Brief einer Leserin: „Bei Dir ist es aber schmutzig“

Meine Nichte wohnt auf dem Dorf. Als sie mich neulich besuchte, stieg sie in der Rehefelder Straße aus dem Auto und begrüßt mich mit den Worten: „Bei Dir ist es aber schmutzig.“ Da war ich doch überrascht und etwas irritiert. „Habe ich mich an den ganzen Müll im Viertel irgendwie schon gewöhnt?“, fragte ich mich und antwortete mir auch gleich selbst: „Nein, irgendwie nicht.“

Bei Dir ist es aber schmutzig: Beispiel 2.

Beim Nachdenken darüber fiel mir ein, dass auch andere sich an dem Müll stören. Während der Weihnachtstage beobachtete ich ein Paar, das nicht Hand in Hand, sondern mit Greifzangen und Müllbeutel bewaffnet die Kötzschenbroder Straße entlang schlenderte. Oder: Auf nebenan.de wird zum Putz der Elbwiesen aufgerufen.

Mitnehmkisten finde ich super – allerdings nach einer Woche Dauerregen nicht mehr. Also Kisten samt Inhalt bitte RAUS- UND wieder REINstellen. Kühlschränke nehmen wohl die wenigsten spontan von der Straße mit (mein Hund hat da übrigens rangepinkelt). Also bitte selbst zum Sperrmüll bringen oder in den Weiten des Internets für Selbstabholer anbieten, sollte er noch kühlen.

Bei Dir ist es aber schmutzig: Beispiel 3.

Und wenn die Mülltonnendeckel nicht schließen, kann man auch mal mit aller Kraft nachstopfen (Wer will, auch öfter. Schließlich kann man in den Sportvereinen gerade nicht trainieren). Sonst weht die BiFi-Verpackung eben, wie die Heuballen im Wilden Westen, über die Rehefelder.

Ich lagere in meinem Briefkasten übrigens Handschuhe, um den Müll vor meinem Haus einzusammeln. Es wäre aber cooler, wenn die vollen Hundetüten (ein
politisches Zeichen – ich weiß schon), Schnapsflaschen und anderer Müll überhaupt nicht erst auf der Straße landen würden. Früher ging das ja auch irgendwie, würde meine Omi sagen.

Bei Dir ist es aber schmutzig. Beispiel 4. Alle Fotos: S. Richter

Hier die Info, wie die Stadt Dresden den Sperrmüll organisiert. Das handhabt ja jede Kommune anders: Sperrmüll in Dresden

Vielleicht begrüßt mich meine Nichte demnächst mal mit den Worten: „Bei Dir ist es aber sauber“. Das würde mich irgendwie, irgendwo und irgendwann freuen.

Ein Gastbeitrag von S. Richter, Pieschen, Rehefelder Straße

17 Meinungen zu “Brief einer Leserin: „Bei Dir ist es aber schmutzig“

  1. Stefanie sagt:

    Hach, das spricht einem aus der Seele. Leider sind es ein paar Wenige, die den Dreck verursachen. Ob man die damit erreichen kann, bezweifle ich. Trotzdem schöner Artikel.

  2. Ja, leider sind es die jungen Leute, die schreien nach einer “ sauberen Welt“ sind selbst die grössten Umwelschweine, die auf alles 💩, Hauptsache Party und Spass..man sollte die endlich belangen..andere müssen ihren Dreck weg machen, geht garnicht

  3. Heidi sagt:

    Hallo Balou, ich glaube die Jungen und die Alten nehmen sich da nicht viel. Oft sehe ich Menschen jeden Alters, sagen wir mal gedankenlos, nicht zusammen gefaltete Kartons in die Wertstoffcontainer auf der Arno-Lade-Straße stopfen, oder wenn sie voll sind daneben zu stellen. Und das sind dann nicht nur Kartons, Flaschen und Sperrmüll gesellen sich dazu. Manchmal hilft freundliches Ansprechen ;-).

  4. Falk S. sagt:

    Nach einer damals noch so hippen FFF-Demo sah die Route immer aus als hätte ein Müllwagen die Klappe hinten offen gehabt. Das war schon ein ziemlich ernüchternder Anblick.
    Genauso die Elbwiesen oder der Alaunpark, nein es sitzen keine 1000 alten Omas „Umweltsäue“ abends an den Elbwiesen und grillen und lassen ihren Müll liegen.
    Wie war das, Wasser predigen, Wein saufen und dabei auch noch die Gesellschaft spalten wollen.
    Komische Jugend.

  5. Stephan Kahle sagt:

    Es scheint, als wolle man hier einen Schuldigen finden. Geht es hier wirklich um die schuldigen Jungen oder Alten? Ich denke nicht. Wie wäre es damit: Jeder fasse sich doch erstmal an die eigene Nase. Oder anders gesagt: Wer von Euch ohne Sünde, werfe den ersten Stein. Wenn jeder etwas mehr acht geben würde, …

  6. Fenrir sagt:

    Muss dem Falk Recht geben, habe nach der damals noch semihippen fff-demo den ganzen Tross mit ner Bratwurst im Maul im SUV auf die Malediven fliegen sehen. … Wenn man Argumente nicht widerlegen kann, bleibt immernoch diffamieren.

