Am Dienstag kamen im Pieschener Rathaus die Stadtbezirksbeiräte zur Sitzung zusammen. Es gab etliche Informationen und Förderungen wurden diskutiert. 
Projektsteuerer Stefan Kadler stellte die anstehenden Bauprojekte der SachsenEnergie im Stadtbezirk vor. Große Baustellen gibt es in diesem Jahr vorerst nur wenige. Verkehrsbehinderungen gibt es unter anderem durch Arbeiten an der Wilder-Mann-Straße und der Franz-Lehmann-Straße. Rund um den Dreysigplatz und an der Arno-Lade-Straße wird an Elektrotechnik gearbeitet.
Die Erweiterung des Ikea-Marktes an der Peschelstraße führt im April zu Arbeiten am Stromnetz. Außerdem wird aktuell an der Eisenbahnstraße gearbeitet (Pieschen-Aktuell vom 27. Februar 2026). Kleinere Maßnahmen zur Fernwärme, dabei geht es überwiegend um Hausanschlüsse, finden statt. In Übigau wird die Mitteldruckumstellung für das Stadtgas vorangetrieben. An der Harkortstraße soll nach den Sommerferien mit Arbeiten an der Trinkwasserleitung begonnen werden.
Bauturbo – Bauplanungsverfahren
Abteilungsleiterin Anja Heckmann vom Stadtplanungsamt stellte den Grundsatzbeschluss „Bauturbo“ (Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus und zur Wohnraumsicherung) vor und ordnete für die Stadtbezirksbeiräte die Bedeutung in Dresden kurz ein. Der „Bauturbo“ bezieht sich auf eine Gesetzesänderung der Bundesregierung vom vergangenen Herbst und soll die Schaffung von Wohnraum erleichtern. Heckmann: „Laut Statistik werden in Dresden jährlich etwa 1.000 Wohnungen gebaut, gebraucht würden aber 2.000 – vor allem im Hinblick auf die Neuansiedlungen der Chipindustrie im Dresdner Norden.“
Regelverfahren und vereinfachte Verfahren
Die BauGB-Novelle 2025 („Bauturbo“), in Kraft seit Oktober 2025, ermöglicht durch die neuen Paragraphen 31 Abs. 3, 34 Abs. 3b und 246e eine vereinfachte und beschleunigte Genehmigung von Wohnungsbauvorhaben, ohne dass ein Bebauungsplan aufgestellt oder geändert werden muss. Dresden will dies über einen Grundsatzbeschluss umsetzen, bei dem die Verwaltung bei Vorhaben bis ein Hektar Größe selbst entscheiden darf, während größere Projekte dem Stadtrat vorgelegt werden müssen – jeweils verbunden mit der Pflicht zum Abschluss eines städtebaulichen Vertrags. Die Regelung gilt befristet bis Ende 2030 und schließt Ausnahmen ein, etwa bei Widerspruch zum Flächennutzungsplan oder in Gewerbe- und Industriegebieten.
Pia Barkow (Die Linke) fragte nach, was das bedeute, ob dann bei Blockrandbebauung zum Beispiel zwei Etagen mehr entstehen könnten. Heckmann: „Das Rücksichtnahmegebot wird nicht ausgehebelt. Man darf den Nachbarn nicht einmauern oder über die Maße überragen – das gilt weiterhin, auch Erhaltungssatzungen können nicht ausgehebelt werden.“
Björn Lehninger (Team Zastrow) fragte, welche Auswirkungen das auf künftige Mieten und deren Berücksichtigung im Mietspiegel habe. Heckmann: „Der Bauturbo hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf Baukosten, aber mittelbar, da eine Abkürzung des Verfahrens Kosten senken kann.“
Sophia Jansen (Grüne): Wie viele Bebauungspläne gibt es denn unter einem Hektar und wie kommt es zu dieser Flächengrenze. Heckmann: „Im Stadtbezirk gibt es nur einen Bebauungsplan, der unter einem Hektar groß ist. Das betrifft vor allem Neubauprojekte von Ein- oder Zweifamilienhäusern in Stadtrandlagen.“ Die Ein-Hektar-Grenze habe sich aus der bundesweiten Rechtsprechung ergeben, alles darunter gilt in der Regel als Lückenbebauung.
