Thema: Globus

Leipziger Vorstadt Luftbild Haschenz

Stadtratsmehrheit für Wohnungen statt Globus im Masterplangebiet Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen

Der Stadtrat hat heute die Weichen für ein neues Stadtquartier in der Leipziger Vorstadt und am Neustädter Hafen gestellt. In den nächsten Jahren können hier mehr als 1.700 neue Wohnungen entstehen, ergänzt durch nichtstörendes Gewerbe und viel Grün. Die bereits vorhandenen Kultur- und Gewerbebetriebe bleiben erhalten.

Nachdem sich in der letzten Stadtratssitzung bereits eine Mehrheit für Wohnen statt großflächigem Einzelhandel am Alten Leipziger Bahnhof ausgesprochen hatte, ist nun im Rahmenplan für die Entwicklung dieses Stadtgebietes die Ansiedlung eines Globus SB-Marktes ausgeschlossen. Über den alternativen Standort für den Bau des Großmarktes herrscht weiter Schweigen.

In der Vergangenheit hatten weitere Grundstückeigentümer entlang der Leipziger Straße, wie die Procom GmbH aus Hamburg und die zum Kaufland-Konzern gehörende SIV Immobilien Holding erklärt, dass sie ihre Wohnungsbaupläne nur realisieren würden, wenn in der Nachbarschaft kein Großmarkt gebaut wird. Diese Hürde wäre nun ausgeräumt.

Zum Masterplangebiet gehören die Flächen nördlich und südlich der Leipziger Straße zwischen Marienbrücke und Erfurter Straße und der Schulstandort Gehestraße.

masterplan variante 2 wohnen

Die Masterplan-Variante ohne Globus: In den Flächen 7, 9 und 10 könnten bis zu 1.700 Wohnungen entstehen. Quelle: dresden.de

Die Standorte mit Wohnungspotenzial im Masterplangebiet:

  • Quartier 1: Elbviertel am Alexander-Puschkin-Platz. Hierzu gehören die Fläche, auf der Regine Töberich das Projekt Marina Garden realisieren wollte sowie das benachbarte „Malteser-Grundstück“, die Villa Grumbt und ein Grundstücks-Streifen, der der Stadt gehört. Die Masterplan-Vorlage sieht hier ein Potenzial von 190 Wohnungen.
  • Quartier 3: Neustädter Hafen. Das Areal ist bekannt unter dem Namen HafenCity und wird von USD Immobilien entwickelt. 350 Wohnungen, davon 12 Prozent Sozialwohnungen
  • Quartier 7: Mischnutzung und Gewerbestandort. 192 Wohnungen möglich.
  • Quartier 9: Wohnpark an der Orangerie. Auf einem Areal von rund 60.000 Quadratmetern könnten nach Aussage der Eigentümer 525 Wohnungen und ein 5.000 Quadratmeter großer Park entstehen. Die Vorlage geht von 310 Wohnungen aus.
  • Quartier 10: Alter Leipziger Bahnhof. Laut Vorlage 190 Wohnungen möglich. Die Zahl wurde inzwischen deutlich nach oben korrigiert.

Scharfe Kritik am Vorgehen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit übten CDU und FDP/Freie Bürger. „Falsche Richtung, falsche Reihenfolge“, sagte Gunter Thiele, der für die CDU im Bauausschuss sitzt. Noch sei der Aufstellungsbeschluss für den Globus SB-Markt nicht aufgehoben. Da könne man nicht eine ganz andere Entwicklung für das Areal beschließen. „Es wird hier auf lange Zeit keine Entwicklung geben“, prophezeite er. Sein Fraktionskollege Veit Böhm betonte, dass die CDU Pieschen und die Pieschener CDU-Ortsbeiräte die Globus-Ansiedlung immer skeptisch gesehen hätten. Anders als von Linke-Fraktionschef André Schollbach in der vergangenen Stadtratssitzung behauptet, gebe es noch keine tragfähige Alternative für einen Globusstandort. Das Unternehmen, so seine Erkenntnisse, wolle darum am Standort Alter Leipziger Bahnhof festhalten. Unter diesen Voraussetzungen sei eine Zustimmung zur Masterplan-Variante ohne Globus für ihn nicht machbar. Das gelte auch für die Fraktion FDP/Freie Bürger, erklärte Franz-Josef Fischer. Als „schäbiges Verhalten der zeitweiligen Siegermächte“ bezeichnete er das Vorhaben von Linke, Grünen und SPD, die Globus-Ansiedlung in der Leipziger Vorstadt zu verhindern.

Martin Schulte-Wissermann (Piraten, Linke-Fraktion) und Grüne-Fraktionschef Thomas Löser hoben die Chancen für die Entstehung eines völlig neuen Stadtteils hervor. „Der Masterplan ist nicht das Ende der Reise“, verwies Schulte-Wissermann auf die nun notwendigen Bebauungspläne für die einzelnen Bereiche des Masterplangebietes. Die Masterplan-Variante 1, ohne Globus SB-Markt, wurde mit 34 Ja und 28 Nein-Stimmen verabschiedet.

Eine Meinung zu “Stadtratsmehrheit für Wohnungen statt Globus im Masterplangebiet Leipziger Vorstadt/Neustädter Hafen

  1. Scharfe Kritik am Vorgehen der rot-grün-roten Stadtratsmehrheit übten CDU und FDP/Freie Bürger. „Falsche Richtung, falsche Reihenfolge“, sagte Gunter Thiele, der für die CDU im Bauausschuss sitzt. Noch sei der Aufstellungsbeschluss für den Globus SB-Markt nicht aufgehoben.

    Trotzdem ist in der Bevölkerung die Stimmung ziemlich klar: Ein Globus-Markt ist in der Stadt an dem Standort nicht gewünscht. Würde man nicht jetzt schon planen, würde wertvolle Zeit vergeudet, nur um am Ende doch das gleiche Ergebnis zu haben. Nämlich Globus an einem anderen Standort oder gar nicht.