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Humorzone


Babička: Vertraut und doch ganz neu

Zum Jahreswechsel hat Pavel Leden das Babička auf der Bürgerstraße übernommen. Der Vorbesitzer Josef Míček hatte sich offenbar übernommen. Míček führte jahrelang erfolgreich das Hurvinek in Seidnitz, später kam das Babička in Pirna dazu und im vergangenen Jahr wollte er es wirklich wissen, übernahm das Rausch, das Am Thor in der Neustadt und das Palatschinka im Kaufpark in Nickern.

Gulasch mit Bier (šnyt) - Foto: J. Frintert
Gulasch mit Bier (šnyt) – Foto: J. Frintert

Die Rechnung ging offenbar nicht auf. Die Firma hinter den Restaurants hat im vergangenen November Insolvenz angemeldet und Míček arbeitet jetzt als Angestellter in Pirna.

Auftritt für Pavel Leden. Der erfahrene Gastronom hat schon in Tschechien und der Schweiz Restaurants geführt, er spricht fließend deutsch und hat schon einige frische Ideen für das Babička. Als erstes soll der Zusatz „im Rausch“ wegfallen. Das sei verwirrend und würde von dem eigentlichen Konzept ablenken. Wer mit Leden spricht, trifft auf einen echten Macher – voller Energie und Ideen. Am liebsten würde er alles auf einmal anpacken: neue Außenwerbung, überarbeitete Speisekarten und ein frisches Konzept für Sportübertragungen.

Sophie Auster am 12. Mai im Blauen Salon im Parkhotel Dresden


Mit voller Energie startet Pavel Leden in die Wiederbelebung des Babička in Pieschen. Foto: J. Frintert
Mit voller Energie startet Pavel Leden in die Wiederbelebung des Babička in Pieschen. Foto: J. Frintert

Ledens Pläne fürs Babička

Viele Dinge will er beibehalten, so soll es auf jeden Fall weiterhin tschechische Küche geben. Pilsner Rindergulasch, Knödel in verschiedenen Variationen, natürlich „Svíčková“ in Rahm eingelegter Lendenbraten, dazu für Vegetarier gebackenen Käse. „Wir überlegen, dass wir demnächst einen Schnitzeltag einführen“, sagt er. Dann könnte es Schnitzel plus Bier zum Angebotspreis für 14,90 Euro geben. „Wir müssen das noch kalkulieren“, sagt er und man kann dabei zu sehen, wie ihm die Zahlenreihen durch den Kopf schießen. Aber ihm ist klar, es muss etwas Leben in die Karte kommen, damit die Gaststätte wieder läuft.

Der neue Koch, Marek Škach, soll dafür sorgen, dass die Kundschaft nicht nur satt, sondern auch zufrieden ist. Foto: J. Frintert
Der neue Koch, Marek Škach, soll dafür sorgen, dass die Kundschaft nicht nur satt, sondern auch zufrieden ist. Foto: J. Frintert

Leden ist bewusst, dass sich etwas ändern muss. „Das Babička ist nicht so gut gelaufen, wie es könnte“, sagt er rückblickend. Den Mittagstisch hat er schon eingestellt. „Das funktioniert nicht“, sagt er. Auch sonntags ist nun geschlossen. Ledens ganzer Stolz hängt schwer und glänzend an der Wand, die Tankbier-Anlage. Das Bier wird direkt von der Brauerei in Pilsen geliefert, laut Leden das beste Pils überhaupt, frisch und unpasteurisiert.

Man kann es in drei Varianten bestellen. Hladinka: Standard (ca. 3 Teile Bier, 1 Teil Schaum). Das Bier wird unter einer dichten Schaumkrone gezapft, die als Aromadeckel dient, das Bier frisch hält und den typischen herb-würzigen Geschmack bewahrt. Šnyt (Schnitt): Eine kleinere Portion (etwa halb Bier, halb Schaum) in einem großen Glas. Historisch wurde dies oft bestellt, wenn man ein frisches Bier wollte, ohne ein ganzes zu trinken. Mlíko (Milch): Ein Glas, das fast vollständig mit cremigem, nassem Schaum gefüllt ist. Es schmeckt süßer und milder und wird zügig in einem Zug („Shot“) getrunken, um den hopfigen Schaum zu genießen, bevor er zerfällt.

Frisch aus dem Tank - Pilsner Urquell - Foto: J. Frintert
Frisch aus dem Tank – Pilsner Urquell – Foto: J. Frintert

Aber viel besser lässt man sich das von Leden selbst erklären. Ziemlich stolz ist er auf das Obergeschoss. „Das ist unser kleiner Saal, den kann man für Veranstaltungen buchen“, sagt er. Rund 50 Leute passen hier rein. Auch der Keller wurde umgebaut. Hier soll dann künftig Platz für Sportübertragungen sein.

Im Oberstübchen, als hier vor Jahren noch französische Spezialitäten gereicht wurden, gab es vorzügliches Frühstück. Foto: J. Frintert
Im Oberstübchen, als hier vor Jahren noch französische Spezialitäten gereicht wurden, gab es vorzügliches Frühstück. Foto: J. Frintert

Babička

Das 1888 erbaute Eckhaus kann auf eine lange Gastronomie-Tradition zurückblicken – „Jahns Gaststätten“ hieß es 1920, später wurde es „Zur Post“. Es ist bis heute im Besitz der Familie Jahn. Vor acht Jahren hat Knut Jahn im Gespräch mit „Pieschen Aktuell“ über seine Kindheit in dem Haus mit Kneipe und seine Großeltern und Eltern erzählt.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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