Fernwärme fließt jetzt durch den neuen Elbdüker – 10 Kilometer Rohre sind verlegt

Die Drewag hat am Freitag die Fernwärmetrasse im Elbdüker in Betrieb genommen. Die 242 Meter lange begehbare Betonröhre verläuft sieben Meter unter dem Elbgrund zwischen der Pieschener Allee auf der Altstädter Seite und der Uferstraße auf Neustädter Seite. „Rechtzeitig vor den winterlichen Außentemperaturen wurde die zweite Elbquerung fertig. Sie erhöht die Versorgungssicherheit deutlich und schafft gleichzeitig die Voraussetzung für den weiteren Ausbau nördlich der Elbe“, erklärte Frank Brinkmann, Sprecher der Drewag-Geschäftsführung am Freitag anlässlich der Freigabe. Der umfangreiche Ausbau des Fernwärmenetzes nördlich der Elbe hatte die bisher einzige Elbquerung in der Carola-Brücke an ihre Kapazitätsgrenze gebracht.

Der Ausbau sei schon in vollem Gange und umfasse unter anderem den Anschluss der Heizkraftwerke Dresden-Trachau und Radebeuler Straße. Mit dem Ausbau der Fernwärmeleitungen in Richtung Elbepark werde auch rechtzeitig für die großen Wohnungsbauvorhaben in Mickten die Fernwärme als kostengünstiger und ökologischer Energieträger zur Verfügung stehen. „Durch Kraft-Wärme-Kopplung wird die Fernwärme bei der Stromerzeugung mitgewonnen und direkt in die Haushalte transportiert – ein effizienter Weg, um Kohlendioxid einzusparen und die Dekarbonisierung in Sachsen voranzutreiben“, betonte Brinkmann.

Nach dem Abschluss der Tunnelbohrung im August konnten die Experten der Firmen Eiffage und Mennicke Rohrbau Dresden in kurzer Zeit die Rohre verschweißen und in den Schacht ziehen, sowie weitere Ausrüstungen installieren. Die aktuell noch sichtbaren Stahlbetonwände auf beiden Elbseiten dienen dem Hochwasserschutz während der Bauarbeiten und werden nach Herstellung der unterirdischen Bauwerksdecken abgebrochen. Sichtbar bleiben nur kleine Einstiegsdeckel und die Öffnungen für die Belüftung des Tunnels.

Rohr

Die Rohre werden verschweißt und dann in den Tunnel gezogen. Foto: W. Schenk

Auf einer Strecke von zehn Kilometer sind bisher in Pieschen Fernwärmerohre verlegt worden. Neben dem Schulcampus Gehestraße sind auch die Neubauten an der Hafencity angeschlossen. Etwa 250 interessierte Gebäudeeigentümer konnten bisher als neue Vertragspartner gewonnen werden. Die Bauarbeiten waren „teils mit erheblichen Verkehrseinschränkungen speziell in Pieschen verbunden und nur in enger Zusammenarbeit mit dem Straßen- und Tiefbauamt sowie dem Stadtbezirksamt und dem Stadtbezirksbeirat möglich“, erklärte Brinkmann und dankte allen Anliegern für ihr Verständnis.

im letzten Abschnitt der Torgauer Straße laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Foto: W. Schenk

Während viele Baustellen inzwischen fertiggestellt sind, ist die Torgauer Straße zwischen Mohnstraße und Leisniger Straße noch gesperrt. Hier würden jetzt Drewag und das Dresdner Straßen- und Tiefbauamt gemeinsam bauen, hatte Projektsteuerer Steffen Kadler vom Büro ICL Ingenieur Consult am vergangenen Dienstag auf der Sitzung des Stadtbezirksbeirates erklärt. Nach Verlegung von Fernwärmerohren und den neuen Brauchwasserrohren mit einem Durchmesser von 60 Zentimetern würde sich unmittelbar die Erneuerung der Straße durch die Stadt anschließen. Baustellen werde es auch weiterhin geben. Allerdings seien die Einschränkungen beim Bau von weiteren 60 Hausanschlüssen nicht so gravierend wie bisher.

Für das Gesamtvorhaben Dresden-Nordwest gibt die Drewag Stadtwerke GmbH etwa 45 Millionen Euro aus, sagte Brinkmann. Von der 8,9 Millionen Euro Fördermitteln hatte der Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) 80 und die Stadt Dresden 20 Prozent übernommen.

      9 Meinungen zu “Fernwärme fließt jetzt durch den neuen Elbdüker – 10 Kilometer Rohre sind verlegt

      1. Edgarsagt:

        Was bleibt ist die Verwahrlosung der Parkordnung von Autos während und leider auch nach der Baumaßnahme in Pieschen. Und jetzt wird auch noch der Interimsparkplatz der DREWAG an der Riesaer Straße geschlossen. Ein Bewirtschaftungskonzept für Parkplatzflächen in Pieschen ist leider nicht erkennbar. 45 Millionen Euro Steuergeld insgesamt sind geflossen und am ende gibt es verschlechterungen bei dem Abstellen für die Autos der Anwohner. Man muss sich nicht wundern das Fahrzeuge abgestellt werden wo Platz ist.

