Thema: Sachsenbad

Stadtrat: Sachsenbad wird verkauft – Schwimmhallen-Neubau soll kommen

Das Sachsenbad und das 5.590 Quadratmeter große Grundstück an der Wurzener Straße werden für 1,04 Millionen Euro an die Montis Real Estate Berlin GmbH verkauft. In denkbar knappen Abstimmungen lehnte der Stadtrat gestern am späten Abend alle Anträge ab, die einen Verbleib des Sachsenbades in städtischer Hand forderten und Vorschläge für die Finanzierung der Sanierung des seit 1994 geschlossenen Bades unterbreiteten. Mit 34 zu 34 Stimmen bekamen diese Anträge keine Mehrheit. (Eine Dokumentation der Abstimmung gibt es hier)

Die Montis Real Estate Berlin GmbH war als einziger Bieter in der Konzeptausschreibung übrig geblieben. Sie plant „eine Kombination aus modernen Arbeitswelten in Form von innovativen Großraumbüros (u.a. für Co-Working, Start-ups und/oder Life-Science-Unternehmen), Gastronomie (von einem Restaurant, einem Cafe- und Barbereich bis hin zu einem Club), sowie einem SPA mit Panoramasauna und einem großen Yoga-Studio“, heißt es in der Verkaufsvorlage. Während der Haupteingang an der Wurzener Straße bleiben soll, sei im rückwärtigen Bereich ein gesonderter Zugang zum SPA geplant. Der Eingangsbereich werde in einem bungalowähnlichen Anbau untergebracht, heißt es dort weiter.

Eine klare Mehrheit fand der Antrag, in Pieschen ein neues Schwimmbad zu errichten. „Der Oberbürgermeister wird beauftragt, ein Finanzierungs- und Realisierungskonzept (inklusive möglicher Fördermittelquellen) für den zeitnahen Neubau einer Sport-Schwimmhalle im Rahmen des Bäderkonzeptes im näheren Umfeld, vorzugsweise als Verlängerung im Norden des Sachsenbades bis zum 31.12.2021 vorzulegen“, so der entsprechende Beschlusspunkt.

„Wir sind enttäuscht“, sagten Heidi Geiler und Dorothea Becker von der Bürgerinitiative „Endlich Wasser ins Sachsenbad“ nach der Abstimmung. Becker hatte während der Debatte noch einmal an die Stadträtinnen und Stadträte appelliert, das Sachsenbad nicht zu verkaufen. Die Bürgerinitiative hatte für eine Kompromissvariante geworben, bei der das Sachsenbad in städtischer Hand bleibt und „ohne Wasser saniert wird“ und ein Schwimmbad als Anbau im Norden errichtet wird. Dieser Kompromiss war auch Bestandteil des Antrages der Grünen-Fraktion, der dann keine Mehrheit fand. „Nach so einem langen Weg des Kampfes für das Sachsenbad hatte es am Ende noch Hoffnung gegeben, dass es nicht verkauft wird“, meinte Geiler und bedankte sich bei allen, die die Bürgerinitiative in den letzten Jahren unterstützt haben.

Ein ausführlicher Bericht über die teilweise sehr emotionale Debatte zur Zukunft des Sachsenbades folgt.

27 Meinungen zu “Stadtrat: Sachsenbad wird verkauft – Schwimmhallen-Neubau soll kommen

  1. Dieter Walther sagt:

    Damit geht ein Kapitel STADTGESCHICHTE zu Ende! Traurig, alle die im Sachsenbad das Schwimmen gelernt haben- vergesst diese Schande bis zur nächsten Wahl NICHT!!!!! Wir haben in Dresden gerufen: ‚Wir sind das Volk“ und nun haben wir nichts mehr zu sagen!

  2. Tine sagt:

    Es gibt so vieles, was in unserem Staat nicht stimmt. Und die Wähler sollten es bis zur Wahl nicht vergessen. Auch wenn Versprechungen gemacht werden, und meist nach der Wahl nicht eingehalten werden. Vergesst nicht, was im Moment alles schief läuft und nicht für den Bürger spricht. Zitat Frau Merkel: Vor der Wahl, ist nicht nach der Wahl!

  3. Rolf sagt:

    Ausverkauf Ost….mit einem dicken Koffer voll Geld kann man hier alles und jeden kaufen.

