Barbara Klepsch: „Man merkt schon, wie frustriert viele sind“

Im Wahlkreisbüro der CDU-Landtagsabgeordneten Barbara Klepsch in der Leipziger Straße 103 – gleich an der Haltestelle Altpieschen – hängen Bilder der Malerin Sabine Fiedler-Mohrmann. Die Künstlerin hat ihr Atelier nicht weit entfernt in der Robert-Matzke-Straße. „Ich kann mir gut vorstellen, dass wir hier im Wechsel kleine Ausstellungen präsentieren“, sagt Barbara Klepsch und hofft, dass das bald mit einer Vernissage verbunden werden kann. Das Wahlkreisbüro soll schließlich auch ein Ort der Kommunikation sein. „Das habe ich im vergangenen Jahr mit den Corona-Einschränkungen am meisten vermisst“, bedauert sie.

Im Juli 2020 eröffnete das Wahlkreisbüro in der Leipziger Straße 103. Foto: W. Schenk

Andererseits habe die Pandemie dazu geführt, dass sich schnell Kontakt zu Menschen herstellte, die den Staat für ihre Existenz sonst eigentlich gar nicht benötigen – zum Beispiel zu den Selbständigen in der Tourismusbranche. Das ist zudem vertrautes Terrain für sie. Schließlich ist Barbara Klepsch seit der Regierungsbildung nach der Landtagswahl 2019 Sachsens Ministerin für Kultur und Tourismus, nachdem sie zuvor das Sozialressort geleitet hatte. Und sie kennt aus den Gesprächen die Sorgen, wenn die Gelder aus den verschiedenen Hilfsprogrammen nicht oder nur zögerlich ankommen.

Manchmal, wie im Fall der Puppenspieler vom August Theater, rühren die Probleme aber nicht von der Corona-Pandemie. „Das Theater hat sich zu einem bekannten und wichtigen Standort im Stadtgebiet entwickelt und sich auch als Teil der kulturellen Bildung etabliert“, konstatierte sie nach einem Besuch im Rathaus Pieschen, der Spielstätte des Theaters. Sie gehörte zu denjenigen, die sich – auch hinter den Kulissen – um eine Schlichtung des Konflikts mit der Stadtverwaltung bemühten. Noch allerdings ist die Zukunft der Puppenspieler nicht gesichert.

Barbara Klepsch: Ich wünsche mir sehnlichst wieder persönliche Begegnungen. Foto: W. Schenk

Seit Juli 2020 kümmert sich nun ein kleines Team um die Belange im Wahlkreisbüro, organisiert Treffen, nimmt Anregungen entgegen, beantwortet Anfragen an die Abgeordnete und Ministerin. Weil Beratungen in größerem Kreis nicht möglich sind, erfolgt der Meinungsaustausch per Videokonferenz – mit den Kollegen aus der CDU im Wahlkreis. Auch mit Unternehmern hat es eine Videoschalte gegeben. Die Unzufriedenheit mit den politischen Akteuren in der Corona-Pandemie bekommt das Team in den Gesprächen zu spüren. „Wer sich mit seinen Problemen an uns wendet, unterscheidet dabei selten, ob die Verantwortlichen dafür im Bund, beim Land oder in der Stadt sitzen. Man merkt schon, wie frustriert viele sind“, sagt Barbara Klepsch. Sie würde gern viel mehr im persönlichen Gespräch mit den Menschen reden – und nicht per Mail, Video oder Telefon. Den Kontakt zu den Mitmenschen halten, das sei gerade eine der größten Herausforderungen.

Zum Thema:

Zum Wahlkreis Dresden 7 gehören die Stadtteile Pieschen-Süd, Mickten, Kaditz, Trachau, Pieschen-Nord/Trachenberge, Cotta, Wilsdruffer Vorstadt/Seevorstadt-West, Friedrichstadt. Barbara Klepsch gewann bei der Landtagswahl am 1. September 2019 das Direktmandat mit 10.719 Stimmen und hatte damit 1.543 Stimmen mehr als Hans-Jürgen Zickler (AfD). Auch bei den Zweitstimmen lag die CDU mit 23,4 Prozent vor der AfD und Bündnis90/Die Grünen.

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