Parken Mohn Markusstrasse 1702

Parken in Pieschen: Bürgermeister Schmidt-Lamontain (Grüne) bietet keine Lösungen an

CDU-Stadtrat Veit Böhm ist sauer. Im März 2018 hatte der Stadtrat einen Prüfauftrag zum Thema „Parken in Pieschen“ verabschiedet. Anfang November erhielt er eine kurze Antwort zum Bearbeitungsstand der drei vorgelegten Fragen – unterschrieben von Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne). Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) hat mit „Kenntnisnahme“ gegengezeichnet. Der Umfang der Prüfaufträge sei „im Tagesgeschäft nicht einzuordnen….Ob eine personelle Unterstützung in dem betreffenden Amt in den nächsten Jahren gelingt, hängt auch von der Stellenplanberatung in den laufenden Haushaltsberatungen im Stadtrat ab.“ Seitdem überlegt Böhm, wie er mit dieser Art von Verwaltungshandeln umgehen soll. „Das ist mehr als unverschämt“, kann er auch Wochen nach der Antwort kaum an sich halten.

„Unverschämt“ ist für ihn nicht etwa, dass die Stadtverwaltung kein Parkraumkonzept für Pieschen vorlegen will. Dass dafür umfangreiche Recherchen und Ressourcen erforderlich sind, ist allen Beteiligten klar. Der vom Stadtrat verabschiedete CDU-Antrag forderte aber darüber hinaus die Prüfung von „kurzfristigen und punktuellen Maßnahmen zur Verbesserung der Parksituation, beispielsweise durch  Schrägparkmöglichkelten (ggf. durch Einbahnstraßenregelungen), Freigabe von derzeit gesperrten Verkehrsflächen (z. B. gegenüber des Rathauses Pieschen), Einrichtung einer Börse für freie private Parkflächen (Tiefgaragenplätze)“. Der Vorschlag, die Poller am Markusplatz zu beseitigen, um auf dem etwa 50 Meter langen Straßenstück Parken zu ermöglichen, stammte aus einer Bürgerversammlung. Den Vorschlag, eine Börse für freie Parkplätze einzurichten, hatte die Redaktion von Pieschen Aktuell aufgegriffen und ein entsprechendes Angebot freigeschaltet. Der Bedarf dafür war allerdings kaum vorhanden.

Böhm findet es enttäuschend, dass auch zu den einzelnen, punktuellen Prüfaufträgen keine Lösungen vom zuständigen Bürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) und seinen Ämtern unterbreitet werden. Dabei hatte Schmidt-Lamontain selbst der Bürgerversammlung im Rathaus Pieschen die Prüfung einzelner Vorschläge zugesagt. Das war im Dezember 2017. Das Thema Querparken ist für die Verwaltung ohnehin nicht neu. Schon seit Februar 2017 gibt es eine entsprechende, bis heute nicht beantwortete Anfrage aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen. Das ist nun schon fast zwei Jahre her.

Auch bei aktuellen Problemen sind Lösungen aus dem Hause Schmidt-Lamontain Fehlanzeige. Auf die Frage, ob die Stadtverwaltung angesichts der vielen Baumaßnahmen der Drewag zum Fernwärmeausbau und der Stadtentwässerung in der Kötzschenbroder Straße, die für ein Jahr voll gesperrt ist, Handlungsbedarf sieht, um die Belastungen beim Parken zu mindern, erhielt die Redaktion von Pieschen Aktuell eine knappe Antwort. „Die Kommune ist leider nicht in der Lage, im öffentlichen Verkehrsraum für Ersatzstellplätze während laufender Baumaßnahmen zu sorgen.“

6 Meinungen zu “Parken in Pieschen: Bürgermeister Schmidt-Lamontain (Grüne) bietet keine Lösungen an

  1. Warum sollte die Stadt auch für Parkplätze sorgen müssen? Viel wichtiger fände ich dass im Gegenteil Falschparken endlich geahndet werden müsste.

    Überall stehen tonnenschwere Blechkisten einfach im Weg rum – obwohl es ausdrückliche Regeln dagegen gibt. Ich kenne dutzende Kreuzungen in Pieschen und angrenzenden Gebieten in denen man zu JEDEM Zeitpunkt mehrere Falschparker pro Kreuzung findet. Abgesenkte Bordsteine, Kreuzungsbereiche, Parken auf Geh- und Radweg? Alles alltäglich – nie auch nur ein Strafzettel (die auch lächerlich billig sind – ein Strafzettel kostet oft weniger als Parkhausplatz pro Tag oder ein ÖPNV-Ticket für mehrere Zonen)

    Du kannst nicht parken? Dann tu es halt nicht!

    Wenn ich mit Rad/Bahn unterwegs bin gibt es auch kein Verständnis dafür dass ich mal paar hundert Meter zum nächsten Fahrradständer oder zur Haltestelle laufen muss. Ich verstehe nicht warum hier wieder Sonderbehandlung für die gesellschaftlich ungünstigste Variante der Fortbewegung eingeführt werden muss.