  4. MeineMeinungIstQuadratisch sagt:

    Wenn es doch wenigstens ein dicker Koffer voller Geld wäre… 186 €/m2 für ein 5590 m2 Grundstück in der Stadt. Das Immobilienunternehmen kommt doch vor Lachen nicht mehr in den schlaf…

  5. Ruth Gerlach sagt:

    Natürlich! Verkauft! Was auch sonst! Sieht man ja am Pirnaischen Platz. Die Leute dürfen das Gebäude räumen müssen, weil nicht um noch zwei Stockwerke aufgestockt werden darf – was endlich mal eine richtige Entscheidung der Stadt war. Allerdings: Das Tunnelnetz unter dem Pirnaischen Platz schüttet man zu, obwohl es geradezu genial war und noch dazu in Zeiten gebaut, als Radfahrer und Fußgänger nicht an den Ampeln im Pkw-Qualm warten mussten wie heute. Statt dessen noch gemütlich einkaufen, ein Käffchen im Tunnel und dann umsteigen. Geht nich‘ mehr weil is‘ nich‘ mehr wegen Hochwasser. Ach??? Am Altmarkt gibt’s wohl dann kein Hochwasser me(e)r? Alles, was nach dem Krieg mühsam wieder aufgebaut wurde, weil unsere Eltern und Großeltern NICHT flüchteten sondern anpackten und aufbauten, muss heute weg, wird zu Ruinen geMacht – bis der Bagger kommt = statt Bomben und Banzer. Darüber echauffierte sich der Westen. Und? Was ist nun besser? Wieso vereinigt man sich mit so einem angeblich bankrotten Staat wie der DDR? Um es noch bankrotter zu machen – nachdem man sich bedient hat wie Soldaten bei der Eroberung nach dem Krieg! Wie z. B. keine Bäder me(e)hr, damit unsere KInder Nichtschwimmer wie in einem Entwicklungsland werden, keine Betriebe mehr, statt Parks nun Parkplätze, Und heute schafft man es nach 30 Jahren = nachdem man lange genug wertete – nicht einmal, ein Schwimmbad zu erhalten??? Dafür ließ man sich auf den Westen ein? Das hätte die DDR auch noch hingekriegt: WENN sie das gewollt hätte! Das hat DAS Volk nun davon. Man hat keinerlei Verstand wie man am Neustädter Markt sieht: Da kommt ein Archcitekt aus Frankfurt am Main daher und bezeichnet die Bauten am Neustädter Markt als SCHANDFLECK. Während der Architekt aus dem Osten um seine Wiederaufbauten trauert. Das ist eine Frechheit aber typisch. So führt sich ein Großkotz nicht aus Verneuchen sondern Frankfurt a. M. eben auf. Gerade der Neustädter Markt ist ein Beispiel von Architektur UND Verbindung der Geschichte Dresdens. Die DDR hat den Goldenen Reiter doch auch nicht achtlos entsorgt“. Aber mit der Macht der BRD wird alles zunächst zu Ruinen gemacht, um dann selbst Betriebe entweder umzubauen in “Ihre LUXUS-€igentumswohnung“ – für die entlassenen Arbeiter – oder wegzubaggern. Nicht einmal Jugendzentren kann man daraus machen. Aber im Westen ja nix Neues: Man lässt die Gebäude einfach stehen, bis sie umfallen wie der Flachbau an der Skaterbahn Lingnerallee. Diese ehemalige HO-Verkaufsstelle würde sich prima eignen für die Jugendlichen. Sie hätten neben dem Skaten auch eine sinnvolle Aufgabe, ihn zu nutzen und zu erhalten. Und im Winter einen warmen Aufenthaltsort, in welchem man sich auch benehmen müsste und und nicht wie die Fußballfans nach den Spielen Dresdens Mobiliar zerdepper nwürde. Die BRD schafft, was zwei Weltkriege und 44 Jahre DDR nicht schafften: Bagger statt Bomben und Banzer. Sie führt einen Krieg gegen altehrwürdige Substanz, denn nun heißt es „Alt, muss weg“ und schon steht der Bagger bereit. Die Mär von Erhaltung und Denkmal und schützenswerter Stadtkerne wie Blühender Landschaften waren und sind reine Heuchelei bzw. Nichtkönnen, wie man sieht, denn sofort will man Kurtaxe kassieren, obwohl Dresden noch nie KURstadt war. Schwachsinn pur. Ja, jede Zeit hinterlässt ihre Zeitzeugen. Wer diese Geschichte einer Stadt nicht zu verbinden versteht, ist kein Architekt. Aber wo gibt es denn heute noch Fachkräfte? Dümmer geht eben immer.“ Angriff auf Deutschland Grafik: ExtremNews

