48 Container des DRK stehen quer durch die Stadt verteilt, werden zwei Mal die Woche geleert.

Plätze für Altkleidercontainer sollen verlost werden

Niemand weiß, wie viele Altkleidercontainer in Dresden herumstehen. Die Stadtverwaltung will mit einem neuen Verteilungsmodell für Ordnung sorgen. Scharfe Kritik kommt vom DRK.

Zum Frühlingsbeginn oder bei anstehendem Wintereinbruch holt man die Kleidung aus dem letzten Jahr hervor: Manches ist doppelt vorhanden, anderes hat schlicht ausgedient. Statt das alte, aber noch gute Kleidungsstück weg zu werfen, nutzen viele einen der zahlreichen Altkleidercontainer. Damit jemand, der weniger Mittel hat, das gute Stück weitertragen kann.

Von diesen Containern gibt es drei, die sich wesentlich voneinander unterscheiden: Die einen sind gewerblich, gehören zu Firmen, die mit dem Export oder der Verwertung von Altkleidern Geld verdienen. Die zweiten sind gemeinnützige Container und führen zu Vereinen wie unter anderem dem Deutschen Roten Kreuz. Die dritte Container-Gattung ist ohne Genehmigung abgestellt, iiegal, wird nicht regelmäßig geleert und oft ist der Inhaber unauffdindbar.

Konzept gegen illegale Container

Um gerade gegen diese illegal aufgestellten Container vorzugehen, die zur Vermüllung des direkten Umfelds führen, hat die Stadt einen Plan entwickelt. Detailliert nachzulesen in der Vorlage V2712/24 des Geschäftsbereichs Umwelt. „Vorgesehen ist die Aufstellung von Altkleidercontainern ausschließlich neben geeigneten Wertstoffplätzen für Glas und Altpapier. Die Aufstellung der Container soll zukünftig nach zehn Gebietslosen erfolgen“, so ein Rathaussprecher.

Die zehn Gebietslose entsprechen dabei den zehn Stadtbezirken. Auf 1.500 Einwohner soll ein Container aufgestellt werden. Ob dieser Container dann gewerblich oder gemeinnützig betrieben wird, entscheidet allein das Glück beim Los.

Ulrike Peter, Sprecherin des DRK in Dresden, zeigt eines der gelieferten Kleidungsstücke im Pieschener Lager.

Ulrike Peter, Sprecherin des DRK in Dresden, zeigt eines der gelieferten Kleidungsstücke im Pieschener Lager.

Das Deutsche Rote Kreuz betreibt 48 Container verteilt im ganzen Stadtgebiet, die zweimal die Woche geleert werden. Ein Fünftel davon in Zusammenarbeit mit der Stadt. Die anderen beispielsweise in Zusammenarbeit mit hiesigen Wohnungsanbietern, auf deren Gelände die gut sichtbaren Container stehen: „Zweimal pro Woche fährt ein Fahrer seine Runde und leert jeden Container“, berichtet Ulrike Peter, Sprecherin des DRK-Dresden.

Ehrenamtliche Verwertung beim DRK

Jedes Kleidungsstück, das so den Weg in Pieschener DRK-Lager findet, wird von Ehrenämtlern in die Hand genommen, begutachtet und sortiert: Hochwertige Kleidung geht ins Geschäft, mangelhafte und unbrauchbare Kleidung kommt als Rohstoff zum Verwerter.

Aus dem Gewinn werden die Gehälter bezahlt oder Events organisiert. Am Ende der Rechnung steht beim DRK immer die Null: „Wir arbeiten in Dresden für Dresden. Was wir hier verdienen, wird auch hier re-investiert“, beschreibt Peter den Textil-Kreislauf.

Die Sprecherin übt zweifache Kritik am Verlosungs-Konzept der Stadtverwaltung: „Ob wir dann 40 Container weniger haben oder einen Lkw-Fahrer mehr brauchen, entscheidet allein das Glück. Außerdem wird das Los nur für zwei Jahre vergeben.“Zudem hätte es bisher kein Gesprächsangebot seitens der Verwaltung gegeben. Die Möglichkeit besteht, meint Peter, dass die Faktenlage beim DRK gar nicht bekannt ist und damit der organisatorische Aufwand im Rathaus nicht bewusst sei: „Ein Gespräch hätte allen geholfen. Ich hoffe das passiert noch.“

Die Vorlage soll heute Abend im Stadtrat behandelt werden. Die CDU-Fraktion fordert, dass das Konzept so nicht beschlossen werden kann. Konkret fordert sie die Einbeziehung der betroffenen Sozialverbände. Man habe bereits in den vorberatenden Ausschüssen auf bestehende Probleme hingewiesen, heißt es in einer Pressemitteilung. „Völlig unverständlich ist, dass die hauptsächlich betroffenen Sozialverbände und Unternehmen von der Verwaltung nicht in die Überlegungen zur Neuregelung einbezogen wurden“, sagt Veit Böhm, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Man könne die Probleme mit dem „Wildwuchs“ der Container auch mit bereits bestehenden Regelungen klären.

Allerdings bringt die Verwaltung die Vorlage natürlich nicht einfach so ein, denn nach dem Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG) besteht ab Januar 2025 für Alttextilien die Getrenntsammlungspflicht. Für die rechtssichere Durchsetzung dieser Pflicht ist die Stadt zuständig.

Im Stadtrat steht das Thema heute auf dem Tagesordnungspunkt 22. Die Sitzung im Rathaus ist öffentlich und kann auch per Live-Stream verfolgt werden, auf dresden.de.

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