  7. Dieter Schmitz sagt:

    Falk S.
    Bitte Beweise (Nachweise) vorlegen und nicht einen solchen Unsinn verzapfen!

    Probleme lassen sich gleich vor Ort feststellen, das erspart spätere, nicht nachweisbare Vorwürfe. Bei FFF Veranstaltungen gibt es immer PP. Presse und Polizei, beide sind mit Stiften und Kameras ausgestattet.

    Balou99
    Die jungen Leute machen schon seit den ollen Griechen nur Müll. Ist also nicht neues. Gut das wir für so etwas bereits zu alt sind. Mit väterlichem Gruß.

  8. Thilo sagt:

    Völliger Quatsch, dass hier an irgendwelchen Altersgruppen festzumachen.
    Einen schwarzen Peter zu suchen, weil einem selbst das schlechte Gewissen plagt, ist nicht zielführend.
    Vielleicht jeder einfach mal mit sich selbst an (fasst sich an die eigene Nase) und entsorgt keine gebrauchten Masken auf dem Gehweg, lässt keine Zigarettenkippen fallen oder unterlässt es den Elbradweg mit Scherben von Glasflaschen zu bepflastern.

  9. Hr. Lehmann sagt:

    Nuja, mein Atomherd ist von der Erfurter, meine Anlage von der Friedensstrasse, mein Rechner von der Leipziger, die zum Regal gestapelten Ikea-Tische vom Puschkinplatz, der Großteil Geschirr & Besteck von überall und selbst das Werkzeug lag überall verstreut rum.
    Aber stimmt schon, Müll passt auch super in den Hinterhof neben die Mülltonnen, müssen dann halt alle bezahlen wenns garnicht anders geht.

  10. Hunger sagt:

    Dieses Geschehen Beobachter ich schon lange. Ich habe fest gestellt das es auch unsere neuzugezogenen Mitbewohner sind die leider von zu Hause nicht anderes gewöhnt sind.,dehnen müsste mann es mal sagen. Das der Müll neben der Mülltonne alle Mieter extra kostet kotzt mich schon lange an. Endschuldigen mußte mal sein

  11. ronny sagt:

    Also ich hab noch niemanden im SUV fliegen gesehen, weder mit noch ohne Bratwurst. Schade, dass hier so flache Kommentare kommen gegen Menschen, die sich für Müllvermeidung und Umweltschutz einsetzen.
    Daher noch etwas Faktenbasierteres: ich schreibe hier als Orgamensch von „Wir lieben Elbe“; auf unsere Putzaktionen wird in dem Artikel auch Bezug genommen. Wir räumen nicht nur Abfälle auf, sondern machen uns auch Gedanken darum, wie weniger Müll in die Umwelt gelangt. Einer der Gründe für herumfliegenden Müll ist, dass es in unserer Stadt viel zu wenig öffentliche Abfalleimer gibt; die wenigen vorhandenen sind nicht tiersicher und quellen häufig über. Wenn ich mich nicht irre, steht auf der gesamten Rehefelder Straße kein einziger Mülleimer. Ähnlich duster sieht es an anderen Stellen aus, insbesondere an solchen mit viel Publikumsverkehr: ob rings um die Hufewiesen, entlang des Elberadweges oder an den Zugängen zur Elbe entlang der Kötzschenbrodaer Straße. Wir haben schon häufig das Ortsamt Pieschen darauf hingewiesen und um Abhilfe gebeten. Unsere Hinweise werden an das Umweltamt weitergeleitet und von dort wurde bisher alles abgebügelt. Die Antwortschreiben sind aus den gleichen Bausteinen zusammenkopiert, dass man das Gefühl bekommt, dass solche Schreiben öfter verschickt werden.
    Okay, es ist keine Entschuldigung dafür, seine Abfälle rumzuschmeißen, aber so eine mangelhafte Infrastruktur trägt natürlich auch zu keiner guten Einstellung der Bürger gegenüber ihrer Stadt bei. Niemand hat letztlich Freude daran, eine warme Hundek***tüte spazieren zu tragen.

    Übrigens: wer selber mal aktiv werden möchte, kann gern hier nach Abfalleimern in seiner Hood anfragen: ortsamt-pieschen@dresden.de Die Antworten dürft Ihr gern an unseren Kontakt bei facebook schicken.

    Eure Elbewiesler!

    • Schweesdo Onie sagt:

      Zunächst mal vielen Dank an „ronny“ für das Engangement auf den Elbwiesen. Aber leider hat er(?) etwas grundlegend missverstanden bezüglich der fliegenden SUVs: Der meiner Meinung nach gar nicht flache Kommentar von „Fenrir“ richtet sich nicht gegen Umweltschützer, sondern im Gegenteil gegen deren Diffamierung, in diesem Falle durch „Falk S.“. Persönlich mag ich es, wenn Ironie nicht durch einen angehängten Zwinkersmiley als solche etikettiert werden muss, aber das kommt oberflächlichen Leser:innen natürlich nicht entgegen.