    • Dieter Schmitz sagt:

      Liebe Frau Gerlach,

      ihre Wessie-Schelte ist unangemessen und unangebracht. Als gelernter Westdeutscher setze ich mich, gemeinsam mit vielen anderen, darunter auch ursprünglich aus Westdeutschland kommende Menschen für allgemeingültige gesellschaftliche Grundsätze ein. Hierzu gehören nicht nur Schwimmbäder und Schulen, alles was einer Gesellschaft die Stabilität eines Zusammenhaltes gibt, erachte ich und sehr viele andere Westdeutsche als unabdingbar. Die Aussage eines einzelnen (westdeutschen) Architekten auf alle Westdeutschen zu übertragen ist zumindest als fragwürdig zu bezeichnen. Ja, dass will ich nicht bezweifeln, es gibt ihn, den Wessie, sprich den unangenehmen Menschen, der andere Menschen verachtet. Dies betrifft einen winzig kleinen Teil der Bevölkerung. Und rief bei mir in allen Fällen, in denen mir solche Menschen begegnet sind, eindeutige Reaktionen in Form einer Zurückweisung hervor.

      Das Sachsenbad wurde nicht auf Anweisung aus dem Westen geschlossen. Die von Ihnen genannten, zu Recht fragwürdigen Entwicklungen, wurden maßgeblich von den direkt beteiligten verursacht und müssen auch von diesen verantwortet werden. Es ist kein Zufall dass ich bereits zum Verkauf der Woba von einem weiteren Schritt in Richtung eines gesellschaftlichen Zerfalls sprach, hängt vielmehr mit meiner westlichen Sozialisierung eines gemeinsamen, auf Gegenseitigkeit basierenden Staatswesens zusammen. Wie ich zu einem Volksvertreter einer im Sinkflug befindlichen Partei einmal, in einer öffentlichen Veranstaltung, sagen musste: Mit Leuten wie ihm kann man ein Lager verwalten, aber niemals einen demokratischen, auf gegenseitigem Respekt basierenden Staat.

      Viele der von mir wahrgenommenen gesellschaftlichen, sozialen Entwicklungen in Pieschen sind wesentlich von Bürgern ausgegangen und mussten gegen erhebliche Widerstände von Volksvertretern mühsam durchgesetzt werden. So hat bereits in der Hufewiesenfrage der oben genannte jedweges Sozialverhalten als nutzlos und unerwünscht bezeichnet.

      Ja, es stimmt mich traurig, macht mich betroffen, dass eine Politik, gemeinsam mit Vertretern der Verwaltung, Gesetze und Regelwerke, die den Menschen dienen sollten, dazu verwendet die Gesellschaft zu destabilisieren. Auf den Westen, auf die Demokratie als solche zu schimpfen, lenkt von den tatsächlichen Fehlleistungen ab.

      Der Stadtratsbeschluss ist für den Osten ebenso beschämend wie für den Westen. (wenn man schon eine Niederlage nicht teilen kann, weil die Doktrin die Hoheit hat)

  6. Margott W. sagt:

    Hallo Schenk,
    wie sind denn die Parteizugehörigkeiten bei der Stimmenvergabe.
    Das ist sicherlich interessant, denn es sind ja gewählte Volksvertreter.
    Wäre nett, wenn Sie das mal nachreichen könnten.
    Das wäre mal journalistisch interessant und informativ.
    Das, das Bad verkauft wird, gurren ja bereits die Pieschener Tauben von den Dachsimsen.
    Danke.

  7. Helmut Eulenberger sagt:

    Sehr, sehr traurig .. wieder ein Stück DDR Geschichte, weg rationalisiert, einfach so, hier haben sehr viele Sachsen das Schwimmen gelernt, Schulisch, Außerschulisch und auch sonst war hier immer viel los …
    In Sachen, das Leben in der ehemaligen DDR, wäre bei vielen, gerade jungen Menschen, eine sehr große geschichtliche Aufarbeitung, genau dieser Zeit, sehr stark von Nöten … vieles wäre dadurch auch eher zu begreifen … alles wiederholt sich … gerade auch in Sachen Mitsprache ! Die DDR bringt Erinnerungen, was damals war, wird mit der sukzessive Zerstörung des DDR Guts, ausradiert … in den Geschichtsbüchern nur mal kurz mit erwähnt … traurig und auch widerlich, dieser Gedanke, das sämtliche Zeitdokumente, aus der Kindheit vieler Menschen, ausgelöscht … !?
    Denkt mal darüber nach … !?
    89 sind wir wegen’s genau solcher Machenschaften auf die Straße gegangen, sollte das alles umsonst gewesen sein … Wir sind das Volk …
    Ein Volk sollte keine Angst vor seiner Regierung haben, die Regierung muß Angst vor ihrem Volke haben … so sieht’s nämlich aus !!!
    … der Helmut

