150 Jahre Straßenbahn: Viele Fotos und menschelnde Geschichten zum Jubiläum

Am 26. September 1872 rumpelte die erste Pferdebahn von Dresden ins Fischerdörfchen Blasewitz. Die Strecke bildete die Keimzelle für ein umfangreiches Netz von heute über 130 Kilometern Länge. 28 Jahre sollte es dauern, bis die letzte Dresdner Pferdestraßenbahn am 25. August 1900 in den 1891 gebauten Straßenbahnhof an der Trachenberger Straße einrückte.

Drei Jahre zuvor, im September 1897 wurde der dringend benötigte Straßenbahnhof Mickten, damals Straßenbahn-Depot genannt, einschließlich eines Dienst- und Verwaltungsgebäudes eröffnet. Über diese beiden wichtigen Ereignisse der Straßenbahn-Geschichte im Stadtbezirk Pieschen hat der Stadtteilhistoriker Klaus Brendler in seinen vielen Geschichten berichtet.

Die Dresdner Verkehrsbetriebe haben nun unter dem Titel „Menschen, Motoren, Mobilität“ ein Buch herausgegeben, das den vergangenen 150 Jahren Straßenbahn-Geschichte in Dresden gewidmet ist. In Zusammenarbeit mit dem Dresdner Sandstein-Verlag ist ein Buch entstanden, in dem auf 200 Seiten rund 250 schöne, zum Teil unveröffentlichte Fotos und viele menschelnde Geschichten versammelt sind und im Zusammenspiel mit Illustrationen die Geschichte des Dresdner Nahverkehrs unterhaltsam vermitteln.

Am Sonnabend, 3. Dezember, wird das Jubiläumsbuch im Straßenbahnmuseum ab 12.30 Uhr bei Lesungen vorgestellt.

Das Cover des Jubiläums-Buches. Quelle: DVB AG

DVB-Vorstand Lars Seiffert arbeitet seit 31 Jahre bei den Dresdner Verkehrsbetrieben. „Ich habe so viele spannende Geschichten erlebt. Einige der besten finden sich in diesem Buch. Sie erzählen von Menschen, die für die Straßenbahn brennen und mit viel Leidenschaft großes vollbringen“, kommentierte er das Jubiläumswerk. Einer seiner Vorgänger im Amt, Frank Müller-Eberstein, erklärte: „Ich habe in diesem Unternehmen meine besten Berufsjahre verbracht. Nach der Wende konnten wir enorm viel gestalten. Das wird in diesem Buch auf neue Weise erzählt. Besonders schön finde ich die vielen Bilder mit Mitarbeitern.“ Müller-Eberstein stand 1994 bis 2005 an der Spitze der DVB.

„Menschen. Motoren. Mobilität. 150 Jahre Straßenbahn in Dresden“. Schon der Name verrät, dass anders als in den Vorgängerpublikationen weniger detailreich auf technische Entwicklungen, sondern mehr auf die vielen Generationen von Menschen eingegangen wird, die sich bis heute mit Herzblut für Mobilität und einen attraktiven Nahverkehr engagieren, heißt es in einer entsprechenden Pressemitteilung zum Erscheinen des Buches.

Verwiesen wird auch auf den hohen Anteil an Bildern, die das Leseerlebnis bereichern. In dem Werk finden sich viele historische Aufnahmen aus dem Archiv der DVB – auch solche, die bisher kaum veröffentlicht wurden. Eigens angefertigte Detailfotos kämen hinzu.

Hinter dem fünfköpfigen DVB-Redaktionsteam liegt ein Jahr intensiver Arbeit. „Wir bedanken uns herzlich bei allen, die uns mit ihrem großen Wissen unterstützt haben“, sagte DVB-Archivarin Josephine Hanke, die zur jungen Generation bei den DVB gehört. Das Buch sei in Zusammenarbeit mit dem Sandstein Verlag Dresden und mit Unterstützung des Straßenbahnmuseum Dresden e.V. sowie weiterer Hobbyhistoriker entstanden und ist nun zum Preis von 24 Euro im Buchhandel erhältlich. Ab kommenden Montag soll es auch im DVB-Service verfügbar sein. Im Rahmen des Museumsöffnungstages am 3. Dezember im Straßenbahnmuseum wird das Jubiläumsbuch ab 12.30 Uhr bei Lesungen vorgestellt.

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