Am Dienstagabend trafen sich die Stadtbezirksbeiräte im Pieschener Rathaus zur Sitzung. Unter anderem wurden drei Förderanträge in dem Gremium behandelt.
Hip-Hop-Workshops im Emmers
Willy Müller und Ines Hermann von der Outlaw Kinder- und Jugendhilfe stellten ihr Projekt vor. Es geht um Hip-Hop-, Breakdance- und Graffiti-Workshops im Kinder- und Jugendhaus Emmers an der Bürgerstraße 68 in Dresden-Pieschen. Das Projekt läuft über zwölf Monate; benötigt werden Mittel für die Honorare der Betreuer*innen sowie für Schutzkleidung. Es richtet sich an junge Menschen im Alter von 8 bis 21 Jahren. Ziel ist es, Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen durch Hip-Hop neue Ausdrucksmöglichkeiten zu bieten. Die Teilnehmenden probieren sich in Breakdance und Graffiti aus. Dabei entdecken sie eigene Stärken und wandeln negative Energien in kreative Aktivitäten um.
Erfahrene Künstlerinnen und Künstler aus der Szene begleiten das Projekt. Diese Nähe zur Hip-Hop-Kultur schafft Identifikation und Motivation. Das Angebot richtet sich besonders an junge Menschen aus sozial benachteiligten Familien sowie an Jugendliche mit Migrations- oder Fluchthintergrund – darunter viele aus der Ukraine und Syrien.
Im Zentrum steht der Austausch über kulturelle und sprachliche Grenzen hinweg. Das Projekt fördert Inklusion durch nonverbale Kommunikation. Tanz und künstlerische Gestaltung verbinden die Teilnehmenden. Sie erleben Gemeinschaft, stärken ihre Persönlichkeit und entwickeln ein positives Selbstbild. Respekt und Akzeptanz gegenüber unterschiedlichen Lebensweisen, Geschlechtern und Kulturen spielen eine zentrale Rolle.
Für das Jahr 2025 sind vier Workshops geplant: zwei mit dem Schwerpunkt Breakdance, zwei mit dem Schwerpunkt Graffiti. Jeweils ein Workshop richtet sich an Teilnehmende im Alter von 8 bis 14 Jahren, ein weiterer an Jugendliche zwischen 15 und 21 Jahren. Jeder Workshop findet einmal pro Woche statt und bietet Platz für 5 bis 10 junge Menschen.
Fast geschlossen sprachen sich die Stadtbezirksbeiräte für die Förderung des Projekts in Höhe von 5.940 Euro aus – nur die AfD enthielt sich.
Job-Café der AWO
Christina Piche, Elena Krügel und Kristin Sauer von der AWO stellten das Projekt vor. Das Café soll ein Ort des Austauschs sein, aber auch Unterstützung bei Bewerbungen und Jobvermittlung bieten. Der Verein beantragt zur Projektförderung 12.040,50 Euro. Das Job-Café soll ebenfalls im Kinder- und Jugendhaus Emmers auf der Bürgerstraße entstehen. Es würde an zwei Nachmittagen (dienstags und donnerstags) von 14 bis 18 Uhr ohne Termin geöffnet sein. Vor Ort sollen PC-Arbeitsplätze, Telefone, Technik für Onlinegespräche, ein Kopiergerät sowie Equipment für Bewerbungsfotos bereitstehen. Eine Jobwand soll aktuelle Stellen, Praktika und Ausbildungsangebote anzeigen. Aushänge könnten über Veranstaltungen und Beratungsangebote in Dresden informieren. Getränke und Snacks sollen den Austausch fördern. Bei Bedarf stünde das Personal unterstützend zur Seite.
Alexander Wiedemann (AfD) fragte nach: „Das Geld ist nicht für die Ausstattung, sondern für eine Stelle?“ – „Richtig“, bestätigte Elena Krügel. Otmar Winkler (Grüne) fragte: „Was können Sie, was das Jobcenter nicht kann?“ Krügel erläuterte, dass das Job-Café viel intensiver mit den Jugendlichen arbeiten könne als das Jobcenter.
Uwe Sochor (SPD): „Personal fördern wir eigentlich nicht. Welche Töpfe haben Sie denn noch abgefragt?“ – Krügel: „Wir haben verschiedene Stellen angefragt. Der Bereich wurde früher über das Jugendamt gefördert, das wurde aber gekürzt.“
Franziska Hoder (Die PARTEI): „Ich halte es für wichtig, das zu fördern.“ Björn Sören Lehninger (Team Zastrow): „Ist denn der Bedarf da?“ – „Ja“, bestätigte Kristin Sauer.
Holger Kunig (Grüne): „Wie machen Sie denn Werbung?“ Kristin Sauer berichtete von Flyern und Aushängen im Haus. Das Angebot habe sich bereits gut im Stadtviertel herumgesprochen. Sochor (SPD) bat darum, am Ende des Projekts zu berichten, wie erfolgreich es gewesen sei. Rico Köhler (AfD) fragte, wie es nach der Förderung weitergehe. Krügel sagte, dass man fortlaufend auf Fördermittel angewiesen sei. Pia Bartkow (Linke) betonte, dass die Synergie mit dem Jugendhaus perfekt sei.
Mit zehn Ja-Stimmen wurde die Förderung schließlich angenommen.