  8. Ronny sagt:

    War von vornherein klar. Was die Bürger wollen geht denen am Arsch vorbei. Einfach nur zu kotzen. Bei der Wahl dran denken!!!

  9. Uwe Gnewuch sagt:

    Hallöchen,
    bin auf der Suche nach geschichtlichen Information zum Sachsenbad. Kann jemand weiterhelfen?

  10. Kati Bischoffberger sagt:

    Wir Grüne sind auf ALLE haushaltspolitischen Einwände der Verkäufer eingegangen! Wir haben eine Lösung vorgelegt, die nicht nur möglich sondern so gar für die Finanzen der Stadt von Vorteil gewesen wäre!

    Danke auch an die LINKE Fraktion, an den Stadtrat Martin Schulte-Wissermann und den Stadtrat Max Aschenbach! Wir waren leider zu wenige!

    Kati Bischoffberger – Grüne Stadträtin

    • Kati Bischoffberger sagt:

      Ich entschuldige mich für meine Formulierung:
      Fraktionen sind keine „Verkäufer“ wie ich darstellte. Fraktionen beschließen Verkäufe der Stadt.

  11. Kati Bischoffberger sagt:

    Und natürlich wie immer:

    GROSSEN DANK AN DIE BÜRGERINITIATIVE FÜR IHR GROSSARTIGES JAHRZEHNTELANGES ENGAGEMENT!

    Von ganzem Herzen! Kati

  12. […] Stadtrat: Sachsenbad wird verkauft – Schwimmhallen-Neubau soll kommen […]

  13. Alfons Zweistein sagt:

    Als Erstes soll noch einmal dem langjährigen und kontinuierlichen Engagement der Bürger-und Badinitiative zum Sachsenbad gedankt werden, was das Thema „Sachsenbad“ in all den Jahren bei den Bürgerinnen und Bürgern wie auch bei der Verwaltung und dem Stadtrat wachgehalten hat.

    Eine kritische Anmerkung sollte dennoch erlaubt sein: Leider hat es die Bürger-und Badinitiative zum Sachsenbad nicht geschafft – zu den inhaltlichen Konzepten und Schwerpunktsetzungen zum Sachsenbad – eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln, die die Verantwortung nicht nur der Stadtverwaltung und den Politikern zuschieben, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar einbeziehen (z.B. über Beteiligungs- und Genossenschaftsmodelle).

    Es genügt eben nicht, wie Frau Becker (Badinitiative) zu sagen: „Wir hoffen, dass sich niemand bewirbt und die Stadt selber aktiv wird“ (2018) siehe: http://sachsenbad.propieschen.de/pressefund-damals-im-sachsenbad/. Eigeninitiative nicht zur im Konzeptionellen wäre hier gefragt gewesen, sondern auch unternehmerisches Denken und Handeln. Für das Sachsenbad und seine Einbindung ins Quartier in Pieschen.

    • Dieter Schmitz sagt:

      Verehrter Herr Zweistein,

      warum, denken Sie, gibt es eine Verwaltung? Wenn es die Aufgabe der Bürger sein sollte als Ersatzparlament und auch, ergänzend, als Ersatzverwaltung zu fungieren, warum muss sich der Bürger den Luxus einer Administration leisten und deren Aufgaben gleich mit zu erledigen?

      Den Mitgliedern der Bürgeriniative mangelnde Konzepte vorzuwerfen ist unredlich. Das Sachsenbad wurde vor Jahrzehnten zwecks Renovierung seitens der Stadtverwaltung geschlossen. Der Verfall hinderte diese Verwaltung nicht daran den Dornröschenschlaf weiterzuführen.

