ein grundlegendes musikalisches Gespür, erklärt Schoenke. „Es macht Sinn, Klavier spielen zu können, um die gleiche Sprache wie Musiker zu sprechen. Voraussetzung für den Beruf ist das aber nicht.“
Wenn eine Taste gedrückt wird, schlägt im Inneren des Pianos ein Hammer von unten die Saiten an. Dadurch entsteht aber nur ein leiser Ton. An einem Ende liegen die Saiten auf dem Steg auf, der am Resonanzboden befestigt ist. Über den Steg werden die Vibrationen der Saiten auf den Resonanzboden übertragen. Der Resonanzboden versetzt die umgebende Luft in Schwingung, wodurch ein lauter Klang entsteht. So erzeugt das ganze Piano, mit dem Resonanzboden als Herzstück, den Klang. Kann man hier ausführlich nachlesen. 
Schoenkestimmt
- Klavierbaumeister Jonas Schoenke
- Geschäftszeiten: Montag bis Freitag von 8 Uhr bis 18 Uhr, Wochenende auf Anfrage. Besuche in der Werkstatt bitte vorher anmelden.
- Rehefelder Straße 62, 01127 Dresden, Hinterhof links
- www.schoenkestimmt.de
Serie: Kleine Unternehmen im Stadtbezirk Pieschen
Immer dienstags in Pieschen-Aktuell: Ein Porträt eines kleinen Unternehmens aus dem Stadtbezirk. Wir zeigen die unglaubliche Vielfalt im Stadtviertel, von Übigau bis Trachenberge. Wenn Sie auch einen kleinen Laden in Ihrer Nachbarschaft kennen, den wir gerne mal vorstellen sollen, schreiben Sie uns an: redaktion@pieschen-aktuell.de
- Übersicht der Serie: pieschen-aktuell.de/dossier/kleineunternehmen



