Musikschule Goldenes Lamm feiert mit vielen Gästen Richtfest für Neubau

Mit Live-Musik, Reden, einer Andacht und vielen Bratwürsten und Getränken wurde gestern Nachmittag Richtfest für den Neubau der Musikschule Goldenes Lamm gefeiert. „Wir feiern einen außergewöhnlichen Betonklotz“, leitete Musikschulleiter Daniel Scheufler seine Begrüßung ein und erinnerte daran, dass der Wunsch nach einem Neubau schon lange bestehe. Die Räume für die inzwischen rund 1.100 Schülerinnen und Schüler aller Altersklassen und sozialer Herkunft seien knapp geworden. In dem Neubau ist nun Platz für einen Tanzraum und neun weitere Unterrichtsräume. Zwischen dem denkmalgeschützten Hauptgebäude und dem Neubau entsteht eine neue Eingangshalle, von der aus alle Gebäudeteile und Ebenen, einschließlich Saal und Cafeteria, erschlossen werden.

Daniel Scheufler: Mehr Platz für die inzwischen rund 1.100 Musikschülerinnen und Musikschüler. Foto: W. Schenk

Bauträger für das Vorhaben ist die Freie Evangelischen Gemeinde in Form einer Eigentumsgesellschaft. Der 2009 gegründete Verein „Musikschule Goldenes Lamm“ stellt die Betreibergesellschaft und wird Mieter der neu gebauten Räume.

Im Mittelpunkt der Lobesreden standen – wie es sich für ein Richtfest gehört – die Bauleute rings um das Generalunternehmen Otto Quast. Nur ein Jahr sei seit der Grundsteinlegung am 23. April 2021 vergangen. 114 Lkw-Ladungen Beton und 14.700 Ziegelsteine wurden seitdem in 11.200 Arbeitsstunden verbaut. „Mein Dank gilt allen am Bau Beteiligten, ganz besonders aber den Architekten von SHP, unserer Projektleiterin Doris Krian und stellvertretend Geschäftsführer Reinhard Quast sowie Polier Falk Borgwardt mit allen Bauleuten“, sagte Scheufler. Nach Richtspruch, Richtschluck und traditionell zerbrochenem Glas schwebte unter den Tönen der Bläsergruppe der Musikschule der Richtkranz in die Höhe.

Die Musikschulband Hot Ice Cream, hier unterstützt von Johann Beurich, begeisterte die Gäste. Foto: W. Schenk

„Ich habe wirklich Feuer gefangen“, erinnerte sich Barbara Klepsch an ihre ersten Begegnung mit dem Team der Musikschule und dessen Arbeit. Die Ministerin für Kultur und Tourismus ist CDU-Landtagsabgeordnete für den Wahlkreis, in dem auch der Stadtbezirk Pieschen.  „Musizieren gehört zu den Grundpfeilern kultureller Bildung für Kinder und Jugendliche, aber auch für Erwachsene. Das Erlernen eines Instrumentes schult nicht nur musikalische Fähigkeiten; es stärkt das Selbstvertrauen der Schülerinnen und Schüler und trägt zur Persönlichkeitsbildung bei. Musizieren in der Gruppe vermittelt soziale Kompetenzen; es entsteht ein Gemeinschaftsgefühl, dass von Toleranz und Wertschätzung getragen wird“, sagte Klepsch in ihrem Grußwort und war sich darin einig mit Hartmut Hühnerbein, Vorstandsvorsitzender der „Stiftung für christliche Wertebildung (Wertestarter)“ aus Berlin und Haiger, die das Bauvorhaben von Anfang an unterstützt. „Ich sehe die Musikschule vor allem als Lebensschule. Das Dach, das wir jetzt setzen, soll sich als schützend und bewahrend auch über die Zukunft der Schülerinnen und Schüler legen“, so Hühnerbein. Klepsch und Hühnerbein lösten dann ihr zur Grundsteinlegung gegebenes Versprechen ein und luden zu Essen und Trinken am Grill.

Haben geredet und gegrillt und ihr Versprechen eingelöst: Barbara Klepsch und Hartmut Hühnerbein. Foto: W. Schenk

Von der Qualität des Unterrichts, in dem die rund 1.100 Kinder und Jugendlichen bei mehr als 50 Lehrkräften lernen, konnten sich die Eltern, Anwohner, Bauleute und anderen Gäste auf vielfältige Weise überzeugen. Schon zur Begrüßung trommelten die Percussion Kids und die etwas Größeren aus der Schlagzeuggruppe. Auf der Bühne bot die Musikschul-Band „Hot Ice Cream“ Popmusik, zeitweise unterstützt von Ex-Musikschüler Johann Beurich, alias Dor Fuchs, bekannt als Youtube-Star mit Mathesongs.

Voll konzentriert: Die Percussion Kids unter Leitung von Schlagzeug-Lehrer Florian Manuel Fügemann (r.). Foto: W. Schenk

Aus den gerade einmal 15 Schüler zum Start sind dreizehn Jahre später rund 1.100 Musikbegeisterte aller Altersklassen und sozialer Herkunft geworden. Die Musikschule ist offen für alle, der Besuch ist nicht an ein Glaubensbekenntnis gebunden. Die private Musikschule ist die einzige, die im Stadtbezirk Pieschen Unterricht in einem so breiten Spektrum an Instrumenten, aber auch im Tanz anbietet. Patenschaften, ein Spendentopf sowie eine Förderung des Freistaats Sachsen zur Deckung der Musikschul-Personalkosten der über 50 Lehrkräfte tragen dazu bei, dass die Unterrichtsgebühren vergleichbar gering gehalten werden können.

Die Kosten in Höhe von 3,6 Millionen Euro für den Neubau werden zu zwei Dritteln durch Spenden von Privatpersonen und Stiftungen gedeckt. Die restliche Summe werde über Darlehen finanziert. Auch die Ostsächsische Sparkasse Dresden unterstützt den Neubau.

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