Eine Woche lang wollen die Organisatoren der Raumkonferenz 2019 Brücken bauen: Zwischen informeller Stadtproduktion und hoheitlicher Stadtplanung – Zwischen dem, was auf der Straße passiert, und dem, was in den Amtsstuben verhandelt wird. Fridolin Pflüger, einer der Organisatoren aus dem Verein Konglomerat, bezeichnete das als das Hauptziel der Veranstaltung. „Wir wollen Brücken bauen zwischen denen, die sonst nicht oder nur wenig miteinander reden“. Und vor allem sollen die mehr als 50 Veranstaltung an 25 verschiedenen Orten zeigen, dass sich die jungen Leute in die Stadtentwicklung einmischen, fügt er hinzu.
So auch am alten Leipziger Bahnhof. Dorthin laden die Organisatoren für Mittwoch um 17 Uhr zu einem Spaziergang ein. „Wenn überhaupt, ist den meisten das Gelände als umstrittene Bebauungsfläche für die Baumarktkette ‚Globus‘ bekannt. Nach weitreichenden Protesten liegt die Planung des Marktes derzeit allerdings auf Eis und es scheint eine Ausweichfläche gefunden zu sein. Ein guter Moment, um inne zu halten und zu fragen: Was war hier eigentlich vorher? Wir nehmen Sie mit auf einen Streifzug durch die Vergangenheit. Auf eine Begegnung mit geschichtlichen Höhen und Tiefen“, heißt es im Programm.
Unterstützung hat der Konglomerat e.V. bei der Stadtverwaltung gefunden. „Wir suchen nach neuen Formen und Partnern für unsere Bürgerbeteiligung“, begründete Baubürgermeister Raoul Schmidt-Lamontain (Grüne) das Engagement. „Alter Leipziger Bahnhof, Neustädter Markt, Robotron-Kantine sowie das ehemalige Plattenwerksareal in der Johannstadt – alles Räume die schon seit einiger Zeit brachliegen und uns in der Stadtentwicklung beschäftigen – stehen im Fokus der Raumkonferenz. Die Dresdnerinnen und Dresdner können sich einbringen und mit Vertretern aus Zivilgesellschaft, Planung, Wissenschaft und Politik ins Gespräch kommen. Es geht uns darum, ihre Vorstellungen für eine gemeinwohlorientierte Stadtentwicklung zu kennen“, lädt Schmidt-Lamontain dazu ein, die Veranstaltungen zu besuchen und mitzudiskutieren und fügt hinzu. „Besonders junge Menschen werden in dem seltenen Experimentier- und Erlebnisraum der Aktionstage angesprochen, ihre Vision eines Stadtraumes zu entwickeln, in dem sie zukünftig wohnen, leben und arbeiten möchten, und konkrete Konzepte zur Umsetzung dieser Vision zu erarbeiten.“
Die gelben Bausteine, so sagt Fridolin Pflüger, sollen Aufmerksamkeit erregen. „Wir alle produzieren ständig in irgendeiner Form Stadtbausteine.“
das gesamte Programm der Raumkonferenz 2019 (für einige Veranstaltungen ist eine Anmeldung erforderlich)
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