Im Oktober 2025 hatte Die Linke Dresden auf insgesamt 193 fehlerhafte Heizkostenabrechnungen beim Großvermieter Vonovia in Dresden-Pieschen öffentlich aufmerksam gemacht. Die Ursache dafür waren, so Die Linke, fehlende Wärmemengenzähler. Diese sind seit 2014 gesetzlich vorgeschrieben, in der Verordnung über die verbrauchsabhängige Abrechnung der Heiz- und Warmwasserkosten (Verordnung über Heizkostenabrechnung – HeizkostenV). 
Nun liegt die neue Abrechnung vor. Geändert habe sich jedoch nichts, so Die Linke. „Spätestens seit unserer Veröffentlichung wusste Vonovia, dass hier rechtswidrig abgerechnet wird. Trotzdem passiert – nichts. Das ist kein Versehen, das ist kalkulierte Untätigkeit“, sagt die Dresdner Bundestagsabgeordnete Clara Bünger.
Vonovia: Wir halten uns an die rechtlichen Regeln
Vonovia-Pressesprecher Matthias Wulff reagiert auf die Vorwürfe: „Bei der Erstellung von Nebenkostenabrechnungen halten wir uns an die rechtlichen Regeln.“ In diesem Falle seien die Regeln wie folgt: Wenn eine verbundene Anlage für Heizung und Warmwasser ein Gebäude versorgt, ist der anteilige Verbrauch der Mieter für Warmwasser und Raumwärme durch einen Wärmemengenzähler zu erfassen. Ist ein solcher Wärmemengenzähler nicht eingebaut, haben Mieter ein 15%iges Kürzungsrecht. Dies sei in Paragraph 12 der Heizkostenverordnung niedergeschrieben. Wulff: „Diese Kürzung müssen die Mieter proaktiv vornehmen, dafür stehen ihnen alle Kontaktkanäle offen.“ Dann würde sich die Vonovia darum kümmern. Proaktiv bedeutet, dass die Vonovia nicht automatisch die Kosten um 15 Prozent kürzt, sondern nur, wenn der Mieter das entsprechend beantragt.
Außerdem, so Wulff, sei die Vonovia dabei, die bislang noch nicht ausgestatteten Gebäude Schritt für Schritt mit Wärmemengenzählern auszustatten.
Linke: Infos bei Haustürgesprächen
Für Die Linke stellt sich dieses Verhalten wie eine Strategie dar. Abgerechnet werde weiter – und nur wer sich wehrt, bekommt Geld zurück. Clara Bünger fordert deshalb: „Vonovia muss alle betroffenen Gebäude in Dresden unverzüglich auf den gesetzlichen Stand bringen und sämtliche zu Unrecht erhobenen Beträge unaufgefordert zurückzahlen.“ Es könne nicht sein, dass Mieterinnen und Mieter erst aktiv werden müssen, um ihr Recht zu bekommen. „Wenn Vonovia jahrelang falsch abrechnet, dann muss der Konzern auch von sich aus erstatten – in allen betroffenen Häusern in Dresden“, so Bünger.
Die Linke Dresden will die betroffenen Haushalte am 25. Februar 2026 in Haustürgesprächen erneut informieren und sie beim Widerspruch unterstützen.
- Die Heizkostenverordnung gibt es hier: www.gesetze-im-internet.de/heizkostenv/BJNR002610981.html