      Unter Beobachtung des jahrzehntelangen Verlaufes dieser unsäglichen Geschichte ist das vollständige Versagen der Verwaltung nicht zu übersehen. Der vielfach vorgetragene Bürgerwille wurde von der Verwaltung vollständig ignoriert. Im Gegenzug wurden vielmehr Steine in den Weg gelegt. So z. B. zur Sammlung der Unterschriften zum Bürgerforum. Mitten in der laufenden Aktion wurden von der Verwaltung die Anforderungen an diese geändert. Hunderte von Unterschriften waren somit hinfällig. Alle Formulare durften in den Papiermüll geworfen werden, mitsamt den Unterschriften. Zwei Wochen Aktion und dann: macht es einfach nochmal.

      Einer Verwaltung, die ihre eigenen Regelwerke nach Gustus auslegt, um dann jeweils neu zu interpretieren (diese dem Unwillen der Obrigkeit zu unterwerfen), kann auf Dauer keinen Bürger überzeugen in einem Staat zu leben in denen der Bürger eine andere Rolle als die eines Untertanen zu spielen hat.

      Nicht alleine das Sachsenbad, es gibt viele Beispiele die deutlich machen das Recht und Gesetz nicht im Sinne der Bürger angewendet werden, sondern diese zu Befehlsempfängern degradieren. Die Parteien, die sich selbst Volksparteien nennen, kein Mensch käme auf eine solche Idee, machen einen konsequenten Wahlkampf für radikale Kräfte. Schnell noch einen Posten sichern, etwas Macht schaufeln, nach mir die Sintflut. Wo war der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises in den letzten Jahren? Wo die ehemalige Sozialministerin? Hat diese die Eröffnung der Tafel in Radebeul vor wenigen Monaten als Ehrengast besucht?

      Lieb Vaterland, magst ruhig sein.

    • Lieber Herr Zweistein,

      ein paar Anmerkungen zu Ihren kritischen Anmerkungen „Leider hat es die Bürger-und Badinitiative zum Sachsenbad nicht geschafft – zu den inhaltlichen Konzepten und Schwerpunktsetzungen zum Sachsenbad – eigene Geschäftsmodelle zu entwickeln, die die Verantwortung nicht nur der Stadtverwaltung und den Politikern zuschieben, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger unmittelbar einbeziehen (z.B. über Beteiligungs- und Genossenschaftsmodelle).“

      Als Bürgerinitiative mit sechs Menschen, zwei Architekten, einer Ärztin, einer Vermessungsingenieurin, einer Künstlerin und einer Angestellten haben wir uns in unserer Freizeit für die Sanierung des Sachsenbades mit „Wasser“ eingesetzt, den Bürgerwillen ausgelotet, Fachgespräche geführt, mit der Verwaltung das Gespräch gesucht usw. Darüber hinaus haben wir den Vorschlag für das Gesundheitsbad auf Grundlage der Erhebung der STESAD zum Sachsenbad von 2009 entwickelt, weil wir gespürt haben, dass es keine Initiative mehr von der Stadtverwaltung und der Stadtpolitik gibt. Das hat bekanntermaßen Bewegung in die Sache gebracht. Natürlich haben wir auch über die von Ihnen benannten Geschäftsmodelle nachgedacht. Aber das lieber Herr Zweistein war für unsere Bürgerinitiative eine Aufgabe zu viel, wobei man sich auch fragen muss, was eine BI fachlich leisten kann und soll. Das, und das ist kein Zuschieben, sind Aufgaben die wir uns gewünscht hätten dass sie der Stadtrat an die Verwaltung als Aufgabe gegeben hätte. Denn da ist es richtig angesiedelt.
      Im Übrigen hätten Sie ja auch unsere Bürgerinitiative verstärken und Ihre Expertise mit einbringen können.
      Herzliche bürgerbewegte Grüße,
      Heidi Geiler

  14. Hans Hilbert sagt:

    @Alfons Zweistein
    Ein Schwimmbad – egal ob Neu- oder Altbau – erwirtschaftet wegen der hohen Betriebskosten fast nie schwarze Zahlen. Also hat eine solche Einrichtung bei privaten Investoren, Genossenschaften, etc. langfristig keine Zukunft. Eine Stadt hingegen kann gut bezuschussen, da sie meist auch im Besitz der Energie unternehmen ist. Zudem ist die Gesundheitsvorsorge eine Pflicht der Kommunen. Dafür zahlen wir Steuern. Dass in Dresden reichlich Geld vorhanden ist, erkennt man an den aktuellen Großprojekten: Radhausneubau, Sanierung Stadion, Fernsehturm, Affenhaus usw. Warum soll es nicht für ein Schwimmbad, das die Dresdner lieben, ausgegeben werden?