  2. Dieter Schmitz 9. Januar 2019 at 12:42 -

    Das Herr Röhm sich als Abschleppexperte zum Thema Parken zu Wort meldet, ist an sich schon mal als positiv zu bewerten. Doch nicht nur für den Hut. Jetzt muss der Baubürgermeister Parkplätze schaffen, schließlich ist es seine Pflicht die primären Interessen der Bürger zu gewährleisten. Oder zumindest so zu tun. Dies kann er durch den Einsatz seiner Mitarbeiter zur Beantwortung von Anfragen untermauern.

    Das Rechtsverständnis einiger weniger sollte nicht auf alle Parkplatzsuchende übertragen werden. Die Mehrheit parkt gesetzeskonform. Diejenigen aber, denen die Gesetze schlichtweg egal sind, hier gibt es einige Auffälligkeiten, handelt es sich bei den Falschparkern weitestgehend um den gleichen Personenkreis, sollten durch bestehende Maßnahmen an ihre Verantwortung anderen gegenüber erinnert werden. Durch im Kreuzungsbereich abgestellte Fahrzeuge werden Rettungsfahrzeugen die Durchfahrt zumindest erschwert, wenn nicht gar unmöglich gemacht. Den Sinn der Verkehrsgesetzgebung hat nicht nur Herr Röhm nicht verstanden.

    Was nun den fehlenden Verkehrsraum betrifft, kann der Baubürgermeister keinen Platz schaffen der nicht vorhanden ist. Die Vorschläge von Herrn Röhm sind alles andere als ausgegoren. Da würde es mehr Sinn machen die Kirche selbst zum Parkhaus zu erklären. Schließlich steht diese sowieso weitestgehend leer. Und der Herrn Röhm eigene christliche Bezug ist auch wieder hergestellt. (Heiliges Blechle)

    Es sollte nicht unerwähnt bleiben dass bei einigen Verkehrsteilnehmern der Parkwille unbedingt erfüllt werden muss, egal wie diese parken, Hauptsache die Karre steht!

  3. Stadtrat Veit Böhm wohnt nicht in Pieschen, sondern im letzten Winkel der Stadt in Kaditz hinter der Autobahn. Ist nicht das erste mal, daß solch „Leute vom Rande“ glauben, ihre stadtbezüglichen Vorstellungen wären relevant. Ich beispielsweise kenne auch niemanden, welcher ein weiteres Mehr an zusätzlichen Autostellplätzen möchte. Man braucht ja nur die jetzt schon „normale“ und krankhafte Blechhalde einer jeden Wohnstraße anzuschauen. So sieht doch keine lebendige attraktive Stadt aus! Immerhin folgt der Baubürgermeister doch unserem Wunsch, solch abseitigen Prüfaufträgen nicht nachzukommen. Wozu auch sollte man es tun? Wenn schon Querparken, dann aber die andere Straßenseite abordnen. Irgendwo möchte „mensch“ ja auch mal etwas verfügbaren öffentlichen Raum im Nahumfeld haben! Wie stellt sich Herr Böhm überhaupt die Sache vor, wenn durch Zuparken natürlich die Verkehrsmengen im Stadtbezirk steigen, das Regime sich noch mehr zu Ungunsten aller anderen verschiebt, die DVB und die Sicherheit (auch auf Kita- und Schulwegen) geschwächt, sowie die Luftqualität in die Tonne verklappt wird??? Egal, es ist dem CDU-Rat ernsthaft angeraten, die zu großen Schuhe eines Ratsmandats in sachverständigere Parteihände zu legen, auch wenn das in der CDU sicher nicht einfach ist. Von Herrn Böhm kam die letzten Jahre so gar nichts Sinnvolles, wie soll es mit ihm nur weitergehen?

  4. Hallo, vom Querparken halte ich auch nichts, aber dass nichts sinnvolles von Herrn Böhm kam, dem möchte ich nicht zustimmen. Er hat sich für die 73 stark gemacht und mit für eine Weiterentwicklung der Buslinie gesorgt (die inzwischen manchmal so voll ist, dass nicht alle rein passen), mindestens da hat er auch mal was für Nicht-Autofahrer getan.

  5. Dieter Schmitz 9. Januar 2019 at 17:26 -

    Sehr geehrter Herr Nepomuk,

    in Kaditz wohnen auch anständige Leute! Die Meinung eines einzelnen auf die normalen Bürger zu übertragen ist nicht richtig, oder falsch.

    Und vergessen Sie mal nicht dem Herrn Mandatsträger den ihm, kraft seines Amtes, zustehenden Respekt zu zollen. Er ist schließlich ein Würdenträger. Solange er schweigt wirkt er ja auch glaubwürdig. Seine Schuhe sind nicht das Problem. Schauen Sie mal weiter oben. Solange er sich auf der dem Amt angemessenen Schrittfolge konzentrieren muss, also mit angehaltenem Atem, kann er keine weiteren Kapazitäten für so unwichtige Dinge wie…(jetzt hab ich es vergessen) verschwenden. Haben Sie Mitleid, wenn einer es verdient, dann er. Schließlich sind wir Christen.

    Geben Sie den Kaditzern den ihnen zustehenden Frieden zurück. Auch die am Rande lebenden wissen: Hinter dem Horizont gehts weiter.

  6. Ach na meinetwegen können gern wieder reichlich der leckeren, gelben Stadtbirnen gepflanzt werden, die es damals en masse gab, da entspannt sich das sicher automatisch ein wenig, mit diesen „Blechhalden“ 😉

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