Drei, zwei, eins – Abflug. Im verwinkelten Hinterhof einer Gewerbeeinheit auf der Robert-Matzke-Straße steht „Retro Tron 1.0“ – scheinbar aus der Welt gefallen, ja fast weltenfremd. Hinter goldlackierten Stahlstreben verbirgt sich ein feingliedrig verschraubter Organismus aus Zahnrädern.
Runde und eckige Metallteile, einst Teil von Autos oder Schiffen, hat Christian Masch, der „Chris“ genannt werden will, zu einer Transformer-Figur zusammengefügt. Begeistert beschreibt er das Werk: „Ein Werkstatt-Transformer, halb Kunstwerk, halb wandelnde TÜV-Katastrophe.“ 
Transformer auf Reise in eine andere Galaxie
Das dreieinhalb Meter hohe Kunstwerk war drei Monate lang im „Pace Automobil Museum“ in Dortmund zu sehen. „Der Transport war ein Erlebnis für sich. Ständig hat jemand begeistert gehupt, da der Transformer in Lebensgröße hinten auf der Ladefläche stand“, erzählt Chris. „Der ist auf der Durchreise von ’ner anderen Galaxie.“ Ob er damit den Retro Tron oder sich selbst meint, bleibt offen.

Tiefgründiger Stil durch Gegensätzlichkeiten
Chris ließ sich von den Autoren der „Marvel“-Transformers-Welt inspirieren. Wer seine RetroWerke betritt, taucht ein in ein stilistisch vielschichtiges Universum der Gegensätze. Die ausgestellten Bänke, Lampen und Fitnessgeräte zeugen vom Humor und Erfindungsreichtum des gelernten Inneneinrichters. Besonders gerne arbeitet er mit Stahl und Holz: Materialien, die mal kühl und glatt, mal warm und rau sind – und zum Berühren einladen. 
Besucher empfängt Chris gern in seinem Studio, die Werkstatt liegt gleich nebenan. An einem selbstgebauten Massivholztisch mit integrierten Eiswürfelrinnen, unter eigens entworfenen Industriehängelampen, erzählt er: „Ich dachte mir: Warum eigentlich nicht anders denken, ungewöhnlich bauen?“. Seit acht Jahren führt er die RetroWerke mittlerweile. „Eigentlich kann man alles bauen“, meint er. Unverkennbar ist Chris durch seine Flieger-Overalls mit Länderflaggen. „Die trage ich eigentlich immer, sind mein Wiedererkennungsmerkmal“, so der Designer. 
Alltagstaugliche Unikate mit Sinn für Humor
Das Sortiment der RetroWerke reicht von Massivholzmöbeln über Vintage-Lampen bis hin zu Pokalen und Outdoor-Küchen für Gastro-Unternehmen. Eines seiner ersten Projekte war ein Kettcar für einen Jungen mit Fußbehinderung. „Ich will was zurückgeben, andere glücklich machen“, erklärt der Unternehmer mit brandenburgischem Dialekt. Schon vor der Gründung der RetroWerke entwarf er verschiedenste Objekte für Freunde. Langfristig möchte Chris den geschäftlichen Fokus ganz auf seine RetroWerke legen. 
Retro Werke
- Inhaber Christian Masch, genannt „Chris“
- Maxim-Gorki-Straße 93, 01129 Dresden
- Öffnungszeiten nach Vereinbarung
- www.retrowerke.de und instagram.com/retro_werke
Serie: Kleine Unternehmen im Stadtbezirk Pieschen
Jeden Dienstag in Pieschen-Aktuell: Ein Porträt eines kleinen Unternehmens aus dem Stadtbezirk. Wir zeigen die unglaubliche Vielfalt im Stadtviertel, von Übigau bis Trachau, von Kaditz bis nach Trachenberg. Wenn Sie auch einen kleinen Laden oder ein kleines Unternehmen in Ihrer Nachbarschaft kennen, das wir gerne mal vorstellen sollen, schreiben Sie uns an redaktion@pieschen-aktuell.de.
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