Die Grünen und die Linke reichten Änderungsanträge ein. Dafür wurde eine kurze Unterbrechung für eine Diskussion beschlossen. Schließlich einigten sich die Räte auf folgende Ergänzungen: „Die Regelungen des „Bauturbo“ finden nur dann Anwendung, wenn Bauvorhaben den Zielen und erfassten Bedarfen des Wohnkonzepts der Landeshauptstadt Dresden entsprechen. Dabei ist insbesondere der Bedarf an Wohnraum für Haushalte mit geringem Einkommen sowie altersgerechten Wohnraum herauszustellen.“ (Linke) „Der Anteil des Geschosswohnungsbaus des Vorhabens muss mindestens 75 Prozent der Wohnfläche und mindestens zwei Drittel der Wohneinheiten betragen.“ (Grüne) Beide Ergänzungen und die gesamte Vorlage wurden schließlich mehrheitlich angenommen.
Förderung des Job-Café der Awo
Kristin Sauer und Ricarda Siegel von der AWO Kinder- und Jugendhilfe stellten das Projekt vor. Das Job-Café in Pieschen richtet sich an junge Menschen von 14 bis 26 Jahren. Es soll an zwei Nachmittagen pro Woche von 14 bis 18 Uhr ohne Termin öffnen. Das Café befindet sich im Kinder- und Jugendhaus Emmers an der Bürgerstraße 68.
Drei PC-Arbeitsplätze stehen für Stellenrecherche und Bewerbungen bereit. Telefone, Technik für Online-Gespräche, ein Multifunktionsgerät und Equipment für Bewerbungsfotos sind vorhanden. Informationen zu Veranstaltungen und Beratungsangeboten in Dresden hängen sichtbar aus. Eine Jobwand zeigt aktuelle Jobs, Praktika und Ausbildungsstellen. Eine offene Café-Atmosphäre mit Getränken und Snacks fördert den Austausch. Bei Bedarf vermittelt das Personal zum sozialpädagogischen Beratungsangebot des Jobladens. Das Job-Café nutzt dafür den Gruppenraum der Beratungsstelle. Die AWO Kinder- und Jugendhilfe gemeinnützige GmbH beantragte beim Stadtbezirk eine Förderung in Höhe von 10.978 Euro. Die Räte stimmten mit großer Mehrheit für die Förderung.
Dear-Future-Konferenz
Siv-Ann Lippert stellte das Projekt vor. In der Alten Gärtnerei (Heidestraße 21) soll vom 4. bis 6. Juni 2026 eine kostenfreie Konferenz zu fairem und nachhaltigem Handeln stattfinden. Das Programm umfasst rund zwölf Veranstaltungen. Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik, Zivilgesellschaft und Kultur geben Impulse, Vorträge und Workshops. Auch Podiumsgespräche, ein Poetry Slam und ein Theaterformat sind geplant. Die Konferenz richtet sich an die Öffentlichkeit und lädt zum Austausch ein. Veranstaltungsort ist die Alte Gärtnerei in der Heidestraße 21. Erwartet werden etwa 250 Teilnehmende vor Ort. Beiträge werden teilweise aufgezeichnet und online bereitgestellt. Der Verein „Zukunftsgestalten“ beantragt dafür eine Förderung in Höhe von 7.500 Euro. Der Stadtbezirksbeirat lehnte das Projekt mit sieben zu fünf Stimmen ohne Diskussion ab.
Ostermarkt im Galvanohof
Britta Sommermeyer von der Kreativen Werkstatt stellte das Projekt vor. Am 21. März 2026 soll im Galvanohof in Dresden-Pieschen ein kreativer Ostermarkt stattfinden. Die Kreative Werkstatt Dresden organisiert von 10 bis 18 Uhr kostenfreie Mitmachangebote. Familien, Anwohnende und Interessierte können unter Anleitung kleine Geschenke, Osterschmuck oder Dekoration gestalten. Geplant sind Stände zu verschiedenen Kunsthandwerkstechniken, etwa Kränze binden, Karten drucken oder Keramik gestalten. Ein Vereinscafé mit Kuchen, ein Osterfeuer, Puppentheater und Musik ergänzen das Programm. Die Werkgalerie ist ebenfalls geöffnet. Ziel ist Begegnung, kreativer Austausch und kulturelle Teilhabe im Stadtteil. Die Kreative Werkstatt beantragt eine Förderung in Höhe von 4.176,53 Euro.