      2. der mit dem Wolf tanztsagt:

        …was auch bleibt, ist das Stehenlassen von Halte-und Parkverbotsschilder obwohl die Baumassnahmen längst abgeschlossen sind. (Rehefelder Straße – Altersheim und KITA).
        Und da reden wir noch nicht mal vom bis jetzt nicht erfolgtem Rückbau der provisorischen Bus-Haltenstellen in der Rehefelder/Ecke Wurzener, der letzte Bus hielt hier vor Wochen.

      3. Rainer Witzsagt:

        Ich bin gespannt, wie „nicht so gravierend“ die Bauarbeiten am nördlichen Teil der Oschatzer Straße für die Anwohner sein wird. Letzte unbestätigte Info die man als Anwohner nur über 3 Ecken erhielt war Baubeginn Anfang 2021. Offiziell informiert wurde noch keiner. Und wenn jetzt auch noch, wie Edgar schrieb, der weit entfernte Interimsparkplatz wegfällt, steht den Anwohnern mit und ohne privaten Stellplätzen der nächste Parkstreß bevor. Schnell bei Google Maps durchgezählt werden dann circa 50 private Stellplätze und 60 öffentliche Stellplätze nicht mehr erreichbar sein in einem Gebiet, wo eh schon aufgrund mangelndem Parkraum wild geparkt wird. Wohin mit den Autos?

        • Andreassagt:

          Verkaufen! Bus und Bahn nutzen:-).

          Ich weiß, nicht jeder kann auf das Auto verzichten, die Kinder müssen ja immer irgendwo hingebracht werden.

        • Edgarsagt:

          Es fallen nicht nur die Straßenparkplätze weg sondern auch die Stellplätze in den Innenhöfen Auf die muss, obwohl bezahlt, auch noch verzichtet werden und ebenfalls andernortes geparkt werden. Die Nachbarn freuen sich schon.
          An Andreas
          Das Abschaffen der KFZ ist wohl ihr Wunschtraum?
          Es ist leider so nicht vollständig umsetzbar. Und Bus und Bahn derzeit?

        • Rainer Witzsagt:

          @Andreas das wird leider auch zukünftig ein utopischer Traum werden. Ich habe für mich persönlich mal eine Woche durchgerechnet, wenn ich zu meinen Standardterminem (Arbeit, Kinderkurse, Einkaufen) auf die Bahn umsteigen würde, würde ich etwa pro Woche 6 Stunden Lebenszeit „verlieren“, einfach weil ich länger unterwegs bin.
          Und wenn erstmal der Großteil der Autos elektrisch/rein elektrisch fährt, sinkt auch der Ökoanreiz auf die Dreckschleuder verzichten zu müssen.
          Wie bei jeder Diskussion bei dem Thema, bei manchen mag der Umstieg Bus/Bahn gehen, bei anderen nicht, jedes Leben ist anders, es gibt keine gleiche Lösung für alle.

          Na ich bin halt einfach mal gespannt, wann wir informiert werden, wie der Bau geplant ist (vielleicht wird ja nur halbseitig gesperrt? Vielleicht wird es weniger Schlimm als erwartet?). Diese Null-Info-politik nervt einfach. Meine neutral geschriebenen Emails an die Drewag mit Anfragen zu dem Thema wurden konsequent ignoriert.

        • Linnasagt:

          @ Andreas, derzeit ist es eine richtig kluge Idee, wenn alle aufs Auto verzichten und sich in die Busse quetschen.
          Ich hatte das große Glück einen Stellplatz zu bekommen und ja, die 50 Euro im Monat ist es mir wert. Zusammen mit tanken komme ich natürlich teurer, als mit dem Bus, dafür hole ich mir nicht mehr jede Rotze und anderen Mist in den Bussen und spare erheblich an Nerven und Lebenszeit.

      4. Andreassagt:

        Ach, wie schön. Jeder hat so seine „plausible“ Ausrede.
        Ich habe kein Auto und fahre mit Bus und Bahn – es geht ohne „Lebenszeit“ zu verlieren. Grippe oder so etwas, hatte ich das letzte Mal, Ende der achtziger Jahre.

        • Rainer Witzsagt:

          Wie schon gesagt, jedes Leben ist anders, daher würde ich hier nicht von Ausreden reden. Ich freue mich für Sie, wenn für Sie die bevorzugte ökologischere Variante funktioniert, bei mir würde es eben nicht gehen. Ich denke hier ist eine Diskussion für beide Seiten Zeitverschwendung. Bei mir würde, da, wie geschrieben, mit Anbindungen, Wartezeiten, Laufwegen, etc. einfach zu viel Zeit verloren geht. Im Schnitt sitze ich am Tag wohl 1 Stunde im Auto (mal von meinen betrieblich notwendigen Dienstreisen abgesehen, da bin ich im Monate etwa 2000 km unterwegs), ich habe das, zwangsmäßig dank Autoreparatur, bereits längere Zeit auch ohne Auto probiert und war gut und gerne das doppelte der Zeit unterwegs.

          Und ja, das gleich vorneweg, ich habe meinen privaten Stellplatz für den ich schön bezahle und mittels Grundsteuer für die Fläche sogar was der Allgemeinheit zurück gebe, die ich mit meinen Abgasen schädige.

          In dem Sinne wünsche ich allen eine schöne Weihnachtszeit, bleibt alle gesund und kommt gut rüber ins neue Jahr, sei es mit Bus, Bahn, E-Roller, Fahrrad, Auto oder zu Fuß.

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