  12. Falk S sagt:

    @Dieter Schmitz:
    „Bitte Beweise (Nachweise) vorlegen“ Es tut mir leid, das Du offensichtlich sehr schwer sehbehindert oder gar blind bist. Das wußte ich nicht. Aber glaube mir, wenn Müll auf der Straße liegt, dann ist das Beweis genug.
    @ronny
    Dein Einsatz in allen Ehren, danke.
    „Okay, es ist keine Entschuldigung dafür, seine Abfälle rumzuschmeißen,“
    Merkste selbst oder, wie sinnlos es ist die Kritik auf die fehlenden Abfalleimer zu leiten. Was haben denn die Abfalleimer damit zu tun!? So ein Blödsinn
    Oder sind etwa auch die Autos an der Umweltverschmutzung schuld?
    @Thilo
    „Jeder fasse sich doch erstmal an die eigene Nase. Oder anders gesagt: Wer von Euch ohne Sünde, werfe den ersten Stein.“
    Auch wenn ich mir den ganzen Tag an meine eigene Nase fassen würde, ändert es doch nicht daran das der Müll von anderen weggeschmissen wird. Was ist das das für ein sinnfrei banales Argument. Und warum sollte ich mit Steinen werfen? Gehts noch!?
    Außerdem bin ich Nichtraucher (keine Kippen) und Nichttrinker (keine Glasflaschen). ich laufe nicht Freitag abend gröllend mit der Sternieflasche durchs Viertel und höre laut Bushido bis ich nichtmehr von selbst die Flasche festhalten kann.
    Bin gestern wieder an so einer Versammlung von scheinheiligen „Klima- und Umweltaktivisten“ vorbeigejoggt. Und heute früh lagen am Glockenpavillion wieder Scherben und Müll. Aber klar, es waren die alles die Omis die alten Umweltsäue. Schämt Euch!
    Ist das echt alles was Ihr zu Eurer Vermüllung von den Elbwiesen und unseren Parks und Fußwegen zu argumentieren habt?
    Mimimimi. Die Fakten liegen an der Elbwiese, auf unseren Fußwegen und in den Parks. Jedes Wochende. Hört auf mit den billigen Ausreden und abgewatschten Sprüchen. Nehmt gefälligst Euren Müll mit nachhause oder wenigsten bis zur nächsten Mülltonne.

  13. Jacob sagt:

    Hey super Artikel, der Ansatz es etwas leichter zu nehmen wie im Artikel ist klasse. Ich werde mir es zu Herzen nehmen und hoffentlich auch dem ein oder anderen in meiner Umgebung unter die Arme greifen können.

    • Gerda Kočí sagt:

      das Problem als solches ist durchaus benennungswürdig, aber: wer einmal eine Reise durch „Westdeutschland“ macht, wird städtische Abfallkübel umsonst suchen, wohl aber auf sauberen Straßen wandeln. eine Brötchentüte oder Ähnliches kann man doch auch mit Heim nehmen. und mit Kühlschränken geht niemand spazieren!

  14. Windschattenspender sagt:

    Leider sieht es tatsächlich so aus in der Rehefelder Strasse, ich finde der Bereich zwischen Mohnstrasse und Wurzener Strasse sieht ganz besonders heimelig aus. Ein Appell an die Vernunft hilft da auch nicht mehr, es müssten empfindliche Geldstrafen gezahlt werden oder Sozialstunden dafür abgeleistet werden, wenn jemand auf frischer Tat ertappt wird.

    @Falk S
    Ihre Aussagen treffen genau ins Schwarze! Das mit dem Glockenpavillon kann ich auch vollends bestätigen, als Radpendler komme ich dort fast täglich vorbei und es liegt zu 100 Prozent immer in dem Bereich irgendwelches zerschlagenens Glas herum. Die Verursacher sind eindeutig junge Leute! Ich habe dort auch schon mehrfach im Frühjahr/Sommer gegen 5 Uhr in der Frühe (wochentags, keine Ferien, keine Schulschließung)) Jugendliche Party machen sehen, man konnte dann nur im Slalom um die Glasscherben fahren, zum Glück war es schon etwas heller.

  15. Bernd sagt:

    Bin heute die Bürgerstrasse entlanggelaufen, Anliegerpflichten scheinen keine Rolle zu spielen. Selbst das Rathaus scheint keinen Hausmeister zu haben. Papierkörbe stehen wenigstens an den Haltestellen. Für die Sauberkeit der Schnittgerinne könnten Kehrtage mit temporären Halteverbot eingerichtet werden.
    Das Ordnungsamt sollte neben der Einhaltung der Parkordnung auch so etwas mit kontrollieren.

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