Uwe Sochor (SPD) wünschte sich am Eingang des Galvanohofes mehr kreative Werbung. Dem stimmte Björn Lehninger (Team Zastrow), außerdem wollte er wissen, auf wie viele Personen sich die geplanten Honorare verteilen. Auf rund zehn Personen. Die Förderung wurde einstimmig bewilligt.
Zwei Kleinfeldtore für Motor Trachenberge
Torsten Mikoleit vom SG Motor Trachenberge stellte das Projekt vor. Der Verein beantragt eine Förderung in Höhe von 2.390 Euro zur Anschaffung von zwei Kleinfeldtoren für die Fußballabteilung. Aktuell stehen vier Tore zur Verfügung, die von bis zu vier Mannschaften im Training genutzt werden. Dadurch entstehen organisatorische Schwierigkeiten bei der Durchführung eines strukturierten Trainings. Zusätzliche Tore sollen die Trainingsbedingungen für die Jugendteams verbessern. Mit der Anschaffung können Übungen besser organisiert und Trainingsabläufe optimiert werden. Pia Barkow (Die Linke) fragte nach, ob es auch Mädchenmannschaften gebe. Bisher noch nicht, sagte Mikoleit, seit Kurzem habe man wieder vier Mädchen, die in einem gemischten Team spielen. Die Förderung wurde einstimmig angenommen.
Lesebühne im Zentralwerk
Anne Schiekel stellte das Projekt vor. Die Lesebühne „Dresdner Tresenlesen“ ist eine offene Veranstaltung für Autorinnen und Autoren. Im Jahr 2026 sind fünf Termine geplant. Der Eintritt ist frei. Während jeder Veranstaltung geht ein Spendenhut durch das Publikum. Die gesammelten Spenden gehen vollständig an einen lokalen oder eingeladenen Verein mit Schwerpunkt auf der Unterstützung von Kindern. Das Zentralwerk stellt für jede Lesebühne den Raum sowie Bar- und Personal bereit. Zudem übernimmt es Aufwendungen für Werbung, Marketing, Ausstattung und Technik. Der Stadtbezirk soll das Projekt mit 5.082 Euro fördern, vor allem für Raummiete, Technik, Techniker und Barpersonal. Während der Veranstaltung geht ein Hut rum, es wird Geld für verschiedene gemeinnützige Vereine gesammelt.
Benjamin Kemper (CDU) fragte nach: „Wie läuft so ein Abend ab, wer ist die Zielgruppe?“ Die Zielgruppe seien Autoren und Literaturinteressierte, jeder liest ca. zehn Minuten, insgesamt lesen pro Abend zehn Autoren. „Seitdem wir im Zentralwerk sind, kommen so ca. 50 bis 70 Zuschauer“, so Schiekel. Der Stadtbezirksbeirat lehnte die Förderung mit knapper Mehrheit ab.
Gartenverein Eiche: Abkippvorrichtung zur Fäkalienentsorgung
Christiane Clemen und Alexander Zinn vom Kleingartenverein „An der Eiche“ an der Rankestraße stellten das Projekt vor. Der Verein setzt die bereits im Winter 2022 und 2023 begonnenen Sanierungsarbeiten am Vereinsheim und den Anlagen fort. Dazu gehören Arbeiten am Abwasserkanal sowie der Bau einer Zisterne. Hintergrund sind neue rechtliche Vorgaben zur Entsorgung von Fäkalien in Kleingartenanlagen. Geplant ist eine zentrale Entsorgungsstelle mit Abkippvorrichtung. Dafür werden ein Gebäude mit Fundament sowie neue Anschlüsse für Strom, Wasser und Abwasser errichtet. Ein münzbetriebenes Türöffnungssystem soll die Nutzung regeln. Nach Abschluss der Bauarbeiten werden Festplatz und Hauptweg fertiggestellt und die Umgebung bepflanzt. Viele Arbeiten übernehmen Vereinsmitglieder, einige Leistungen führt eine Fachfirma aus. Der Verein beantragt 12.000 Euro Förderung vom Stadtbezirk.
