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Galerie Hermann – Einblicke in junge Kunst der Hochschulen

In erdigem Rot, in Ocker- und Blautönen erstreckt sich ein weites Land auf den Leinwänden hinter Patrick Hermann. Es riecht nach frischer Acrylfarbe und Neustart. Der Galerist und Student betreibt die „Galerie Hermann“ in der Oschatzer Straße.

Künstler, Meisterschüler und Galerist ist Patrick Hermann. Mit der Kuratorin Isabell Stickler führt er seit November 2025 die Galerie. Im Hintergrund eine Arbeit von Katharina Wilhelm. Foto: S. Reichel
Künstler, Meisterschüler und Galerist ist Patrick Hermann. Mit der Kuratorin Isabell Stickler führt er seit November 2025 die Galerie. Im Hintergrund eine Arbeit von Katharina Wilhelm. Foto: S. Reichel

„Gemeinsam wachsen, lernen, Erfahrungen sammeln“

Patrick Hermann ist Künstler mit Diplom. Auf der Suche nach einer Galerie und einem Atelier in einem ist er in Pieschen fündig geworden. Im November hat er die „Galerie Hermann“ eröffnet. Betritt man den Ausstellungsraum, atmet man junge Kunstprojekte, hochwertige Acrylfarbe und ganz viel Tatendrang. Die zweite Ausstellung läuft mittlerweile in der Hermannschen Galerie. Unter dem Titel „Layers and layers and …“ (übersetzt: Schichten und Schichten und …) erzählen zwei Künstlerinnen in Malereien und Drucken von Landschaften, Pflanzenformen und -strukturen. Ein großzügiges Atelier hinter dem Ausstellungsraum teilt sich der Selbstständige mit einem Künstlerkollegen. Hermann ist derzeit Meisterschüler an der Hochschule für Bildende Künste Dresden (HfBK). Er lernt bei dem Maler und Professor Christian Macketanz.

Hermann wird vorrangig Werke junger Künstler ausstellen. Dabei setzt er auf Vernetzung mit Studenten der Dresdner "Hochschule für Bildende Künste" (HfBK).
Hermann wird vorrangig Werke junger Künstler ausstellen. Dabei setzt er auf Vernetzung mit Studenten der Dresdner „Hochschule für Bildende Künste“ (HfBK).

Oschatzer Straße ist Treffpunkt für HfBK-Studierende

Aufregend sei der Schritt in die Selbstständigkeit gewesen, erzählt Hermann. Künftig wolle er die Werke junger Künstlerinnen und Künstler ausstellen und verkaufen. Hermann: „Wir führen eine Produzentengalerie, die sich ohne staatliche Förderung **selbst** tragen soll.“ Gemeinsam wolle das junge Team lernen, wachsen und Erfahrungen sammeln. Dabei sei man rege mit den Kunststudierenden der „Käferklause“ **in der Oschatzer Straße** in Verbindung. „Wir erkunden Pieschen mit unserer Galerie, wir wollen uns vernetzen“, so die Kuratorin der Galerie, Isabell Stickler.

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Katharina Wilhelm arbeitet großformatig, zumeist mit Bezug zur Natur. Foto: S. Reichel
Katharina Wilhelm arbeitet großformatig, zumeist mit Bezug zur Natur. Foto: S. Reichel

Layers and layers and …

„Unsere künstlerische Parallele ist die Natur“, erzählen die Künstlerinnen Svenja Landsiedel und Katharina Wilhelm. Beide studieren ebenfalls an der HfBK. **Dem Ausstellungstitel entsprechend** ergibt sich bei Svenja Landsiedel das farbliche Schichten bereits durch das Drucken an sich. Das Motiv wird hierbei auf eine glatte Oberfläche wie Glas oder eine Acrylplatte gemalt oder gezeichnet. Das Papier wird daraufhin auf die noch feuchte Farbe gelegt.¹ In der Hermannschen Galerie präsentiert sie Monotypien mit Bezügen zur Natur. Die zarten Linien liegen locker übereinander. Leise, mit sanfter Berührung, aber in bunter Zurückhaltung spielt die Künstlerin mit der Farbigkeit. „Ich verbinde malerische Elemente mit Druckgrafik“, erklärt sie. Die zumeist kleinformatigen Werke erinnern an sanfte Berührungen – unaufdringlich, beinahe wartend.

Svenja Landsiedel präsentiert in "Layers and layers and..." feinsinnige Monotypien, das sind Einmaldrucke mit graphischen Elementen. Foto: S. Reichel
Svenja Landsiedel präsentiert in „Layers and layers and…“ feinsinnige Monotypien, das sind Einmaldrucke mit graphischen Elementen. Foto: S. Reichel

Abstrakte, singende Landschaften

Wo die Linien verschwimmen und die pure Wahrnehmung von Farbe intuitive, schwebende Landschaften begründet, lebt Katharina Wilhelm auf. Sie studiert Malerei an der Hochschule für Bildende Künste und steht kurz vor dem Diplom. Ausgangspunkte für ihre großformatigen Werke sind schnelle Skizzen aus der Natur. Diese überträgt sie anschließend in vielen Farbaufschichtungen auf lose Leinwand. „Indem ich immer wieder zarte Farbschichten **aufeinander trage**, entsteht ein Luftraum“, erzählt sie. Und tatsächlich übt die abstrakte, schwummrige Farbwelt einen Sog aus, der einen geradewegs in Bergwelten zieht oder auf weite Felder stellt.

Im Sommer wird's eine Pause geben. Ansonsten bietet Hermann wechselnde Ausstellungen. Foto: S. Reichel
Im Sommer wird’s eine Pause geben. Ansonsten bietet Hermann wechselnde Ausstellungen. Foto: S. Reichel

Galerie Hermann

¹ www.horst-janssen-museum.de/fileadmin/user_upload/PDF/DIY/DIY_Monotypie.pdf

Serie: Kleine Unternehmen im Stadtbezirk Pieschen

Jeden Dienstag in Pieschen-Aktuell: Ein Porträt eines kleinen Unternehmens aus dem Stadtbezirk. Wir zeigen die unglaubliche Vielfalt im Stadtviertel, von Übigau bis Trachau, von Kaditz bis nach Trachenberg. Wenn Sie auch einen kleinen Laden oder ein kleines Unternehmen in Ihrer Nachbarschaft kennen, das wir gerne mal vorstellen sollen, schreiben Sie uns an redaktion@pieschen-aktuell.de.

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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