  15. Bürgerinitiative "Endlich Wasser ins Sachsenbad sagt:

    Verkauf des Sachsenbades beschlossen!
    CDU, AfD, FDP und Freie Wähler stimmten in der Stadtratssitzung geschlossen gegen alle Varianten in kommunaler Hand von der STESAD zu sanieren. Besonders entsetzt waren wir darüber, wie in der Debatte auch das Bürgerforum diskreditiert wurde.

    Mit dem Stimmenverhältnis von 34 zu 34 wäre die Vorlage der Verwaltung zum Verkauf des Sachsenbades abgelehnt worden. Das verhinderte die Fraktion der SPD.

    Nachdem die SPD-Fraktion zunächst den Anträgen der Grünen und Linken zugestimmt hatte, schlug sie sich in der entscheidenden Abstimmung auf die Seite der Verkaufsbefürworter/-innen. Damit ist der Verkauf des Sachsenbads beschlossen. Nicht einmal die Minimalforderung des Bürgerforums „Kein Verkauf!“ fand Berücksichtigung.
    Alle Vorschläge zur Sanierung und Finanzierung missachtend, verscherbelten die Stadtratsfraktionen CDU, AfD, FDP, Freie Wähler und der SPD kommunales Eigentum! Uns fehlen die Worte.

    Wir werten einzelne Beiträge noch aus, aber erstmal sind wir nach über 15 Jahren aktivem Kampf für das Sachsenbad natürlich maßlos enttäuscht! In den letzten Wochen haben viele mit wahnsinnig großem Engagement Kompromisse gesucht, um den Verkauf zu verhindern. Besten Dank dafür.
    Zudem möchten wir uns bei allen bedanken, die viele Jahre die Bemühungen der Bürgerinitiative zur Revitalisierung des Sachsenbades unterstützt haben!
    Schreiben Sie Ihre Meinung auch an die Stadträtinnen und Stadträte, Leserbriefe an die Zeitungen oder in unseren Blog sachsenbad@propieschen.de

  16. Alfons Zweistein sagt:

    Sehr geehrter Herr Schmitz,

    Sie mögen formal im Recht sein, was die Rolle der Verwaltung und der Politik/Politiker betrifft. Doch was hat dies nun für die Zukunft des Sachenbades gebracht?!

    „Lieb Vaterland, magst ruhig sein.“ mag ein zutreffender (eher schon populistischer) Spruch sein, doch genauso gilt: „Wenn du dich auf andere verlässt, bist du verlassen.“

    Und zugleich gilt: „Wer mit einem Finger auf andere zeigt, zeigt mit drei Fingern auf sich!“

    Allein eine erste, nicht keineswegs vollständige Recherche im Internet zeigt die Vielzahl und Vielfalt von Geschäfts- und Betreibermodellen für Frei- und Hallenbäder, z.B.:

    – Hallenbad Nörten-Hardenberg („Nörten-Hardenberger Bürger haben ihr bedrohtes Hallenbad gerettet – jetzt sind sie Vorbild für die ganze Republik“ siehe: https://land-der-ideen.de/projekt/hallenbad-noerten-hardenberg-1840)

    – Gemeinnützige Schwimmbadgenossenschaft Rheingrafenstein eG (Bad Münster)

    – Die Bürgergenossenschaft Hallenbad Hochheim e.G.: Betreiber des Hochheimer Hallenbades

    – Hallenbad Nörten-Hardenberg eG (im Landkreis Northeim in Niedersachsen)

    Erfolgreiche Modelle der unmittelbaren Bürgerbeteiligung sind also möglich.

    • Dieter Schmitz sagt:

      Herr Zweistein,

      ähnliche Projekte kenne ich auch aus Monaco und Saint Tropez. Viele Genossenschaften finden sich hier. Was es dort nicht gibt ist ein staatlich bestellter Niedriglohnbeauftragter, in Sachsen auch als Ostbeauftragter bekannt. Der sorgt schon dafür dass sich möglichst viele Genossenschaftsmitglieder finden. Menschen, die sich kaum ihre Miete leisten können. Keine Klassenfahrten und passendes Schuhwerk als Luxusgut. Da ist genau die richtige Klientel um ehemals staatliche Leistungen selbst zu organisieren.

