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Eingriffe an Grünflächen an Hafenmole

Im Dezember hat das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe (WSA) im Bereich der Hafenmole Grünschnitt durchgeführt. Dieser fiel so rigoros aus, dass sich mehrere Leser an Pieschen-Aktuell gewandt haben und nachfragten, ob das alles so seine Richtigkeit hatte.

Die Vegetation an der Mole wurde zurückgeschnitten. Foto: J. Frintert
Die Vegetation an der Mole wurde zurückgeschnitten. Foto: J. Frintert

Bei den Arbeiten wurden Sträucher und Bäume in Bodennähe abgesägt und große Teile des Bewuchses entfernt. Die Arbeiten überschritten den üblichen Grünschnitt an den Elbwiesen deutlich. Die Sträucher und das Unterholz dienen normalerweise als Rückzugs- und Nahrungsraum für Vögel, Igel und andere Kleintiere.

Bekämpfung invasiver Arten

Auf Nachfrage teilte das Schifffahrtsamt mit, dass die Pflegemaßnahmen der Unterhaltung der Bundeswasserstraße dienen würden. „Die Hafenmole ist eine wasserwirtschaftliche Anlage“, sagt Helko Fröhner, Leiter Fachbereich Schifffahrt. Die Maßnahmen seien mit dem Umweltamt Dresden abgestimmt und würden der Vermeidung von Schäden am Molebauwerk durch Wurzelwerk, dem vorbeugenden Hochwasserschutz sowie der Neophytenbekämpfung1 dienen. „Das betrifft insbesondere den sehr ausbreitungsstarken und schnellwüchsigen Eschen-Ahorn, der die heimische Vegetation verdrängt“, so Fröhner. Der Eschen-Ahorn (Acer negundo), auch Eschenblättriger Ahorn genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Ahorne (Acer). Er gilt tatsächlich als invasive Art, die heimische Pflanzen verdrängt, die Biodiversität gefährdet und die Insektenfauna verarmt, indem er in naturnahen Lebensräumen wie Auen schnell wächst und dichte Bestände bildet.

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Elbseite der Hafenmole - Foto: J. Frintert
Elbseite der Hafenmole – Foto: J. Frintert

Allerdings haben die Maßnahmen des Schifffahrtsamtes offenbar den abgesprochenen Rahmen überstiegen. Laut Stadtsprecherin Laura Kirsten wurden die Maßnahmen zwar mit dem Umweltamt – der unteren Naturschutzbehörde – abgestimmt, jedoch nicht wie vereinbart umgesetzt. „Es finden aktuell Abstimmungen über das Ausmaß der Arbeiten und Kompensationsmaßnahmen mit dem WSA statt“, so Kirsten.

Im Zuge der Maßnahme wurden auch einige Bäume geringelt, sprich im Bodenbereich wurde ein Stück rund um den Stamm Rinde abgetragen. Auf die Anfrage, warum das durchgeführt wurde, bleibt das Amt die Antwort schuldig. Jedoch beschreibt „Ringeln“ das ringförmige Entfernen der Rinde eines Baumes. Das Ziel ist, den Nährstofftransport zu den Wurzeln zu unterbrechen. In der Folge stirbt der Baum langsam ab. Auch diese Maßnahme wird in der Regel bei der Bekämpfung von invasiven Arten eingesetzt.

Pieschener Hafen mit Molenbrücke - Foto: J. Frintert
Pieschener Hafen mit Molenbrücke – Foto: J. Frintert

1 Neophyten (griech. für „neue Pflanzen“) sind Pflanzenarten, die nach 1492 – der Entdeckung Amerikas – direkt oder indirekt durch den Menschen in Gebiete außerhalb ihres ursprünglichen Verbreitungsgebiets eingebracht wurden und sich dort etabliert haben. Viele integrieren sich unproblematisch, doch einige breiten sich als invasive Neophyten stark aus, verdrängen heimische Pflanzen, gefährden die Biodiversität oder verursachen ökologische und gesundheitliche Schäden.

Pieschener Hafen

Der Pieschener Hafen entstand von 1856 bis 1859 im Auftrag der sächsischen Staatsregierung. Grund war der wachsende Schiffsverkehr. Das Becken ist 500 Meter lang und rund 30 Meter breit. Bis zu 30 Schiffe konnten dort anlegen. In der Nähe gab es eine Anlegestelle der Dampfschifffahrt und eine beliebte Elbe-Badeanstalt. Zeitweise wurden Frachtkähne in einer kleinen Werft repariert. Mit dem Start des Alberthafens verlor der Hafen an Bedeutung. Heute dient er nur noch als Winterhafen.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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