Brücke Pieschen Ostragehege

Zwölf Entwürfe für Fuß- und Radwegbrücke zwischen Pieschen und Ostragehege

In der seit Jahren laufende Diskussion über eine Elbquerung zwischen Pieschen und dem Ostragehege haben sich jetzt 23 Studenten und 15 Studentinnen mit zwölf Entwürfen für eine Fußgänger- und Radbrücke zu Wort gemeldet. Eine Jury hat gestern an der Fakultät für Bauingenieurwesen der TU Dresden die Entwürfe der angehenden Bauingenieure und Architekten der TU Dresden, der HTW Dresden, der TU Berlin und der BTU Cottbus unter die Lupe genommen.

Die Aufgabenstellung an die Studentinnen und Studenten erläutert Juryvorsitzender Steffen Marx, Professor am Institut für Massivbau. „Ziel des studentischen Wettbewerbs war, eine reine Fuß- und Radwegbrücke zu entwerfen. Das Tragwerk soll effizient und ressourcenschonend ausgelegt werden und auch technisch, gestalterisch und ökonomisch überzeugen. Außerdem sollten Konstruktionsstrategien für materialminimierte Carbonbetonstrukturen entwickelt werden.“ Die neue Art, mit Carbonbeton zu bauen, bildet einen Forschungsschwerpunkt an der TU Dresden.

Platz 2

Platz 2: Der Entwurf von Al-Falahi Layth, Galandi Philipp, Patzig Lara, Schmekel Dario.

Ein genauer Standort für die Brücke war nicht vorgegeben. So finden sich in den Entwürfen verschiedene Varianten – zum Beispiel am Brauhaus Watzke, als Querung über die Mole, in der Verlängerung der Herbststraße oder der Trachauer Straße. Dabei werden die zu überwindenden 240 Meter gerade oder auch in großzügiger S-Form überbrückt. In vielen Entwürfen sind auf der Brücke Aufenthaltsbereiche mit Erkern und Sitzgelegenheiten vorgesehen.

Effizienz und Realisierbarkeit des Brückentragwerkes standen im Vordergrund der Bewertung durch die Jury, zudem die Integration in das vorhandene Wegenetz und die Nachhaltigkeit. Eine genaue Kostenkalkulation gehörte nicht zur Aufgabenstellung. Das, so Marx, hätte den Rahmen und den zeitlichen Aufwand deutlich gesprengt.

Fuss- und Radbrücke Platz 3

Platz 3: Der Entwurf von Buda Patryk, Eckert Florian, Glassmann Frederike, Melcer Elliot

Der Siegerentwurf stammt von einem Team der TU Dresden. Der Startpunkt der Brücke befindet sich am Pieschener Ufer zwischen den ÖPNV Haltestellen „Oschatzer Straße“ und „Dresden Altpieschen“. Die Konstruktion, die einen einseitig aufgehängten Kreisringträger für diesen Ort vorsieht, wurde von der Jury auch wegen ihrer architektonischen Qualität gelobt. Dies sei eine Bereicherung für den Ort, die durch eine geschickte Anbindung am Pieschener Ufer die Mobilität für den Fuß-und Radverkehr deutlich steigert, heißt es in der Begründung der sechs Jurorinnen und Juroren.

Auf dem zweiten und dritten Platz landeten jeweils Entwürfe der TU Berlin, welche eine zwei- und einhüftige Schrägkabelbrücke als Elbquerung vorsehen. Hier haben die Autoren den Parkplatz gegenüber von Brauhaus Watzke als Startpunkt gewählt. Ein Entwurf sieht hier sogar den Abriss des „Kleinen Watzke“ vor.

Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne), der auch Jurymitglied war, sieht in den Entwürfen der Studenten einen weiteren Beitrag in der Debatte um die Elbquerung. Auch wenn die bereits vorliegende Grundlagenbetrachtung aus seinem Geschäftsbereich von einer Umweltbrücke ausgeht – also neben Fußgänger, Radfahrern auch den öffentlichen Nahverkehr berücksichtigt – sollen die Ideen der Studenten in die weitere Debatte des Verkehrskonzeptes 2035 einfließen. Er kündigte an, dass die Entwürfe vom 15. bis zum 26. August im Rathaus der Öffentlichkeit präsentiert werden – erreichbar über die Goldene Pforte. Dann werden sicher auch die gelungenen und weniger gelungenen verkehrstechnischen Lösungen der Entwürfe diskutiert werden. Dazu gehört auch eine für Fußgänger und Radfahrer unkomplizierte Anbindung der Brücke an den Elberadweg.