      Pieschen ist ja ein Gebiet, in dem die Mülltonnen in kupfernen Behältnissen untergebracht werden um den Nachbarn zu zeigen was so alles geht. Machen hier viele so, sobald die Putzfrau des Kochs vom Gärtner vom ihrem Maledivenurlaub zurückgekehrt ist.

      Das Sachsenbad hatte ja gerade diesen gesellschaftlichen Hintergrund. Aber das wird heute nicht mehr gebraucht, da hilft ein Spätshop.

      Frage: Gibt es in einer der von Ihnen genannten Gemeinden eine Tafel? Wo man, in vielen Fällen nach einem arbeitsreichen Leben, um Essen anstehen kann? (selbst in Essen gibt es eine Tafel) (und ein, mit öffentlichen Geldern finanziertes Schwimmbad. Aber nicht so schön wie das Sachsenbad)

  17. Brigitte Schindler sagt:

    Viele Dresdner sind jetzt enttäuscht von dem Stadtratsentschluß des Verkaufes vom
    Sachsenbad. Wieder geht ein Stück Stadtgeschichte verloren. Was brauchen wir Bürogebäude? Da sind genug in Dresden und Umgebung. Was wir dringend brauchen sind Schwimmbäder, damit die Kinder (auch mit Migrationshintergrund) endlich das Schwimmen erlernen können. Im Sachsenbad haben Generationen das Schwimmen erlernt. Sonnabends und Sonntags wurden Wettkämpfe in allen Schwimmdisziplinen durchgeführt. Von den Galerieplätzen konnte man wunderbar die Synchronschwimmerinnen erleben. Es war eine Augenweide!
    Schade – wir alle hatten so gehofft, dass das Sachsenbad wieder im alten Glanz erstrahlt.

  18. Alfons Zweistein sagt:

    Sehr geehrter Herr Schmitz,

    bitte haben Sie Verständnis, dass ich an dieser Stelle nicht auf alle der Ihnen benannten Aspekte eingehen kann und will. (Andere Interessierte wollen hier bei Pieschen Aktuell zu Wort kommen. Zugleich kann ich nicht die Arbeit erledigen, die Aufgabe der Initiativen zum Sachsenbad gewesen wären; neben der konzeptionellen Neu-Positionierung des Bades – auch die betriebswirtschaftlichen und eigentumsrechtlichen Modalitäten zu benennen.)

    Zum Thema Bad-Genossenschaften etc.:
    Wenn es denn wirklich und realiter um eine aktive Bürgerbeteiligung beim Sachsenbad gehen soll(te), darf doch wohl über die in vielen Bereichen bewährte Beteiligungs- und Rechtsform „Genossenschaft“ nachgedacht werden. Sicher muss man genau prüfen, doch abzuwarten, bis etwas passiert, die Verwaltung sich bewegt oder ein auswärtiger Investor sich der Sache annimmt, führt eben zum jetzigen Ergebnisstand.

    Übrigens: Der Geschäftsanteil bei der „Hallenbad Nörten-Hardenberg eG“ beträgt 100,00 Euro. Diese mindestens 100 Euro dürften wohl einige der Interessierten am Sachsenbad sowohl in Pieschen (derzeit ca. 50.000 Einwohner) wie auch in Dresden insgesamt (ca. 560.000 Einwohner) für ihr traditionsreiches Bad vor Ort aufbringen können.

    Zum Stadtteil Pieschen:
    Sehr geehrter Herr Schmitz, hier bin ich bei Ihren Bemerkungen zum Stadtteil Pieschen und zu Dresden insgesamt. Der Stadtteil Pieschen hat in den vergangenen Jahren eine sehr differenzierte Entwicklung durchlaufen, zum Teil auch sehr positiv. So hat sich u.a. der Anteil der Arbeitslosen an den Erwerbstätigen in letzten 10 Jahren halbiert. Zugleich gibt es eine Reihe von Neubauten und Modernisierungen. Beispiel Markus Projekt: 114 Wohnungen und 11 Gewerbeeinheiten, wobei die Bewohner wohl eher nicht dem Klientel der Empfänger von Lohnersatzleistungen zuzurechnen sind. Eher wohl einem der modernen Milieus von potentiellen Nutzern des Sachsenbades.

    Fazit: Bitte den Standort, den Stadtteil Pieschen und mit seinen Potentialen betrachten.