Auf dem Heidefriedhof in Trachau ist bei Bauarbeiten eine bislang unbekannte Gräberstätte entdeckt worden. Die Arbeiten für eine neue naturnahe Grabanlage wurden unterbrochen. 
Fund bei Bauarbeiten
Der Eigenbetrieb Städtisches Friedhofs- und Bestattungswesen Dresden plant auf dem Heidefriedhof eine neue naturnahe Grabanlage. Die bauvorbereitenden Arbeiten laufen seit einiger Zeit. Die Fertigstellung ist noch für dieses Jahr vorgesehen.
Am 24. Februar 2026 stießen Arbeiter südlich des Ehrenhains in etwa 70 Zentimetern Tiefe auf ein menschliches Skelett. Der Eigenbetrieb informierte umgehend die Kriminalpolizei Dresden sowie den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e. V. Das Vergabeverfahren für den Bau der neuen Anlage wurde vorläufig gestoppt.
49 Kriegsopfer entdeckt
Vom 17. bis 19. März 2026 fanden weitere Grabungen statt. Die Leitung übernahmen der Umbettungsdienst des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge und die Kriminalpolizei Dresden.
In der Nähe des ersten Fundortes entdeckten die Beteiligten zwei Sammelgräber. Das erste Grab misst zehn mal zwei Meter. Dort wurden 17 Kriegsopfer festgestellt. Das zweite Grab ist 20 mal zwei Meter groß. Dort fanden sich 30 Kriegsopfer. Zwei weitere Tote wurden als Einzelfunde geborgen.
Insgesamt wurden 49 Kriegsopfer entdeckt. Sie waren in den Unterlagen und Plänen des Eigenbetriebs nicht verzeichnet.
Im rückwärtigen Bereich der geplanten Grabanlage folgten 15 Probegrabungen. Weitere Verdachtsfälle auf mögliche Kriegstote ergaben sich dort nicht.
Hinweise auf Opfer des Zweiten Weltkriegs
Gegenstände aus den Sammelgräbern und der Zustand der Knochen deuten auf Kriegstote des Zweiten Weltkriegs hin.
Weiteres Vorgehen
Die beiden Sammelgrabflächen stehen nach dem Gräbergesetz unter dauerhaftem Schutz. Sie sollen würdevoll und dem Kontext entsprechend gestaltet werden. Im Umfeld der geplanten neuen Grabanlage prüfen die Verantwortlichen, ob es weitere Grabstellen gibt.
Erst danach können die Arbeiten für die neue Anlage fortgesetzt werden. Möglicherweise wird die Planung angepasst. Das kann etwa die Wegeführung betreffen.
Neue naturnahe Grabanlage geplant
Die Bestattungskultur verändert sich seit einigen Jahren. Viele Menschen wünschen sich naturnahe und individuell gestaltete Formen des Abschieds. Auch ökologische Aspekte spielen eine Rolle. Mit der neuen Grabanlage will die Stadt zusätzliche Wahlmöglichkeiten für Beisetzungen schaffen.



