In Dresden wird am Freitag, 27. Februar 2026, der öffentliche Nahverkehr weitgehend stillstehen. Die Gewerkschaft ver.di hat zu einem Warnstreik bei den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB) aufgerufen. Der Ausstand beginnt um 3 Uhr und soll bis Sonnabend, 28. Februar 2026, 5 Uhr andauern. Hintergrund sind die laufenden Tarifverhandlungen im kommunalen Nahverkehr. 
Warnstreik im Rahmen der Tarifrunde
Ver.di Sachsen begründet den Schritt mit dem bisherigen Verlauf der Tarifverhandlungen. Auch die zweite Verhandlungsrunde sei ohne Annäherung geblieben, die Arbeitgeber hätten an ihrer Position festgehalten. Nach zwei ergebnislosen Gesprächen sehe man keine andere Möglichkeit, als den Druck durch Warnstreiks zu erhöhen. Bundesweit sind Aktionen im kommunalen Nahverkehr angekündigt – mit Ausnahme von Niedersachsen.
Das fordert die Gewerkschaft
Die Forderungen richten sich an den Kommunalen Arbeitgeberverband Sachsen (KAV Sachsen) im Rahmen des Tarifvertrags Nahverkehr Sachsen. Ver.di verlangt eine Reduzierung der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden. Alternativ soll ein Wahlmodell eingeführt werden: 38 Wochenstunden mit finanzieller Zulage oder zusätzlicher Zeitgutschrift.
Außerdem fordert die Gewerkschaft eine Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 85 Prozent eines Monatsentgelts sowie einen Nachtarbeitszuschlag von 25 Prozent. Weitere Entgeltregelungen sollen angepasst, einzelne Tarifregelungen gestrichen werden. Zusätzlich wird ein Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung für ver.di-Mitglieder gefordert.
Kritik vom Arbeitgeberverband
Der Kommunale Arbeitgeberverband Sachsen bezeichnet den angekündigten Warnstreik als überzogen. In der zweiten Verhandlungsrunde am 4. Februar sei konstruktiv um Lösungen gerungen worden. Die Gespräche seien weder gescheitert noch festgefahren. Eine dritte Verhandlungsrunde ist für den 9. März 2026 geplant.
Die Streikaufrufe würden zentral von der ver.di-Bundesebene gesteuert und berücksichtigten die unterschiedlichen Verhandlungsstände in den Bundesländern nicht, so die Verbandsgeschäftsführerin Cornelia Habendorf.
Diese Linien sind in Dresden betroffen
Alle Straßenbahnlinien werden am Freitag nicht fahren. Auch die Standseilbahn könnte vom Streik betroffen sein. Die Schwebebahn ist wegen ihrer Frühjahrsrevision ohnehin außer Betrieb.
Bei den Buslinien ist mit starken Einschränkungen zu rechnen. Die Linien 61, 62, 63, 64, 70, 80 und EV 6 fahren kaum oder gar nicht.
Teilweise oder vollständig im Einsatz sein könnten die Linien 65, 66, 68, 72, 73, 74, 77, 78, 79, 81, 83, 84, 85, 86, 87, 88, 89, 90, 91, 92, 93 sowie 98 A, 98 B, 98 C und EV 12. Diese werden von Subunternehmen betrieben.
Nicht betroffen sind die S-Bahnen, Regionalzüge, Regionalbusse und Fähren. Auch andere Verkehrsunternehmen im Verkehrsverbund Oberelbe beteiligen sich nicht am Streik. Aktuelle Informationen veröffentlichen die DVB auf ihrer Internetseite.
Kundenzentren und Service nicht erreichbar
Das DVB-Kundenzentrum sowie alle Servicepunkte bleiben geschlossen. Die Telefonhotline ist nicht besetzt, ebenso werden die Social-Media-Kanäle nicht betreut.
Keine Entschädigung bei Streik
Die Mobilitätsgarantie der DVB gilt bei Streiks nicht. Grundlage ist Paragraf 22 des Personenbeförderungsgesetzes, wonach in diesem Fall die Beförderungspflicht entfällt. Fahrgäste können daher keine Ersatzansprüche geltend machen.
Arbeitnehmer tragen das Wegerisiko
Für Beschäftigte gilt das sogenannte Wegerisiko. Sie sind selbst dafür verantwortlich, trotz Streiks rechtzeitig am Arbeitsplatz zu erscheinen.