Weihnachtsbeleuchtung auf der Oschatzer
Sascha Förster vom Verein Pro Pieschen stellte das Projekt zur Erneuerung weiterer Lichterketten der Weihnachtsbeleuchtung vor. Bereits jetzt konnten einige Spenden gesammelt werden. Sollte der Antrag positiv beschieden werden, bittet der Verein um eine Förderung in Höhe von 4.495,34 Euro. Tassilo Langner fragte, wieso das nicht über die ansässigen Händler finanziert werden könne. Darauf antwortete Förster, dass das Spendenaufkommen dafür nicht ausreiche. Tino Jasef (Freie Wähler) kommentierte: „Das ist doch eine schöne Sache.“ Mit zwölf Ja-Stimmen wurde die Förderung schließlich bewilligt.
Fachplan Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege für das Schuljahr 2025/2026
Der Fachplan Kindertageseinrichtungen und Kindertagespflege soll für das Schuljahr 2025/2026 fortgeschrieben werden. Sabine Bibas, die Leiterin des Eigenbetriebs Kindertageseinrichtungen, stellte die Pläne vor. Da in den vergangenen Jahren die Geburtenraten rückläufig waren, gebe es nun auch sinkende Kinderzahlen in den Kitas und in der Tagespflege. Allerdings steige der Bedarf an Integrationsplätzen für Kinder im Alter bis zu sieben Jahren. In der Perspektive, also in etwa zehn bis fünfzehn Jahren, sei dann wieder mit deutlich mehr Kindern zu rechnen.
Bibas zeigte sich sehr enttäuscht, dass im vom Stadtrat beschlossenen Haushalt zu wenig Mittel für die Sanierung von Kitas eingestellt seien. Uwe Sochor (SPD) fragte, ob es auf Landesebene überhaupt eine Diskussion gebe, den Betreuungsschlüssel in Kitas zu verbessern. Sachsen ist diesbezüglich bundesweit Schlusslicht. Bibas: „Die Verbesserung, die da jetzt beschlossen wurde, ist quasi nichts.“ Sophia Jansen (Grüne): „Gibt es Ideen für eine Kitapflicht?“ Bibas sagte, dass dies unterschiedlich diskutiert werde; aktuell sei eine kKitapflicht geplant, auch nicht im letzten Jahr vor der Schule.
Rico Köhler (AfD) fragte nach der Kita „Buddelflink“ in der Gleinauer Straße. „Was wird damit? Sind die Bauvorhaben gestoppt?“ Bibas: „Ja, die Kita ist abgerissen, die Planung ist fertig, aber es ist kein Geld im Haushalt dafür eingeplant. Da wird nun auch in den kommenden zwei Jahren nichts passieren.“ Rolf Poppe (AfD) betonte, dass er im Stadtrat zwar dem Haushalt nicht zugestimmt habe, aber man müsse auch sagen: „Das Geld ist einfach nicht da.“
In einem interfraktionellen Änderungsantrag von SPD und Grünen wurde ein Punkt 3 zur Vorlage hinzugefügt, der fordert, das Bauvorhaben Kita Gleinauer Straße unverzüglich umzusetzen. Sowohl die Änderung als auch die Gesamtvorlage wurden dann einstimmig beschlossen.
Stadtbezirksbeirat Pieschen
- Sitzung am 1. April 2025: Tagesordnung, alle Dokumente, Abstimmungsergebnisse (nach der Sitzung)
- Stadtbezirksbeirat Pieschen – Mandatsträger, Vertreter, Sitzungen
Berichte aus dem Stadtbezirksbeirat Pieschen – eine Leistung der Redaktion von Pieschen Aktuell im Auftrag des Stadtbezirksamtes Pieschen der Landeshauptstadt Dresden.
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Vielen Dank, Herr Frintert, für die Berichterstattung, die ich für ausnehmend wichtig halte. Für so wichtig, um ehrlich zu sein, dass ich mir eine Korrekturlesung vor der Veröffentlichung wünschen würde. Ich bin mir sicher, Sie wollen die Informationen so schnell wie möglich online stellen, was ich durchaus begrüße, und ein Verlaufsprotokoll ist kein Essay; somit sind kleinere Fehler in Rechtschreibung, Satzbau und Grammatik zwar bedauerlich, fallen aber nicht sehr ins Gewicht. Doch ob jetzt eine Kitapflicht geplant ist oder nicht, kann ich nach der Lektüre nur vermuten.
Inhaltlich finde ich die Voraussage spannend, in zehn bis fünfzehn Jahren müsste man wieder mit mehr Kindern rechnen. Mir gefällt diese vorsichtig optimistischen Einstellung und es wäre interessant zu erfahren, worauf sie sich stützt – aber vermutlich ist das hier nicht der Platz dafür…
@Schweesdo Onie: Danke für den Hinweis. Ich hoffe, der Satz mit der Kitapflicht ist jetzt verständlicher. Das mit den Kindern in zehn bis 15 Jahren ist recht einfach erklärt. Wir hatten in Dresden nach 1990 eine sehr starken Rückgang der Geburtenrate. Ende der 1990er stieg sie wieder an, in den 20 Jahren seit 2000 kontinuierlich. Seit 2021 fällt die Kurve wieder, weil die Mütter, die in den 90ern nicht geboren wurden nun fehlen. Ab ca. 2035 ist dann damit zu rechnen, dass die geburtenstarken Jahrgänge der 2020er Jahre Kinder bekommen.