Holger Kunig (Grüne) sagte: „Grundsätzlich ist so eine Anlage förderwürdig, aber unsere Mittel sind reduziert. Wir müssen uns entscheiden, fördern wird eine Abwassereinrichtung oder Kultur.“ Rico Köhler (AfD): „Wäre da nicht Radebeul zuständig, wenn das Abwasser dorthin geleitet wird.“ Stadtbezirksamtsleiter Thomas Grundmann sagte: „Der Verein ist im Stadtbezirk beheimatet, daher passt das.“ Uwe Sochor (SPD) betonte: „Wir investieren hier in etwas Nachhaltiges.“ Rolf Jörg Poppe (AfD) zeigte sich erstaunt, dass man hier versuche, Kultur gegen Kleingärten aufzuwiegeln. Man dürfe nicht vergessen, dass die Kleingärtner zur Versorgung der Bevölkerung beitragen. Pia Barkow (Linke): „Sickergruben sind doch schon lange ein Thema, müsste das nicht schon seit langer Zeit umgesetzt sein?“ Außerdem betonte sie, dass sie Sorge habe, dass nun alle Kleingärten mit solchen Anträgen kommen. Tassilo Langner (CDU): „Sie sind 140 Mitglieder, warum können sie das nicht selbst stemmen?“ Wir versuchen das, so Clemen. Die Mitglieder drohen mit Austritt. Mit großer Mehrheit wurde der Förderung zugestimmt. Die Kleingartenchefin wies noch darauf hin, dass am 30. April das Hexenfeuer stattfindet.
Treeline an der Kaditzer Linde
Antragstellerin Maria Preißler stellte das Projekt vor. „Treeline“ will Musik und Umweltengagement verbinden. Initiator ist der britische Komponist Graham Fitkin. Er fährt 2026 mit dem Fahrrad rund 4.000 Kilometer von Rumänien bis in das Vereinigte Königreich. Entlang der Route finden etwa 20 Konzerte statt. Jede Aufführung bezieht sich auf einen ortsbildprägenden Baum. In Dresden steht die Kaditzer Linde im Mittelpunkt, immerhin Dresdens ältester Baum. Das Konzert soll am 22. Juni 2026 in der Emmauskirche Kaditz stattfinden. Begleitend sind ein Lindenfest, Beiträge des Kaditzer Kinderchores sowie eine Ausstellung mit Kinderkunst geplant. Der Eintritt ist frei, Spenden sind möglich. Die Räte stimmten ohne Diskussion geschlossen für die Förderung des Projektes in Höhe von 1.118,30 Euro. 
Vorschläge der Stadtbezirksbeiräte
Der Stadtbezirksbeirat Uwe Sochor (SPD) schlug vor, anlässlich des 125. Geburtstags und 30. Todestages des Dresdner Malers Theodor Rosenhauer (1901–1996) einen öffentlichen Ort in Alttrachau nach ihm zu benennen. Als Kandidaten werden die Teichstraße, wo Rosenhauer fast sein gesamtes Leben verbrachte, sowie der namenlose Dorfanger vorgeschlagen, wobei die Bekanntmachung idealerweise am 8. Mai oder 14. Juni 2026 erfolgen soll. Jens Hänsch (Piraten) wies darauf hin, dass der Platz bereits „Alttrachau“ heißt. Pia Barkow (Die Linke) merkte an, dass die meisten Straßen und Plätze, wenn sie nach Personen benannt sind, nach Männern benannt seien. Mit deutlicher Mehrheit stimmten die Räte für den Vorschlag.
Auf Antrag der Linken schlägt der Stadtbezirksbeirat Pieschen dem Oberbürgermeister vor, dem Stadtteilfest „Sankt Pieschen 2026″ die Sondernutzungsgebühr zu erlassen und keine Kosten für Anlieferung und Aufstellung von Beschilderung sowie Terrorabsperrungen entstehen zu lassen. Das seit Jahren ehrenamtlich organisierte Fest sei ein wichtiger Treffpunkt für alle Bevölkerungsgruppen des Stadtbezirks und darüber hinaus. Gestiegene Auflagen haben die Organisatoren zuletzt finanziell stark belastet, weshalb die beantragten Entlastungen die Fortführung des Festes in den kommenden Jahren sichern sollen. Die Räte stimmten geschlossen für den Vorschlag.
Stadtbezirksbeirat Pieschen
- Sitzung am 10. März 2026: Tagesordnung, alle Dokumente, Abstimmungsergebnisse (nach der Sitzung)
- Stadtbezirksbeirat Pieschen – Mandatsträger, Vertreter, Sitzungen
- Alle Infos aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen im Dossier „Stadtbezirksbeirat“.
Berichte aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen – eine Leistung der Redaktion von Pieschen Aktuell im Auftrag des Stadtbezirksamtes Pieschen der Landeshauptstadt Dresden.





