Konkordienstraße 53

Aus für Pieschener Garten-Kleinod – Lückenschluss in der Konkordienstraße

Neubauten statt Blumen-Idylle: Auf dem Grundstück Konkordienstraße 53, gegenüber dem großen Spielplatz, sollen zwei neue Gebäude entstehen: ein Wohnhaus mit vier Wohneinheiten, das die Häuserfront der Straße komplettiert, und ein Einfamilienhaus im Garten. Mitte August sei die Baugenehmigung dafür ausgereicht worden, informierte der städtische Geschäftsbereich Stadtentwicklung, Bau, Verkehr und Liegenschaften. Leider ist es Pieschen aktuell nicht gelungen, die Eigentümer des 520 Quadratmeter großen Grundstücks herauszufinden und Kontakt zu ihnen aufzunehmen.

Konkordienstraße 53

Dorfatmosphäre zwischen zwei Mehrfamilienhäusern: Das kleine Wohngebäude wirkte wie aus der Zeit gefallen. Foto: T. Tröger

Bis Ende August stand auf dem Areal ein kleines Haus, weit eingerückt von der Straße. Der liebevoll gepflegte Garten, der vor Blumen förmlich überquoll und von zahlreichen Gartenzwergen behütet wurde, brachte früher Farbe in den Straßenzug. Im Haus wohnte, so erzählen Anwohner, ein älteres Paar. Zunächst sei dann die Frau verstorben, später auch der Mann. Im April 2016 war das Häuschen offenbar ausgeräumt worden, in den ersten zwei Septemberwochen dieses Jahres hat ein Abrissbagger das kleine Wohnhaus platt gemacht. Die übrig gebliebenen Haufen von Holzlatten, Sandsteinquadern, Fenstern und Bauschutt bilden nun einen krassen Gegensatz zum einst idyllischen Grundstück.

Tischler, Witwen und Artisten

Die Fläche an der Konkordienstraße 53 ist übrigens keine kriegsbedingte Baulücke. Anders als auf den Nachbargrundstücken stand noch nie ein großes Mietshaus direkt an der Straße, sondern schon immer nur ein Gebäude im hinteren Teil, lässt sich in historischen Stadtplänen erkennen. Alte Adressbücher verraten, dass in dem zweistöckigen Haus einfache Leute lebten: Arbeiter, Invaliden, Witwen, Hilfsarbeiter. In den letzten Jahrzehnten des 19. Jahrhunderts gehörte das Haus wohl dem Tischler Theodor Franz  Ziller, später dann seiner Witwe Minna. Mitte der 1920er Jahre erwarb der Artist Johann Kiefer das Gebäude und wohnte darin bis Kriegsende. Bis mindestens zu diesem Zeitpunkt erstreckte sich das Haus über die gesamte Grundstücksbreite. Irgendwann in den DDR-Jahren muss also es dann verkleinert oder abgerissen und neu errichtet worden sein.

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