Nayebi Babak 1805

Kunstforum RadioLenck zeigt Malerei und Plastiken von Babak Nayebi

Die junge Generation ist vielen Bedrohungen ausgesetzt, sie braucht Schutz, Hilfe und manchmal auch jemanden, der die Richtung vorgibt. Die Wege beim Erwachsenwerden laufen in verschiedene Richtungen. Babak Nayebi, selbst Vater eines erwachsenen Sohnes, hat darüber viel nachgedacht. „Was geschieht, ist von Menschen gemacht. Sie werden Opfer oder sie werden Täter“, sagt er. Vieles davon hat der heute 55-jährige Maler und Grafiker selbst erlebt. Er wurde in Teheran geboren und ist dort mit seinen sieben Geschwistern aufgewachsen. Die Folgen der islamischen Revolution hat er am eigenen Leib zu spüren bekommen. Ein halbes Jahr saß er im Gefängnis, weil er gegen die Schließung der Universität protestiert hat. Seine Schwester war zwei Jahre inhaftiert.

Nayebi Babak RadioLenck 1805

Die Ausstellung ist vom 19. Mai bis 25. Juni zu sehen. Foto: W. Schenk

1986, da war er 24 Jahre alt, kam Babak Nayebi frei und ging nach Hamburg. Seitdem lebt er in Deutschland und machte 1997 an der Dresdner Hochschule für Bildende Künste als Schüler von Max Uhlig sein Diplom als Maler und Grafiker. Als freischaffender Künstler hat er unter anderem als Stipendiat in Dublin oder auf der Insel Usedom gearbeitet und seine Werke dort, aber auch in Düsseldorf, Bonn, Halle, Leipzig und mehrfach in Dresden präsentiert. Jetzt stellt er ganz aktuelle Gemälde, aber auch ältere Werke und Plastiken im Kunstforum RadioLenck am Konkordienplatz aus.

Babak Nayebi ist längst in Dresden angekommen. Sein Atelier ist in Löbtau, der Freundeskreis über die ganze Stadt verteilt. In den letzten zwei Jahren holte ihn die Geschichte auf ihre eigene Art wieder ein. Für Flüchtlinge, die nach Sachsen gekommen waren, arbeitete er als Dolmetscher.

Das Bild soll kein Abbild der Wirklichkeit, sondern ein Sinnbild sein, zitiert er Paul Cézanne. „Ich denke viel über die Welt nach. Die Bilder sollen zeigen, was man nicht sehen kann“, beschreibt er seine Art, sich an ein neues Werk heranzuarbeiten. Die Auseinandersetzung mit Religion und Glauben spielt dabei eine wichtige Rolle. „Das habe ich von meinem Vater. Wir gehören beide keinem Glauben an“, sagt er. Die Geschichte der Erkenntnis beschreibe für ihn den Weg, den eine Hypothese geht, die erst einmal belegt werden müsse. Zunächst wisse man nicht viel über ihren Wahrheitsgehalt.

Darüber würde Babak Nayebi am Freitagabend auch gern mit den Besuchern der Ausstellungseröffnung reden. Michael Wächter wird in dem inzwischen schon bewährten Künstlergespräch die Vorstellung des Malers und Grafikers übernehmen. Unterstützt wird er dabei von Danuta Jacobasch auf dem Cello.

Service:

WAS: Babak Nayebi, Malerei und Grafik, Ausstellungseröffnung
WANN: Freitag, 19. Mai, 19.30 Uhr
WO: Kunstforum RadioLenck, Konkordienplatz, Pieschen
WIEVIEL: Eintritt frei

Die Ausstellung geht vom 19. Mai bis zum 25. Juni. Öffnungszeiten Di und Do, 15 bis 20 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung; 0172 6417766

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