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Die Linke


SPD-Stadtrat fragte wegen Molen-Grünschnitt nach

Im Dezember ließ das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe (WSA) im Bereich der Hafenmole Grünschnittarbeiten durchführen. Das Ausmaß fiel so deutlich aus, dass sich mehrere Leser an Pieschen-Aktuell wandten. Sie fragten nach, ob dieses Vorgehen so rechtens sei (Pieschen-Aktuell vom 30. Januar 2026). Auch der Pieschener SPD-Stadtrat Stefan Engel wurde aufmerksam. Er wollte es genauer wissen und richtete eine Anfrage an den Oberbürgermeister.

Das WSA hat mehr zurückgeschnitten, als vereinbart. Foto: J. Frintert
Das WSA hat mehr zurückgeschnitten, als vereinbart. Foto: J. Frintert

Aus der Antwort geht hervor: Das WSA hatte die Stadtverwaltung bereits am 30. Oktober 2025 über die geplanten Arbeiten informiert. Angekündigt waren unter anderem das Entfernen von Sträuchern und Jungwuchs auf der gepflasterten, elbseitigen Böschung – Einzelbäume sollten stehen bleiben. Zudem sollte das neophytische Eschenahorn weitgehend beseitigt werden. Vorgesehen waren außerdem Pflegeschnitte an Altbäumen, eine einmalige Mahd der Krautschicht sowie der Erhalt der natürlichen Gehölzverjüngung entlang der Wasserlinie.

WSA hat mehr abgeschnitten als vereinbart

Engel fragte weiter, wie stark die tatsächlichen Arbeiten von diesen Plänen abwichen. Die Verwaltung verweist auf einen gemeinsamen Vor-Ort-Termin mit dem WSA. Dort wurden die Maßnahmen noch einmal angepasst. So sollte die Vegetation nicht vollständig entfernt werden, sondern abschnittsweise – um den Lebensraum zu erhalten. Beim Eschenahorn war eine Bekämpfung durch Ringeln vorgesehen. Altbäume sollten schonend behandelt, Baumhöhlen möglichst erhalten werden. Die Mahd war nur dort geplant, wo sie für die Pflege nötig ist. Totholz sollte – sofern keine Gefahr besteht – teilweise bestehen bleiben.

Tischlerei Schramm


In der Praxis ging das WSA jedoch weiter als abgestimmt. Statt nur etwa ein Drittel der Fläche zu bearbeiten, wurde mehr als die Hälfte der Fläche zurückgeschnitten. Das bestätigt die Stadtverwaltung. Der Eingriff wurde anschließend bei einer weiteren Begehung ausgewertet. Für künftige Arbeiten wurden dabei neue Festlegungen getroffen.

Eine aktive Neubepflanzung ist im betroffenen Bereich übrigens nicht vorgesehen. Aus Gründen des Hochwasserschutzes sind dort keine zusätzlichen Gehölze möglich. Auch Ersatzpflanzungen wird es daher nicht geben. Stattdessen setzt die Stadt auf natürliche Wiederbegrünung. Diese soll gezielt gefördert werden, während invasive Arten durch geeignete Pflege zurückgedrängt werden.

Die vollständige Anfrage samt Antworten ist im Ratsinformationssystem der Stadt Dresden einsehbar.

1 Eine Mahd (von mähen) bezeichnet das Abschneiden von Gras oder anderen Pflanzen.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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