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Die Linke


Handwerkskunst und Erfindungsreichtum in den Retro Werken

Drei, zwei, eins – Abflug. Im verwinkelten Hinterhof einer Gewerbeeinheit auf der Robert-Matzke-Straße steht „Retro Tron 1.0“ – scheinbar aus der Welt gefallen, ja fast weltenfremd. Hinter goldlackierten Stahlstreben verbirgt sich ein feingliedrig verschraubter Organismus aus Zahnrädern.

Runde und eckige Metallteile, einst Teil von Autos oder Schiffen, hat Christian Masch, der „Chris“ genannt werden will, zu einer Transformer-Figur zusammengefügt. Begeistert beschreibt er das Werk: „Ein Werkstatt-Transformer, halb Kunstwerk, halb wandelnde TÜV-Katastrophe.“

Der Transformer mit handwerklichem Geschick und Sinn für Industrieästhetik. Foto: Retro Werke
Liebevoll zusammengesetzt, mit handwerklichem Geschick und Sinn für Industrieästhetik: der Retro Tron 1.0. Foto: Retro Werke

Transformer auf Reise in eine andere Galaxie

Das dreieinhalb Meter hohe Kunstwerk war drei Monate lang im „Pace Automobil Museum“ in Dortmund zu sehen. „Der Transport war ein Erlebnis für sich. Ständig hat jemand begeistert gehupt, da der Transformer in Lebensgröße hinten auf der Ladefläche stand“, erzählt Chris. „Der ist auf der Durchreise von ’ner anderen Galaxie.“ Ob er damit den Retro Tron oder sich selbst meint, bleibt offen.

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17 Hippies am 21. Februar in Dresden, Alter Schlachthof


Chris erstellt immer Unikate. Mal Pokale und Skulpturen, mal Gebrauchsgegenstände. Foto: Retro Werke
Chris erstellt immer Unikate. Mal Pokale und Skulpturen, mal Gebrauchsgegenstände. Foto: Retro Werke

Tiefgründiger Stil durch Gegensätzlichkeiten

Chris ließ sich von den Autoren der „Marvel“-Transformers-Welt inspirieren. Wer seine RetroWerke betritt, taucht ein in ein stilistisch vielschichtiges Universum der Gegensätze. Die ausgestellten Bänke, Lampen und Fitnessgeräte zeugen vom Humor und Erfindungsreichtum des gelernten Inneneinrichters. Besonders gerne arbeitet er mit Stahl und Holz: Materialien, die mal kühl und glatt, mal warm und rau sind – und zum Berühren einladen.

Für Gastro- und Eventunternehmen fertigt der gelernte Inneneinrichter Skulpturen und Mobiliar. Hier zu sehen: der "Retro Tron 2.0". Foto: Retro Werke
Für Gastro- und Eventunternehmen fertigt der gelernte Inneneinrichter Skulpturen und Mobiliar. Hier zu sehen: der „Retro Tron 2.0“. Foto: Retro Werke

Besucher empfängt Chris gern in seinem Studio, die Werkstatt liegt gleich nebenan. An einem selbstgebauten Massivholztisch mit integrierten Eiswürfelrinnen, unter eigens entworfenen Industriehängelampen, erzählt er: „Ich dachte mir: Warum eigentlich nicht anders denken, ungewöhnlich bauen?“. Seit acht Jahren führt er die RetroWerke mittlerweile. „Eigentlich kann man alles bauen“, meint er. Unverkennbar ist Chris durch seine Flieger-Overalls mit Länderflaggen. „Die trage ich eigentlich immer, sind mein Wiedererkennungsmerkmal“, so der Designer.

Holzbank, Esstisch, Leuchter oder Garderobe: "Ich mache immer Unikate. Hauptsache, es macht Spaß!", meint Chris. Foto: Retro Werke
Holzbank, Esstisch, Leuchter oder Garderobe: „Ich mache immer Unikate. Hauptsache, es macht Spaß!“, meint Chris. Foto: Retro Werke

Alltagstaugliche Unikate mit Sinn für Humor

Das Sortiment der RetroWerke reicht von Massivholzmöbeln über Vintage-Lampen bis hin zu Pokalen und Outdoor-Küchen für Gastro-Unternehmen. Eines seiner ersten Projekte war ein Kettcar für einen Jungen mit Fußbehinderung. „Ich will was zurückgeben, andere glücklich machen“, erklärt der Unternehmer mit brandenburgischem Dialekt. Schon vor der Gründung der RetroWerke entwarf er verschiedenste Objekte für Freunde. Langfristig möchte Chris den geschäftlichen Fokus ganz auf seine RetroWerke legen.

Die Retro Werke standen bereits vor der Dresdner Semperoper. Foto: Retro Werke
Die Retro Werke standen bereits vor der Dresdner Semperoper. Foto: Retro Werke

Retro Werke

Serie: Kleine Unternehmen im Stadtbezirk Pieschen

Jeden Dienstag in Pieschen-Aktuell: Ein Porträt eines kleinen Unternehmens aus dem Stadtbezirk. Wir zeigen die unglaubliche Vielfalt im Stadtviertel, von Übigau bis Trachau, von Kaditz bis nach Trachenberg. Wenn Sie auch einen kleinen Laden oder ein kleines Unternehmen in Ihrer Nachbarschaft kennen, das wir gerne mal vorstellen sollen, schreiben Sie uns an redaktion@pieschen-aktuell.de.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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