"Rausch" auf der Bürgerstraße Foto: J. Frintert

Rausch schließt nach Sankt Pieschen

Die Spatzen pfeifen es bereits von den Dächern. Das „Rausch“ schließt. Die Kneipe an der Bürgerstraße hatten vor acht Jahren unter dem Namen „&Rausch“ als Café und Bistro Christoph Radtke und Lorenz Köhler eröffnet. Vor knapp vier Jahren hatten dann Chistoph Töpfer und Sebastian Tröger mitten in der Corona-Pandemie das Lokal übernommen.

Bis 2016 nutzte das „Savoir Vivre“ die Räume, das dann ein paar Meter weiter auf die Bürgerstraße gezogen war und nun seit diesem Jahr wieder auf der Oschatzer Straße zurück ist. Das „Rausch“ hatte unterdessen neue Eigentümer bekommen: Stefan Voigt und Florian Gruber. Beide sehr engagierte Gastronomen in der Neustadt. Mit der Übernahme durch Gruber und Voigt gab es dann auch Tankbier im „Rausch“ und gehobene Küche. Christoph Töpfer leitete aber die Kneipe weiterhin und sorgte für ein umfangreiches Kulturangebot: so gab es philosophisches Duett, Wissen & Rausch, Gitarrenmusik, Open Mic Shows und selbst der Stadtbezirksamtsleiter hielt hier seine Bürgersprechsstunden ab. Töpfer sagte nun Pieschen-Aktuell auf Nachfrage, dass nach dem Stadtteilfest „Sankt Pieschen“ das Rausch geschlossen bleiben wird.

„Es ist letztlich so, dass unser Konzept an der Ecke nicht funktioniert hat“, räumt Inhaber Stefan Voigt ein. Die umfangreiche Küche mit bis zu vier Köchen sei zu personalintensiv gewesen. Man sollte hier etwas direkt für die Pieschener anbieten, sagt er. Derzeit sei man mit einem Nachmieter in Verhandlungen. „Wenn alles klappt, geht es direkt im Juli mit neuem Konzept weiter“, sagt Voigt.

Derzeit scheint es daher recht sicher, dass Pieschens ältester Gastronomiestandort erhalten bleibt.

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Erst „Jahns Gaststätten“, später „Zur Post“. Foto: privat

11 Meinungen zu “Rausch schließt nach Sankt Pieschen

  1. Michael sagt:

    Liebes Rauschteam,

    vielen Dank für die letzten 4 Jahre. Wir waren gerne bei euch, dass Essen war super, Bier und Wein klasse. Und alles immer serviert von super netten Bedienungen :-) wir werden euch vermissen.

  2. Änne sagt:

    Hoffentlich findet sich tatsächlich jemand, der oder die das gut weiterführen kann! Ich war schockiert, als ich von der Schließung gehört habe :( Pieschen ist ne knackige Ecke, wenn es wirtschaftlich betrachtet werden muss.

  3. Vondi sagt:

    Gastronomie hat es in Pieschen schon immer schwer gehabt. Woran liegt das? Dafür gibt es keine alleinige Antwort. Die Pieschner sind wohl lieber zu Hause oder in der Neustadt.

  4. nahe dran sagt:

    Ich glaube, um das Rausch zu mögen, muss man außerhalb von dessen Hörweite wohnen. Als jemand, der das nicht tut und häufiger mal nachts um zwei deren Party durch die Ohrstöpsel durch gehört hat, freue ich mich auf die lärmbelästigungsfreien Nächte und hoffe, das Konzept der Nachfolger wird ein deutlich weniger basslastiges sein.

  5. Rainer Witz sagt:

    Sehr schade zu hören, auch wenn wir nicht zur preislichen Zielgruppe des Rauschs gehörten, fand ich es prima, dass die Ecke belebt wurde und auch viele junge Leute hier sich treffen konnten. Das Kulturprogramm war echt immer ambitioniert, toll, das sowas auf die Beine gestellt wurde. Hoffentlich findet sich ein Nachmieter, der diese Ecke weiter belebt halten kann.
    Die Lärmbelästigung muss wirklich nur sehr nah daneben erlebbar gewesen sein, da wir auch an der Ecke wenige Häuser weiter wohnen und bis ganz selten im Sommer nahezu nichts zu hören bekamen. Zumal Sonntags abends eh zu ist und so die Leute rechtzeitig vor dem Werktag Nachtruhe hatten.

  6. Hans sagt:

    Oh ja, das ist auch für mich eine traurige Nachricht…
    Aus Zeitmangel war ich da zwar nur selten Gast aber wenn dann mal da war ich immer von dem Bier 🍺 in den 3 „Zubereitungen“ sehr überrascht.
    Ich wünsche allen Machern eine gute zukünftige Arbeit und bedanke mich für die immer nette Art der dortigen Gastronomen. Machts gut und man sieht sich, bestimmt, Irgendwo anders…
    Viele Grüße und Alles Gute

  7. Thomas Grundman sagt:

    Das ist echt bitter. Damit verliert Pieschen nicht nur eine gemütliche Kneipe mit super engagiertem Personal sondern auch einen Ort der Kultur und des gesellschaftlichen Austauschs.
    An das Team lieben Dank für die immer liebevolle Bewirtung!

  8. Anwohner sagt:

    Dann herrscht hoffentlich endlich wieder Ruhe hier. So laut, wie es da meistens ist, ist es für keinen Anwohner angenehm.
    Die Besitzer drauf anzusprechen hat leider nichts gebracht, da wird alles abgestritten. Von wegen alles sei nur Zimmerlautstärke…

  9. Mona sagt:

    Ich bin super traurig dass das Rausch schließt, denn das Team war super engagiert, freundlich, kreativ und offen. Das Essen ist super, der Raum toll eingerichtet… Ein großer Verlust für den Stadtteil.
    Und alle die sich wegen angeblicher Lärmbelästigung beschweren, sollten sich Hobbies suchen, um weniger über ihre Mitmenschen meckern zu müssen.

  10. nahe dran sagt:

    Das hab ich auch so erlebt. Das, was ein anderer Kommentator oben mit der Ruhe vor Werktagen sagte, stimmt leider auch nicht, es war schon gerne auch mal Mittwoch- oder Donnerstagabend Party bis in die frühen Morgenstunden. Da muss es schon sehr komische akutstische Bedingungen geben, dass manche „wenige Häuser weiter“ sich gar nicht gestört fühlten. Ich wohne einige Häuser weiter und über die Kreuzung und wundere mich seit Jahren, wie die Mieter, die sich das Haus mit dem „Rausch“ teilen, das aushalten.

    Jedenfalls Vorfreude auf Ruhe :)

  11. suricata sagt:

    Super Team, das Beste Bier der Welt, Kultur und viel Leidenschaft für die Sache.
    Es ist unglaublich schade, dass das Rausch zumacht. Ein vergleichbarer Ort in Pieschen fällt mir leider nicht ein.

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