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Stadtrat stimmt Hufewiesen-Kompromiss zu – Planung kann beginnen

Der Stadtrat hat gestern ohne Gegenstimmen den Kompromiss zur weiteren Entwicklung der Hufewiesen verabschiedet. Lediglich vier Enthaltungen trübten die Einhelligkeit der von allen Seiten gelobten Lösung. Die Stadtverwaltung erhält damit den Auftrag, die elf Hektar große Fläche zu planen. Der zwischen Eigentümer, Bürgerinitiative, Stadträten und Verwaltung erzielte Kompromiss sieht vor, auf 1,6 Hektar Wohnungen zu bauen, auf 0,8 Hektar gewerbliche Nutzung zu ermöglichen und etwa sieben Hektar als öffentliches Grün zu entwickeln. Für Anja Osiander, Sprecherin des Hufewiesen Trachau e.V. sind die Hufewiesen ein besonderer Ort im Stadtensemble und auch der Weg zur Lösung „ein besonderer“.

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Die Kompromissvariante für die Hufewiesen. Die blau markierten Flächen betreffen weitere Eigentümer. Luftbild: P. Haschenz, Grafik. A. Osiander

 

„Wir sind keine Wutbürger. Wir lieben Dresden und wollen Verantwortung übernehmen“, erklärte sie. Innerhalb eines Jahres sei ein Kompromiss für die Entwicklung der Hufewiesen gefunden worden, für den nun Verein und Eigentümer gemeinsam um Zustimmung werben, sagte sie vor den Stadträten. „Es hat nicht wehgetan. Es hat richtig Spaß gemacht“, ergänzte Stadtentwickler Klaus Bielenberg, der für die Eigentümer, die Berliner Adler Real Estate, am Podium stand. Ein Teil der Wohnungen werde als geförderter Wohnraum gebaut. Alle Wohnungen würden im Bestand des Bauherren bleiben.

Als „großen stadtentwicklungspolitischen Erfolg“ bezeichnetet Vincent Drews für die SPD die erzielte Lösung. „Das ist ein gutes Beispiel auch für andere Investoren“, sagte er. Für Piraten-Stadtrat Martin Schulte-Wissermann (Fraktion Die Linke) war der Weg zum jetzigen Beschluss eine „Sternstunde der Kommunalpolitik“. Etwa 400 Wohnungen würden gebaut, davon 20 Prozent gefördert. Es sei trotz gegensätzlicher Positionen bei den ein Jahr andauernden Verhandlungen immer konstruktiv zugegangen, betonte Grünen-Stadträtin Kati Bischoffberger. Sie wünschte sich, dass die Entwicklung der großen Grünfläche mit einer breiten Bürgerbeteiligung einhergeht.  Johannes Lichdi (Grüne) verwies darauf, dass innerhalb eines Jahres die mehr al 25 Jahre andauernde Blockade bei der Entwicklung der Hufewiesen aufgelöst worden sei.

Für die CDU goss Pieschens Stadtrat Veit Böhm etwas Essig in den Wein. Er hatte durchgesetzt, das die Vorlage noch im Stadtrat diskutiert wird, obwohl der Beschluss im Bauausschuss ausgereicht hätte. Hier wiederholte er seine im Ausschuss und auch im Ortsbeirat Pieschen bereits geäußerte Bedenken zum Verfahren. „Die politische Mehrheit von rot-grün-rot hat den Eigentümern die Daumenschrauben angelegt und ihn  so weichgeklopft“, sagte er. Das erinnere ihn an dunkle DDR-Zeiten. Bereits im April hatte Thomas Bergander im Ortsbeirat Pieschen im Namen der Eigentümer auf diesen Einwand von Böhm erwidert, dass die erzielte Lösung „ein gutes Ergebnis für alle Beteiligten“ sei und ergänzt. „Ich habe mich nicht erpresst gefühlt“.

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