Thema: Alter Leipziger Bahnhof

Globus Holding verhandelt über 13.000 m² großes Areal in der Bremer Straße

Die Globus Holding will für den geplanten SB-Markt in der Friedrichstadt mindestens ein weiteres großes Grundstück erwerben. Dabei geht es um die rund 13.000 Quadratmeter große Fläche in der Bremer Straße 25. „Zwischen dem Freistaat Sachsen und Globus gibt es Verhandlungen zum Areal in der Bremer Straße. Die Details der Verhandlungen sind vertraulich“, bestätigte heute eine Sprecherin des Finanzministeriums auf Anfrage. Auf der dort gelegenen Industriebrache hatte der Freistaat im Juli 2015 eine Zeltstadt zur Unterbringung von mehr als 1.000 Flüchtlingen errichtet. Daraus wurde später eine Erstaufnahmeeinrichtung für Asylbewerber, die jedoch nicht auf Dauer bestehen soll. „Die Landesdirektion Sachsen geht augenblicklich davon aus, die Unterkunft für Asylbewerber an der Bremer Straße bis Ende 2022 zu betreiben“, erklärte dazu ein Sprecher des Sächsischen Innenministeriums. Die Landesdirektion ist für die Erstaufnahmeeinrichtungen im Freistaat zuständig.

Die Erstaufnahmeeinrichtung soll Ende 2022 geschlossen werden. Foto: W. Schenk

Bereits gestern hatten Globus und das Unternehmen SachsenEnergie bestätigt, dass sie einen Flächentausch vorbereiten. Er soll im ersten Quartal 2022 unterschriftsreif verhandelt werden. Globus besitzt ein rund 100.000 Quadratmeter großes Areal am Alten Leipziger Bahnhof. Der SachsenEnergie gehört nach der Fusion von Enso und Drewag ein Drewag-Grundstück an der Hamburger Straße. Zwischen beiden Grundstücken gibt es einen schmalen Streifen, der sich in städtischem Eigentum befindet. In der Grafik (siehe oben) ist er als brauner Streifen erkennbar. Auch diese Fläche wird in die Verhandlungen einbezogen.

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Gelingen Tausch und der Erwerb des Grundstücks an der Bremer Straße, könnte die Globus Holding etwa ab 2023 ein über rund 27.600 Quadratmeter großes Grundstück zwischen der Bremer Straße und der Hamburger Straße verfügen. Mit zwei Straßenanschlüssen ist das Areal verkehrstechnisch bestens gelegen.

Die Stadt will für dieses Areal einen Bebauungsplan erstellen und Baurecht für den geplanten SB-Markt schaffen. Das hatte Baubürgermeister Stephan Kühn (Grüne) gestern gegenüber Pieschen Aktuell bestätigt.

2 Meinungen zu “Globus Holding verhandelt über 13.000 m² großes Areal in der Bremer Straße

  1. Dorothea sagt:

    Als Pieschnerin habe ich mich immer gefragt was meine Nachbarn daran so schlimm finden wenn es ein Multimarkt (auch mit Baumarkt??) am Bahnhof Neustadt gibt?
    Man hätte dann auch die Möglichkeit zu Fuß, per Bahn oder Rad aus der Neustadt mal eben Kleinigkeiten für den Haushalt oder für Reparaturen etc zu holen.
    So steigen wir alle in unsere Camper, Kombis oder sonstigen Autos und müssen zum Elbepark fahren. Dafür bekommen wir dann von USD und Konsorten mittelmäßigen Wohnraum für Mieten im oberen Mittelmaßbereich hingebaut ;)

    BTW: die Erdgeschosse werden wie bei allen anderen umliegenden Bauprojekten auch immer leer stehen. Für den Bürger deklariert man da noch Flächen für die „Kreativwirtschaft“, die sich das aber auch nicht leisten können wird, von daher wird es dann in ca 5 Jahren ab Bezugsdatum 2 Friseure, 1 Bäcker mit ständig wechselndem Inhaber, 1 Döner, 2 Versicherungsmakler geben (IM BESTEN FALL).

    Die Flächen werden nun mit Wohnbebauung versiegelt, und zu jeder Wohnung braucht es dann mind 1 Stellplatz. Ich bin mir nicht so sicher ob das mein Viertel aufwertet und was ich dann da machen soll zwischen den verhängten Zäunen zu den 50m2 Gärten mit Webergrill?
    Bezahlbarer Wohnraum wird das auch nicht werden und Steuereintreiber kann man damit auch nicht locken denn für richtig geile Penthouse Wohnungen mit Elbblick sind wir alle zu Knickerich (schließe mich mit ein, selbst wenn ich das Geld hätte wäre das so) und es ist eben die laute Leipziger und der Bahnhof angrenzend.

  2. Michael Neumann sagt:

    @Dorothea,
    es gibt in der Neustadt sehr ausreichend viele Möglichkeiten „Kleinigkeiten für den Haushalt oder Reparaturen“ zu kaufen. Und die sind für die meisten, für die der Bahnhof Neustadt fußläufig oder per Rad erreichbar ist ebenso fußläufig oder per Rad erreichbar. Nur wer partout in etwas Elbepark-ähnlichem einkaufen will, muss jetzt zum Elbepark fahren und könnte dann stattdessen zum Bahnhof laufen. Aber auch zum Elbepark muss man nicht mit dem Auto fahren – aus der Neustadt gehtdas auch mit dem Rad oder mit ÖPNV.
    Die Erdgeschosse stehen bei den meisten umliegenden Bauprojekten auch nicht leer.
    Stellplätze müssten derzeit für Sozialwohnungen 0,42 und für andere Wohnungen 0,7 pro Wohnung berietgestellt werden (0,6 bzw. 1 abzüglich jeweils 30%, da Haltestelle in weniger als 300m Entfernung), oder entsprechend 10000 Euro „Ablöse“, was vermutlich billiger ist.