Citybeach Wiese

Citybeach-Betreiber wehren sich mit Petition gegen Sinneswandel im Rathaus

Mehr als 300 Unterschriften in den ersten zwei Stunden. Der Hilferuf des Citybeach-Teams machte heute Nachmittag schnell die Runde. Mit der Onlinepetition „Rettet den Citybeach Dresden“ will Betreiber Frank Weisbach auf die Gefährdung des Unternehmens aufmerksam machen. Grund ist die verweigerte Genehmigung für die Wiesennutzung am Elberadweg. „2005, 2010 und 2015 wurde die Nutzung der Wiese jeweils befristet über 5 Jahre analog der Baugenehmigung für die Showboxx mit 50 Sitzplätzen genehmigt. 2019 wurden die Sitzplätze auf der im privaten Eigentum befindliche Wiese nicht mehr genehmigt“, erklärte Weisbach. Die Gründe dafür sind in der Petition aufgeführt.

„Das Umweltamt behauptet, die gewerbliche Nutzung der Wiese beschädige die Grasnarbe. Darum bestünde im Hochwasserfall die Gefahr der Unterspülung des Radweges und der Stützmauer.“ Auf unseren Vorschlag eines Sachverständigen, nur zwei Drittel der Wiese zu nutzen und im Abstand von sechs Wochen das andere Drittel der Wiese zu bewässern und damit ein Austrocknen zu verhindern, wurde von Seiten des Umweltamtes nie eingegangen, drückt Weisbach sein Unverständnis über diese Art der Kommunikation aus.

Das Umweltamt habe außerdem mitgeteilt, dass die Wiesenfläche zu einem Vogelschutzgebiet gehört. Das Aufstellen der Strandliegen sei daher nicht genehmigungsfähig, mobile Sitzmöglichkeiten dagegen schon.

Ärger kommt auch von einer weiteren Behörde. So behaupte das Stadtplanungsamt, dass die Wiesenfläche im Außenbereich liegen würde. Eine gewerbliche Nutzung sei daher nicht genehmigungsfähig. Für Weisbach ist auch das unverständlich. „Das hat in den letzten drei Baugenehmigungen keine Rolle gespielt“, sagte er. Zudem verlaufe die Grenze entlang des Radweges und nicht an der Stützmauer.

Citybeach Sommerterrasse

Die Sommerterrasse dient als Schallschutz zwischen Citybeach und den Arcotel Hafencity. Foto: W. Schenk

Zwischen dem Citybeach-Areal und dem neuen Hafencity-Hotel wird gerade eine neue, etwa 60 Meter lange, Sommerterrasse errichtet. „Wir investieren hier gemeinsam mit USD Immobilien in den Schallschutz“, erläuterte Weisbach. Das ermögliche den Bestand der Beachvolleyball-Plätze neben dem Hotel.

Citybeach, so Weisbach, funktioniere nur in der Kombination aus Sport, Freizeitgestaltung, Veranstaltungen und Gastronomie. Die Nutzung der Citybeach-Wiese gehöre für die Betreiber und die vielen Gäste einfach dazu. Jetzt hofft er, dass die Öffentlichkeit die Behörden noch zu einem Einlenken bewegt und zumindest für die kommende Saison ein Kompromiss auf den Weg gebracht werden kann.

Unterstützung bekommt er dabei von der FDP-Fraktion im Dresdner Stadtrat. „Der Citybeach ist ein wichtiger Ort urbanen Lebens in unserer Stadt. Als Stadtstrand ist er Urgestein und Traditionslocation – und in seinem Charakter einzigartig“, erklärte FDP-Fraktionsvize Robert Malorny. Seit Jahren habe die Stadtverwaltung die Nutzung der Wiesenflächen genehmigt, das solle nun nicht mehr gelten und es würden Ablehnungsgründe konstruiert, fügte er hinzu und kündigte entsprechende Anfragen an die Verwaltung auf der kommenden Stadtratssitzung am 26. März an.

7 Meinungen zu “Citybeach-Betreiber wehren sich mit Petition gegen Sinneswandel im Rathaus

  1. Die (Liege-) Kisten die auf der Citybeach-Wiesen standen sahen sehr, sehr häßlich aus.

  2. Auch wenn den Advocatus Diaboli spielen muss: Der Citybeach, mit der Bar, der ganzen Bestuhlung, die X Volleyballfeldern, die duzenden Firmenfeiern jeden Monat – soll also auf die Handvoll Liegeplätze auf dem Rasen in einem Natuschutzgebiet angewiesen sein. Ansonsten geht er pleite? Ernsthaft?

  3. Stimmt, die Baustelle daneben sieht natürlich viel schöner aus 🙂
    Aber ja, machen wir unser Elbufer schön steril – Hauptsache beim Sonntagsradeln ist nichts zu sehen was das Auge in Unruhe bringen könnte.

  4. Der City each gehört einfach dazu und ich finde das Flair toll! Mich nervt dagegen die hässliche Bebauung daneben, welche nur dem wachsenden Commerz dient und nix mit Vogelschutz und umweltkonform zu tun hat.

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