Kulturwerkschule: Lehrerteam, Eltern und Kinder warten auf Entscheidung der Schulbehörde

Am 19. August beginnt in Sachsen das neue Schuljahr. Für Kinder, Eltern und das Lehrerteam der Kulturwerkschule Dresden fehlt bis heute die Gewissheit, dass es auch für sie ein Start in ein neues Schulleben sein wird. „Wir sind in engem Austausch mit dem Landesamt für Schule und Bildung. Die Gespräche sind kooperativ“, sagt Michael Hecht, einer der vier Schulgründer, auf Anfrage. Das Team habe alle Unterlagen eingereicht, die Nachforderungen immer zeitnah beantwortet. „Auf unsere Nachfragen teilt uns die Behörde mit, dass die Anträge in Bearbeitung sind, dass man sich der Dringlichkeit bewusst ist“, so Hecht. Er hofft, dass Anfang oder Mitte Juni eine Entscheidung fallen wird.

Es ist der zweite Anlauf der Schulgründer. Im vergangenen Jahr hatte die Behörde den Start der Grundschule als auch den der Oberschule abgelehnt. Das Widerspruchsverfahren zu dieser Entscheidung ist noch nicht abgeschlossen.

Vor einer Woche hat sich das Lehrerteam zu einer pädagogischen Klausur in Meißen zusammengefunden. Eine erfahrene Schulberaterin aus Schleswig-Holstein war eingeladen. Anfang Mai fand ein erster Informationsabend mit den Eltern der angemeldeten Kinder statt. 45 Mütter und Väter waren in die Luboldtstraße auf dem Weißen Hirsch gekommen. Dort soll der Schulbetrieb der Kulturwerkschule starten. „In fünf bis sechs Jahren werden wir einen eigenen Schulneubau in der Leipziger Straße 240 beziehen. Die Vorplanungen sind bereits in vollem Gange“, verweist Hecht auf die langfristige Planung der Schulgründer.

In der Luboldtstraße am Weißen Hirsch hat das Gründerteam ein Schulgebäude angemietet. Foto: Kulturwerkschule

Nach den ersten Anmelderunden, so Hecht, seien sowohl für die erste Klasse der Grundschule als auch für die fünfte Klasse in  der Oberschule noch Restplätze zu vergeben. Interessenten können sich auf der Homepage der Kulturwerkschule informieren.

Zur Zeit sind es jedoch ganz praktische und naheliegende Fragen, die den Eltern unter den Nägeln brennen. Die Kinder wollen wissen, wo ab August ihre Schule ist, die staatliche Schule fragt, ob es bei der Anmeldung bleibt. Und die Eltern möchten Klarheit, wann sie den Schulvertrag unterschreiben können. Es habe aber auch Unmut unter einigen Eltern darüber gegeben, dass die Entscheidung der Schulbehörde immer noch nicht vorliege, sagt Hecht und zitiert eine Mutter. „Es ist total blöd für die Kinder, weil die die Unsicherheit auch spüren und wir so gerne mit einem guten Gefühl den neuen Lebensabschnitt beginnen wollen.“

Trotz der Ungewissheit entwickeln Horterzieher, Lehrer und Eltern derzeit Ideen für eine Straßenbahnbegleitung für den Schulweg. Das sei vor allem für die Grundschüler, nicht so sehr für die Fünftklässler, ein Thema. Mehr als 70 Prozent der Kinder kämen aus dem Stadtbezirk Pieschen oder den direkt angrenzenden Stadtteilen und müssen täglich den Schulweg in die  Luboldtstraße bewältigen. Die anderen Kinder würden in zentralen Stadtgebieten wie Johannstadt und Neustadt wohnen, einige wenige in weiter entfernten Stadtgebieten wie zum Beispiel in Prohlis.

 

 

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