Die Jury: Steffen Marx, Hendrik Lindner, Sabine Göbel, Stephan Kühn, Stephanie Mau, Volker Schmid. (v.l.n.r.) Foto: W. Schenk

3.000 Euro stehen für das Gewinnerteam als Preisgeld zur Verfügung. Mit den Mitteln soll die Teilnahme an einer mehrtägigen Fachkonferenz in Rom finanziert werden. Der zweite und dritte Platz wurde mit einem Preisgeld von 500 Euro und 200 Euro dotiert.  Zudem wurden zwei Sonderpreise in Höhe von je 150 Euro für besonders gelungene Brückenmodelle an Studierende der BTU Cottbus und der TU Dresden vergeben.

Die Jury:

  • Stephan Kühn, Baubürgermeister der Stadt Dresden
  • Stephanie Mau, Stadt Dresden, Amt für Stadtplanung und Mobilität
  • Sabine Göbel, Stadt Dresden, Straßen- und Tiefbauamt
  • Prof. Dr.-Ing. Steffen Marx, TU Dresden, Institut für Massivbau
  • Prof. Dr.-Ing. Volker Schmid, TU Berlin, Entwerfen und Konstruieren – Verbundstrukturen
  • Hendrik Lindner, BTU Cottbus, Fachgebiet Tragwerksplanung

7 Meinungen zu “Zwölf Entwürfe für Fuß- und Radwegbrücke zwischen Pieschen und Ostragehege

  1. Lichtenfels sagt:

    Gähn … sinnlos „Architektur“😱

  2. Insider sagt:

    Gähn. selten sinnloser Beitrag „Lichtenfels“

  3. Trachauer sagt:

    Wenn es schon eine Fußgängerbrücke sein muss, die auch Fahrradfahrer mit benutzen können oder umgekehrt, dann böte sich aus meiner Sicht das Elbufer am Alexander-Puschkin-Platz in Fortsetzung der Erfurter Straße an. Eine Brücke in unmittelbarer Nähe zur entstehenden Wohnanlage „Marina Garden“, zum TSV Rotation-Sportplatz und, wenn alles „gut geht“, zu einem modernen Hallenbad am „Puschkinplatz“, das wäre doch was! Außerdem ist der Abenteuerspielplatz Eselnest gleich „um die Ecke“.

  4. Luisa sagt:

    Aus meiner Sicht wäre Altpieschen ein guter und logischer Querungspunkt, da dort die Strecke für Fußgänger_ und Radfahrer_innen zu den nächsten Brücken (Marien-/Flügelweg-) jeweils etwa gleich lang und die Anbindung an drei Bahnlinien gegeben ist.

    https://vm.tiktok.com/ZMNGySRAE/

  5. boggler sagt:

    Was Luisa sagt macht absolut Sinn. Der Gewinner erinnert an die Brücken der Industriekulturroute im Ruhrgebiet, die überregional bekannt sind.
    Wäre eine absolute Bereicherung für Pieschen.

  6. RolandKoenig sagt:

    Und weshalb, ist das nun so wichtig ? Weshalb muss man, von Pieschen über die Elbe, in das Ostra Gehege kommen ??? Das dann die Elbwiesen (Naturschutzfläche) Betreten ist eigentlich untersagt & nur von der Stadt geduldet…
    Auch ein Bad am Puschkin Platz ist völlige Utopie & der falsche Standort.
    Doch erstmal gilt es für die Stadtkasse, die knapp 60 Millionen Schulden, der DVB auszugleichen…

    Wieder so ne Schlidbürger Vorstellung

  7. FDD sagt:

    Ich bin zwar auch kein Fan von der großem hilbertischen Verdichtung vom Elbkessel, aber die ein oder andere Elbquerung könnte zu einer 0,5 Millionen Einwohner Stadt schon passen.

    Und zur den DVB und anderen Verkehrsverbünden – alles unter einen 365Euro-Ticket für das Jahr ist blanke Utopie

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