37. Pantomimefestival im Theaterhaus Rudi – erstmals mit Gästen aus Indien

Für fünf Tage dreht sich in der kommenden Woche im Theaterhaus Rudi alles um klassische Pantomime, Tanztheater, Maskenspiel und Objekttheater. Aus Indien angereist ist das Kanglei Mime Theatre, das in Manipur zu Hause ist. Die 12 Künstlerinnen und Künstler zeigen in „Cheitheng“ eine Episode aus dem großen indischen Epos Ramayana. Möglich wurde dies, weil sich Indien im 75. Jahr seiner Unabhängigkeit mit seiner Kultur weltweit präsentiert. Und so kamen auch die Pantomimen aus Manipur in den Genuss der Förderung von Reisekosten und Unterkunft.

Alles andere hätte das Budget des Festival, das in diesem Jahr bereits zum 37. Mal stattfindet, deutlich gesprengt. Alle bürokratischen Hürden, die mit dem Besuch der Pantomimetruppe zu bewältigen waren, räumten Michael Meinel und sein Organisationsteam vom Verein Mimenstudio Dresden aus dem Weg, der das Festival ehrenamtlich organisiert. Rund 29.000 Euro stehen dem Verein als Budget zur Verfügung, ein Anteil von 19.500 Euro konnte von Spendern und Förderern eingeworben werden. Auch der Stadtbezirksbeirat Pieschen bewilligte eine Unterstützung von 3.300 Euro.

Kanglei Mime Theatre: Cheitheng

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Während die Künstlergruppe aus Indien ihre Gäste mit farbenprächtigen Kostümen und exotischen Klängen in eine andere Welt entführt, wenden sich die Pantomimen von Laterna Magica aus Prag an ein ganz spezielles Publikum. Bata Laterna ist für kleine Kinder im Alter zwischen sechs Monaten und drei Jahren. Und nur für sie, betont Michael Meinel. Natürlich dürften die Eltern mit dabei sein. „Die Künstler haben sich ein faszinierendes Konzept erarbeitet, mit dem sie die Kleinkinder in das Geschehen auf der Bühne einbinden“, erläutert Meinel. In einer Verbindung von Film, Tanz, Pantomime und Theater würde die Kleinsten spielerisch auf zauberhafte Weise zum Staunen und Agieren bewegt.

„International und auf einem künstlerisch hohen Niveau“ werden die neun Veranstaltungen in diesem Jahr sein. Das, so Michael Meinel, würden auch die Gäste aus Spanien garantieren. Carlos Martinez stehe bereits seit 40 Jahren auf der Bühne. Er wird eine Auslese aus acht ausgereiften Bühnenprogrammen spielen. Die Gruppe „Los Escultores del Aire“ erzählt eine berührende Geschichte um ein Ehepaar – vom Alltag, vom Streit, von einem Unfall und vom Umgang mit dem Tod.

Bato Laterna: Für Kinder zwischen 6 Monaten und drei Jahren

Das Duo „Mangano Massip“ kommt aus Frankreich und bringt zwei Stücke mit nach Dresden. Sara Mangano und Pierre-Yves Massipo haben sich übrigens 1994 in der Pantomimeschule von Arcel Marceau kennen gelernt.

Neben den Aufführungen der Künstlerinnen und Künstler aus fünf Ländern darf die Improvisationsshow mit Festivalgründer Ralf Herzog und dem Mimenstudio natürlich nicht fehlen. Noch immer gibt der Senior der Pantomime sein Wissen jeden Dienstag im Projekttheater weiter. Neugierige sind herzlich zum Schnuppern eingeladen.

Zum Thema:

Das Projekttheater ist auch Ort der drei Workshops im Rahmen des 37. Internationalen Pantomime Theater Festivals. Bereits an diesem Wochenende lädt Mai Rojas, Pantomime aus Puerte Rico, zu einer zweitägigen Werkstatt ein. Für die Teilnahme gibt es außer der Begeisterung für das Spiel ohne Worte keine Bedingungen. (Teilnahmegebühr für 10 Stunden: 100 Euro) Bei Erfolg können kleine Kostproben aus dem Workshop schon in der Eröffnungsgala zu sehen sein. Bevor das Festival am 6. November mit dem Kanglei Mime Theatre aus Indien ausklingt, gibt es noch zwei Workshops mit der Compagnie Mangano-Massip und eine Masterclass mit Carlos Martinez. (Teilnahmegebühr jeweils 15 Euro)

„Workshops gehören seit seiner Gründung vor 37 Jahren als fester Bestandteil zum Festival“, betont Michael Meinel. „Uns geht es um den Austausch der Mimen, um die Weiterentwicklung des Bewegungstheaters und darum, dass Interessierte mit und ohne Vorkenntnisse begegnen können“, sagt er und fügt hinzu. „Hier bekommt man einen tollen Einblick, wie man Geschichten mit Mimik und Körper erzählt“.

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