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Alternatives Akustikkollektiv

Hier wachsen die Kürbisse in der Hängematte

Bald ist Erntezeit in den Gewächshäusern des Trägervereins „Jugend ∙ Arbeit ∙ Bildung“ e.V. (JAB) in einer Gärtnerei in Pieschen. Hier bauen zwölf Teilnehmer des Gartenprojekts unter Anleitung von Landschaftsgärtnerin Elisa Baumgarten Gemüse für die Dresdner Tafel an. Dabei lernen die Bürgergeldempfänger nicht nur den Umgang mit den Pflanzen, sondern auch das Arbeiten im Team. „Unsere Teilnehmer sind alle mit viel Elan dabei“, freut sich Elisa Baumgarten. „Sie haben eine feste Struktur in ihrem Alltag und machen ihre Arbeit gern – auch weil sie wichtig ist und geschätzt wird.“

Unter Anleitung der Gärtnerin Elisa Baumgarten wird in der Pieschener Heidestraße Gemüse für die Tafel angebaut. Foto: Sabine Mutschke
Unter Anleitung der Gärtnerin Elisa Baumgarten wird in der Pieschener Heidestraße Gemüse für die Tafel angebaut. Foto: Sabine Mutschke

Schon vor einem Jahr startete der JAB sein Projekt in einem 20 Jahre leerstehenden, komplett verwilderten Gewächshaus auf der Heidestraße in Pieschen und machte es mit viel Arbeit wieder nutzbar. In diesem Jahr haben die Projektteilnehmer die Fläche verdoppelt und bearbeiten nun 1.500 Quadratmeter. Mit vielen Gemüsesorten befinden sie sich „auf Augenhöhe“, denn der Anbau erfolgt platzsparend nach dem Prinzip des vertikalen Gärtnerns. Kräuter und Salat sprießen aus aufrechtstehenden Rohren, die Bohnen ranken an Spalieren empor und selbst die Tomaten gedeihen in Hängeampeln mit stehenden und hängenden Trieben.

Dass auch die Kürbisse in den Himmel wachsen, stellte Elisa Baumgarten allerdings vor ein Problem. „Manche Speisekürbisse sind 15 und sogar 20 Kilogramm schwer – die kann die Pflanze im vertikalen Anbau gar nicht halten.“

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Pyrogames, Festwiese Ostragehege am 6. September

Hilfe durch die schnelle Häkelgruppe

Gerettet wurde sie schließlich durch die Teilnehmerinnen des Handarbeitsprojekts des JAB. Sie gründeten kurzerhand eine „schnelle Häkelgruppe“ und fertigten stabile Netze an, die mit Haken an den Gewächshausstreben befestigt werden und die Kürbisse wie in einer Hängematte betten. Für Silvia Bernaouda und Mervat Sharif war dieses „Auftragswerk“ eine willkommene Herausforderung. Sie testeten verschiedene Materialien und häkelten bereits zehn Netze in unterschiedlichen Größen. Zudem nimmt die Gruppe gern kreative Aufträge an – sie näht zum Beispiel Wimpelketten, Kostüme und Teddys für Kindergärten.

„Auch im Handarbeitsprojekt ist es uns wichtig, dass die oft seit langer Zeit arbeitslosen Teilnehmer nicht einfach nur beschäftigt werden, sondern Dinge herstellen, die tatsächlich gebraucht werden“, erklärt Dr. Solveig Buder, Geschäftsführerin des JAB. „Wir wollen unsere Bürgergeldempfänger fördern, fordern und auch ihr Selbstwertgefühl stärken. Die Hängeampel für die Tomatentöpfe wurde übrigens in unserer Holzwerkstatt hergestellt.“

Silvia Benaoda und Mervat Shraif vom Verein "Jugend ∙ Arbeit ∙ Bildung" haben die Kürbisse mit Hilfe der "schnellen Häkelgruppe" gerettet. Foto: Sabine Mutschke
Silvia Benaoda und Mervat Shraif vom Verein „Jugend ∙ Arbeit ∙ Bildung“ haben die Kürbisse mit Hilfe der „schnellen Häkelgruppe“ gerettet. Foto: Sabine Mutschke

Hoffen auf Verlängerung des Projektes

Ende September sollen rund 50 Kürbisse geerntet werden. Dann endet nach aktuellem Stand die Bewilligung für die Maßnahme im Gewächshaus. Der Antrag auf einen Monat Verlängerung für die Ernte des gesamten Gemüses wurde beim Jobcenter bereits eingereicht.

Tatsächlich aber hofft der Träger vielmehr auf die Zusage, dass das Gartenprojekt im Gewächshaus auch im Winterhalbjahr weitergeführt werden kann. Dafür hat Elisa Baumgarten schon viele Ideen: „Wir würden Rosenkohl, Feldsalat und Spinat für die Kunden der Dresdner Tafel anbauen und auch gern eine clevere Kompost-Fußbodenheizung installieren.“

Außerdem plant sie mit den Teilnehmern, bereits die Jungpflanzen für den Tafelgarten und die kommende Saison im Gewächshaus vorzuziehen. Das käme auch ihren engagierten Helfern zugute – denn wenn die Maßnahme endet, sitzen sie wieder arbeitslos zu Hause.

Jugend ∙ Arbeit ∙ Bildung e.V.

  • Geschäftsführung: Dr. Solveig Buder, Christine Graf
  • Mügelner Straße 40, 01237 Dresden
  • www.jab-dd.de
  • Telefon: 0351 2802567
  • E-Mail: jugend@jab-dd.de

Ergänzungen gern, aber bitte recht freundlich.

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