Am kommenden Wochenende laden das Straßenbahnmuseum Dresden und der Verein Historische Kraftfahrzeuge wieder große und kleine Fans zu ihren Öffnungstagen ein. Am Sonnabend, 28. März 2026, und Sonntag, 29. März 2026, können Besucherinnen und Besucher jeweils von 10 bis 17 Uhr auf der Trachenberger Straße 38 in die Geschichte des Dresdner Nahverkehrs eintauchen. Neben den Museumshallen locken zahlreiche Sonderfahrten mit historischen Straßenbahnen und Bussen. 
Der Eintritt kostet für Erwachsene fünf Euro. Kinder zwischen sechs und 14 Jahren zahlen drei Euro. Für Familien mit zwei Erwachsenen und bis zu vier Kindern gibt es eine Familienkarte für zwölf Euro.
Nahverkehrsgeschichte zum Anfassen
Wer das Straßenbahnmuseum in Trachenberge besucht, erlebt Dresdner Nahverkehrsgeschichte ganz unmittelbar. Zwischen teils noch aufwendig mit Holz gebauten Straßenbahnen finden sich alte Getriebeteile, Fahrschalter oder Haltestellenschilder aus Pappe. Die Mitglieder des Vereins erzählen gern von der Geschichte ihrer Exponate. Für viele von ihnen ist die Arbeit im Museum eine echte Herzensangelegenheit. Das Besondere: Das Anfassen der historischen Fahrzeuge ist ausdrücklich erlaubt.
Am Wochenende gibt es zudem mehrere Mitmachangebote. Mutige können den Straßenbahn-Fahrsimulator ausprobieren, auf dessen modernem Nachfolger auch die Fahrschülerinnen und Fahrschüler der Dresdner Verkehrsbetriebe üben. Kinder dürfen ihre eigene Straßenbahn aus Pappe basteln. Außerdem gibt es ein Straßenbahn-Quiz, bei dem Preise gewonnen werden können. Für eine Pause zwischendurch bietet das Museumscafé „Schiebebühne“ süße und herzhafte Speisen aus eigener Küche an. Ein Abstecher lohnt sich auch in die benachbarte Werkstatt des Vereins Historische Kraftfahrzeuge des Dresdner Nahverkehrs, wo Oldtimer-Busse verschiedener Generationen gepflegt und restauriert werden.
Rundfahrten mit historischen Bahnen und Bussen
Traditionell gehören zu den Öffnungstagen auch Rundfahrten mit den historischen Fahrzeugen. Der MAN-Straßenbahnzug Nummer 734 startet an beiden Tagen zwischen 10.45 Uhr und 15.45 Uhr stündlich ins Dresdner Straßenbahnnetz. Der Tatra-Zug 2000 fährt jeweils von 11.15 Uhr bis 16.15 Uhr ebenfalls im Stundentakt. Am Sonntag ergänzt die Kinderstraßenbahn „Lottchen“ das Programm. Sie startet um 10.30 Uhr, 12.30 Uhr und 14.30 Uhr und bietet kindgerechte Unterhaltung während der Fahrt. Abfahrt für alle Sonderfahrten mit der Straßenbahn ist im Straßenbahnhof Trachenberge an Gleis 4.
Auch die historischen Busse sind wieder unterwegs. Der älteste noch zugelassene Omnibus Dresdens, ein Büssing NAG 900 aus dem Jahr 1939, startet an beiden Tagen jeweils um 11.30 Uhr, 13.30 Uhr und 15.30 Uhr im Museumshof zu Rundfahrten. Der Bus ist in Dresden vielen bekannt und war wegen seines Alters bereits mehrfach als fahrende Kulisse in historischen Filmen zu sehen. Auch Fahrten mit dem IFA H6B werden angeboten, jeweils um 10.30 Uhr, 12.30 Uhr und 14.30 Uhr. Der Ikarus 250 fährt um 11 Uhr, 12 Uhr, 14 Uhr und 15 Uhr. Eine längere Fahrt ins Umland ist mit dem Ikarus 66 möglich, der jeweils um 11 Uhr, 13 Uhr und 15 Uhr startet.
Für alle Sonderfahrten wird ein zusätzlicher Fahrpreis erhoben. Erwachsene zahlen fünf Euro, Kinder drei Euro. Für die Überlandfahrten mit dem Ikarus 66 kostet die Mitfahrt zehn Euro für Erwachsene und fünf Euro für Kinder. Sämtliche Einnahmen aus Eintritt und Rundfahrten fließen in den Erhalt der historischen Fahrzeuge.
„Großer Hecht“ braucht Unterstützung
Besonders am Herzen liegt den Vereinsmitgliedern derzeit der sogenannte „Große Hecht“. Viele ältere Dresdnerinnen und Dresdner verbinden mit dieser Straßenbahn bis heute eine ganz besondere Erinnerung. Ein letztes fahrfähiges Exemplar befindet sich im Bestand des Straßenbahnmuseums, ist derzeit aber nicht einsatzbereit. 
Bei der vorgeschriebenen Hauptuntersuchung wurden Schäden festgestellt, die eine komplette Überholung des Wagenkastens nötig machen. Diese Arbeiten können die ehrenamtlich Engagierten nicht allein in ihrer Freizeit stemmen. Dafür wird professionelle Hilfe benötigt. Zwar konnte bereits eine Spezialfirma in der Oberlausitz gewonnen werden, doch die bislang gesammelten Mittel reichen nicht aus. Deshalb sucht der Verein nun nach Sponsoren, die sich an der Rekonstruktion beteiligen.
Informationen zu Spenden gibt es auf der Internetseite des Museums. Ziel ist es, den „Großen Hecht“ in den kommenden fünf Jahren wieder aufzubauen und pünktlich zu seinem 100. Geburtstag erneut in alter Schönheit präsentieren zu können.
Der in Dresden entwickelte und ab 1931 in Sachsen gebaute „Hecht“ galt damals als modernste Straßenbahn der Welt. Seine dynamischen Fahreigenschaften, die fortschrittliche Steuerung und der hohe Fahrgastkomfort machten ihn schnell zu einem beliebten Verkehrsmittel. Seinen Namen verdankte er der markanten, spitz zulaufenden Front. Ab 1934 wurde zudem eine etwas kürzere Variante gebaut, der „Kleine Hecht“. Beide Fahrzeugtypen prägten das Dresdner Stadtbild in der Vor- und Nachkriegszeit und standen sinnbildlich für einen modernen Nahverkehr.
Offenes Straßenbahnmuseum
- Sonnabend, 28. März 2026, und Sonntag, 29. März 2026, jeweils von 10 bis 17 Uhr
- Trachenberger Straße 38, 01129 Dresden





