„Trauerndes Mädchen am Tränenmeer“ steht wieder auf dem Heidefriedhof

Die vor zwei Wochen beschädigte Skulptur „Trauerndes Mädchen am Tränenmeer“ steht wieder auf dem Heidefriedhof. Pünktlich zu den Gedenkveranstaltungen am 13. Februar war die Reparatur abgeschlossen. „Es ist großartig, dass dieses Kunstwerk so schnell wieder an seinem Platz steht. Dafür möchte ich Małgorzata Chodakowska im Namen der Stadt ganz herzlich danken. Vandalismus ist falsch und kein Kommentar zu Fragen der historisch-politischen Bildung“, erklärte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (Linke). Das „Trauernde Mädchen am Tränenmeer“ sei eine Schenkung an die Stadt Dresden. Die Skulptur visualisiere Erlebnisse einer Zeitzeugengeneration. „Diesem Erbe sind wir ebenso verpflichtet, wie der Diskussion mit den Nachgeborenen über eine zeitgemäße Erinnerungskultur“, so Klepsch.

Die Skulptur steht seit 2010 auf dem Heidefriedhof und erinnert an die Opfer des 13. Februar 1945. „Es muss einen gesellschaftlichen Konsens geben, wie man mit Kunst und Kultur umgeht. Das trauernde Mädchen bedeutet für mich als Polin nicht nur den Weg der Völkerverständigung, sondern den Weg des Verzeihens zu gehen“, erklärte die seit 1991 in Dresden lebenden polnische Künstlerin Małgorzata Chodakowska und fügte hinzu. „Das heißt, um einen Neuanfang zu wagen, steht an erster Stelle das Verzeihen! Das Granitbecken mit dem Tränenmeer steht symbolisch also nicht nur für die Tränen der Trauer, sondern auch für das Wasser zum Löschen der brennenden Stadt. Ebenso ist Wasser die Grundlage für neues Leben und ganz besonders ist es für mich ein Geschenk Gottes an uns alle zum weiterleben“.

Wie es zu der Skulptur kam

2009 hatte die Stadt Dresden einen Realisierungswettbewerb für die künstlerische Gestaltung einer Skulptur „Trauerndes Mädchen“ für den Heidefriedhof ausgeschrieben. „Dieser Wettbewerb war durch den privaten Nachlass von Frau Dr. Helga Barbara Petzold möglich. Ihr Wille war es, zu Ehren der Opfer des 13. Februar 1945 eine Skulptur „Trauerndes Mädchen“ zu errichten. Es ging ihr darum, an das persönlich erlebte traumatische Geschehen zu erinnern und jener Menschen zu gedenken, die damals ihr Leben verloren“, erläuterte ein Rathaussprecher die Hintergründe der Entstehung des Gedenkortes. Barbara Petzold sei 1936 in Dresden geboren worden und hatte im Alter von neun Jahren den Angriff auf Dresden erlebt. Dies habe sie geprägt und tiefe Spuren in ihrem Leben hinterlassen. Petzold war Dozentin am Institut für Fremdsprachen der Technischen Universität Dresden. Sie verstarb 2006 nach langer schwerer Krankheit.
Im Rahmen des Wettbewerbes waren sieben Künstlerinnen und Künstler zum Wettbewerb eingeladen worden. Am 8. März 2010 wählte die Jury den Vorschlag „Tränenmeer“ der Dresdner Künstlerin Małgorzata Chodakowska als Siegerin aus. Die Realisierung erfolgte im Sommer 2010.

Zwischen dem 28. und 31. Januar hatten unbekannte Täter die Skulptur auf dem Heidefriedhof an den Füßen beschädigt und umgestoßen. Da eine politische Motivation für die Tat nicht ausgeschlossen werden kann, hat die Soko LinX des PTAZ (Polizeiliches Terrorismus- und Extremismus- Abwehrzentrum) die weiteren Ermittlungen übernommen.

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